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Nachricht | Mittwoch, 3. Juni 2015

G7 - Leopoldina empfiehlt Maßnahmen zur Zukunft der Meere, zu Tropenkrankheiten und Antibiotikaresistenzen

Stellungnahmen für den G7-Gipfel an Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben

G7 - Leopoldina empfiehlt Maßnahmen zur Zukunft der Meere, zu Tropenkrankheiten und Antibiotikaresistenzen

Alberto Quadrio Curzio, Graham Bell, John Hildebrand, Angela Merkel, Bernard Meunier, Jörg Hacker, Martyn Poliakoff, Keisuke Hanaki (v.l.).

Beim Dialogforum der nationalen Wissenschaftsakademien der G7-Staaten am 29. April in Berlin erhielt Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel aus den Händen von Prof. Jörg Hacker, Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, drei Stellungnahmen zur späteren Beratung beim G7-Gipfeltreffen in Schloss Elmau Anfang Juni 2015. Die Papiere geben Empfehlungen zu den Themen Zukunft der Meere, vernachlässigte und armutsassoziierte Krankheiten sowie Antibiotikaresistenzen.

Die Stellungnahmen wurden unter der Federführung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit den anderen sechs Nationalakademien erarbeitet. Die Akademien fordern eine umfassende Strategie, um Gesundheitsgefahren durch Infektionskrankheiten zu bekämpfen und Fortschritte im Bereich der Prävention, Kontrolle und Beseitigung von vernachlässigten Tropenkrankheiten zu erzielen, sowie ferner Maßnahmen, die die Nutzung und den Schutz der Meere nachhaltig gestalten.

Hintergrund des ersten Themas ist die steigende Zahl an Infektionen durch antibiotikaresistente Bakterien weltweit. Gleichzeitig gibt es immer weniger wirksame Antibiotika. Die Akademien haben sich unter anderem mit Fragen der Wirkstoffforschung, der Antibiotika-Entwicklung und des Einsatzes der antimikrobiellen Wirkstoffe befasst.

Das zweite Thema greift vernachlässigte Krankheiten auf, die häufig Menschen in ärmeren Regionen der Erde betreffen. Dazu gehören die Afrikanische Schlafkrankheit, die Flussblindheit und Dengue-Fieber. Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist ein Beispiel dafür, welche Folgen der Ausbruch einer Krankheit haben kann, die zwar bekannt ist, gegen die aber erprobte Impfstoffe und Medikamente fehlen. Es geht darum, wie die Forschung an diesen Krankheiten verbessert und finanziert werden kann und wie Vorsorge für den Fall großer Erkrankungsausbrüche getroffen werden sollte.

Zum Thema „Zukunft der Meere“ setzten sich die Akademien mit der Verschmutzung der Ozeane durch Schwermetalle und Plastikmüll auseinander. Drängendes Thema ist insbesondere die durch den Klimawandel bedingte Versauerung und Erwärmung der Meere sowie die Überdüngung durch Stickstoffeintrag aus der Landwirtschaft.

Das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der G7 wird seit zehn Jahren von den Wissenschaftsakademien dieser Länder begleitet. Sie befassen sich im Vorfeld jeweils mit drängenden Fragen, die im Zusammenhang mit der Agenda der Gipfeltreffen stehen, aber thematisch darüber hinausgehen und multilateral angegangen werden müssen. Federführend ist jeweils die Wissenschaftsakademie des Gastgeberlandes – in diesem Jahr wieder die Leopoldina. Sie hatte bereits 2007 den wissenschaftlichen Beratungsprozess im Vorfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm vorbereitet. Damals legten die Wissenschaftsakademien Stellungnahmen zu den Themen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Klimaschutz und Schutz geistigen Eigentums vor. 

Foto (v.l.n.r.): Prof. Alberto Quadrio Curzio, Vizepräsident der Accademia Nazionale dei Lincei, Prof. Graham Bell, Präsident der Royal Society of Canada, Prof. John Hildebrand, Foreign Secretary der National Academy of Sciences (USA), Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Prof. Bernard Meunier, Präsident der Académie des sciences (F), Prof. Jörg Hacker, Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Sir Prof. Martyn Poliakoff, Vizepräsident der Royal Society (UK), Prof. Keisuke Hanaki, Vizepräsident des Science Council of Japan. Foto: David Ausserhofer für die Leopoldina.

Impressionen vom G7 Dialogforum

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