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Nachricht | Dienstag, 1. Dezember 2015

Der Blick in die lebende Zelle

Nobelpreisträger Stefan W. Hell hält Weihnachtsvorlesung an der Leopoldina

Der Blick in die lebende Zelle

RESOLFT Messung von PtK2 Zellen, die das Fusionsprotein Keratin 19-rsEGFP(N205S) exprimieren Foto: Andriy Chmyrov, Stefan Hell, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Der Physiker Stefan W. Hell, Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen und Mitglied der Leopoldina, hat mit der sogenannten STED-Mikroskopie (STED = Stimulated Emission Depletion) einen Weg gefunden, die 130 Jahre alte Abbesche Grenze im Fluoreszenzmikroskop zu überwinden. Das Neue an diesem Verfahren ist, dass die Schärfe nicht mehr durch die Lichtwellenlänge begrenzt ist. 2014 wurde Hell dafür mit dem Chemie-Nobelpreis geehrt. In der diesjährigen Leopoldina-Weihnachtsvorlesung am Mittwoch, 2. Dezember, in Halle wird der Wissenschaftler berichten, wie ihm dieser Durchbruch in der Lichtmikroskopie gelang.

Mithilfe der STED-Mikroskopie können heute Proteinverteilungen bis zu zehnmal schärfer als bisher dargestellt werden. Die erzielten Auflösungen des Verfahrens liegen um ein Zehnfaches über Abbes Grenze, bei 20 Nanometern. Da Proteinkomplexe im Bereich 10 bis 200 Nanometer liegen, hat das STED-Mikroskop das Potenzial, in die molekulare Skala des Lebens vorzudringen und Krankheiten besser auf die Spur zu kommen.

Stefan W. Hell studierte in Heidelberg und wurde dort im Fach Physik promoviert. Schon in seiner Dissertation befasste sich der Wissenschaftler mit Mikroskopie. Ab 1991 arbeitete er am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg und an der Universität Turku in Finnland an der Frage, wie lichtmikroskopische Auflösungen im Nanometerbereich zu erreichen sind.

2014 erhielt Hell „für die Entwicklung der hochaufgelösten Fluoreszenz-Mikroskopie“ gemeinsam mit Eric Betzig und William E. Moerner den Nobelpreis für Chemie. Stefan W. Hell ist seit 2013 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Physik. Ebenfalls 2013 ehrte die Akademie ihn mit der Carus-Medaille.

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