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Nachricht | Donnerstag, 10. Dezember 2015

Drei Leopoldina-Mitglieder werden mit dem Leibnizpreis 2016 ausgezeichnet

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat heute die Leibniz-Preisträger 2016 bekannt gegeben. Unter den zehn ausgezeichneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sind drei Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina: Emmanuelle Charpentier, Frank Bradke und Marina V. Rodnina. Die Leibniz-Preise sind mit je 2,5 Millionen Euro für kommende Forschungsarbeiten dotiert und werden am Dienstag, 1. März 2016, in Berlin verliehen.

Prof. Dr. Emmanuelle Charpentier (Jahrgang 1968) ist Direktorin am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin. Die  Biochemikerin und Mikrobiologin ist eine Pionierin auf dem Gebiet der gezielten und präzisen Veränderung des Erbguts mit Hilfe bestimmter Enzyme. Sie hat eine der Methoden dieses sogenannten „genome editing“ entwickelt, die CRISPR-Cas9-Methode. Es gelang Charpentier, einen Mechanismus in Bakterien zu entschlüsseln und diesen zu einem Werkzeug weiterzuentwickeln, mit dem gezielt Erbmaterial verändert werden kann. Im Gegensatz zu den bisherigen Genom-Editier-Verfahren ist diese Technik einfacher, flexibler, effizienter und kostengünstiger. Innovationen mit Hilfe der neuen Technik erhoffen Forscher sich zum Beispiel auf dem Gebiet der Pflanzenzüchtung und in der medizinischen Forschung. Cahrpentier ist seit 2015 Mitglied der Leopoldina. Im September 2015 wurde sie mit der Carus-Medaille der Akademie ausgezeichnet.

Prof. Dr. Frank Bradke (Jahrgang 1969) ist Senior-Gruppenleiter am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) Bonn und ordentlicher Professor (W3) an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Im Mittelpunkt seines Interesses steht das Wachstum der Axone, also jener Fortsätze von Nervenzellen, deren fehlende Regenerationsfähigkeit eine zentrale Rolle bei Querschnittslähmungen spielt. Dabei entdeckte er, dass die für die Stabilität des Zytoskeletts wichtigen Mikrotubuli im Axon deutlich stabiler als in anderen Zellfortsätzen sind. Darauf folgte die ebenso weitreichende Erkenntnis, dass eine pharmakologische Stabilisierung dieser Mikrotubuli auch die Regeneration der Axone fördern kann. Ebenso bahnbrechend – wie unerwartet – war schließlich der Befund, dass eine solche pharmakologische Stabilisierung zugleich auch die Narbenbildung im Rückenmark hemmt. Bradke ist seit 2014 Mitglied der Leopoldina.

Prof. Dr. Marina V. Rodnina (Jahrgang 1960) ist Direktorin am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen. Sie ist Biochemikerin und Expertin für große Proteinkomplexe. Sie hat neue methodische Ansätze zur Untersuchung der Funktionen des Ribosoms entwickelt und dessen Funktionsweise bei der Proteinbiosynthese weiter aufgeklärt. Zusammen mit Kollegen zeigte sie zum ersten Mal in einer Filmsequenz ein Ribosom in Aktion. Bei der Proteinbiosynthese übersetzen Ribosome in der Zelle die genetischen Erbinformationen in eine Aminosäurenkette, die sich dann zu einem Protein faltet. Bei dieser Übersetzung (Translationsprozess) müssen hunderte, manchmal tausende von Aminosäuren in die richtige Reihenfolge kommen. Ein einziger Fehler in der Kette kann dafür sorgen, dass das Protein arbeitsunfähig wird. Mit einer ihrer wesentlichen Entdeckungen hat Marina Rodnina einen komplexen Selektionsmechanismus aufgeklärt, mit dem Ribosomen die Fehlerquote bei der Translation niedrig halten. Die Kenntnisse tragen dazu bei Ursachen von Erkrankungen aufzuklären und sie können Grundlagen liefern für die Neuentwicklung von Medikamenten. Rodnina ist seit 2008 Mitglied der Leopoldina.

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