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Nachricht | Dienstag, 19. März 2013

Leibniz-Preise 2013 verliehen

Drei Leopoldina-Mitglieder unter den Preisträgern

Leibniz-Preise 2013 verliehen

Die Leibniz-Preisträger Ivan Dikic, Onur Güntürkün und Peter Hegemann (von links).

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat heute in Berlin die Gottfried Wilhelm Leibniz-Preise 2013 an zwei Wissenschaftlerinnen und neun Wissenschaftler verliehen. Unter den Preisträgern sind mit Ivan Dikic, Onur Güntürkün und Peter Hegemann drei Leopoldina-Mitglieder. Die Auszeichnung ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert, die der Forschung der Preisträger zugute kommen.

Ivan Dikic gehört zu den international führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der molekularen Onkologie und der zellulären Signalweiterleitung. Er forscht vor allem zum Signalmolekül Ubiquitin, das beim Abbau von nicht mehr leistungsfähigen oder nicht mehr benötigten Zellproteinen eine entscheidende Rolle spielt. Hier gelang Dikic die Entdeckung eines neuartigen Ubiquitinrezeptors – RPn13 – , dessen Struktur und Funktionsweise er zudem umfassend aufklärte. Mit diesen und anderen Arbeiten leistete Dikic entscheidende Beiträge zum besseren Verständnis grundlegender zellulärer Prozesse wie der DNA-Reparatur oder der angeborenen Immunität oder der von ihm erstmals beschriebenen sogenannten „selektiven Autophagozytose“.

Ivan Dikic studierte in Zagreb Medizin, arbeitete als Postdoktorand an der New York University und in Uppsala/Schweden, war ab 2002 zunächst Professor für Biochemie an der Universität Frankfurt und ist seit 2009 Direktor des dortigen Buchmann Instituts für Molekulare Lebenswissenschaften und des Instituts für Biochemie II. Dikic ist seit 2010 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Biochemie und Biophysik und wurde für seine Forschungen bereits vielfach ausgezeichnet.

Onur Güntürkün erhält den Leibniz-Preis als einer der Wegbereiter und wichtigsten Vertreter einer biologisch fundierten Psychologie. Sein grundlegendes Ziel ist es, zu ergründen, wie Wahrnehmung, Denken und Handeln im Gehirn entstehen. Güntürküns Arbeiten sind gekennzeichnet durch die Verknüpfung psychologischer, biologischer und neuroanatomischer Fragestellungen, Konzepte und Befunde aus artvergleichenden Verhaltens- und Neurowissenschaften. So konnte er am Beispiel von Elstern zeigen, dass Vögel, obwohl sie keinen cerebralen Cortex haben, sich genauso wie Primaten selbst im Spiegel erkennen und damit so etwas wie ein Selbstkonzept entwickeln können.

Onur Güntürkün studierte in Bochum Psychologie und wurde dort auch promoviert. Nach Forschungsaufenthalten in Paris und San Diego habilitierte er sich in Konstanz. Seit 1997 ist er Professor für Biopsychologie in Bochum. 2006 wurde er in die Sektion Psychologie und Kognitionswissenschaften der Leopoldina aufgenommen.

Peter Hegemann gilt als der Begründer der Optogenetik beziehungsweise Neurophotonik. Ausgehend von frühen eigenen Forschungen an der einzelligen Grünalge Chlamydomonas wies Hegemann als erster nach, dass die unterschiedlichsten Zelltypen durch Licht „schaltbar“ sind, sobald sie mit einem bestimmten Lichtrezeptor-Protein – dem Kanalrhodopsin-2-Protein – ausgestattet sind. Dies eröffnete die Möglichkeit, die Auswirkungen von Änderungen etwa der Ionenzusammensetzung oder des pH-Wertes in Zellen ohne gröbere Eingriffe untersuchen zu können. In jüngeren Arbeiten führte Hegemann gezielt Verhaltensänderungen in der Maus durch Licht herbei.

Nach dem Studium der Chemie in Münster und München wurde Peter Hegemann am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried promoviert, war als Postdoktorand an der Syracuse University, New York, und ist nach Stationen in München und Regensburg seit 2005 Professor für Experimentelle Biophysik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Peter Hegemann ist seit 2012 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Biochemie und Biophysik.

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ist der wichtigste Forschungsförderpreis in Deutschland. Ziel des Leibniz-Programms, das 1985 eingerichtet wurde, ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern. Der Preis ist mit bis zu 2,5 Millionen Euro dotiert.

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