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Acta Historica Leopoldina

Paula Hertwig – Genetikerin im 20. Jahrhundert. Eine Spurensuche

Nr. 58

von Sybille Gerstengarbe

 

(2012, 553 Seiten, 48 Abbildungen, 25.95 Euro, ISBN: 978-3-8047-3030-4, ISSN: 0001-5857)

Die Wissenschaftlerin Paula Hertwig (1889–1983) gehört neben der Physikerin Lise Meitner und der Botanikerin Elisabeth Schiemann zu den herausragenden weiblichen deutschen Gelehrten im 20. Jahrhundert. Sie ist Angehörige jener Generation, in der für Frauen nach der Durchsetzung des Frauenstudiums erstmals auch eine Karriere in Forschung und Lehre an den Universitäten möglich wurde. Paula Hertwig entstammte einer Gelehrtenfamilie und lebte jahrzehntelang mit ihrem Bruder, dem Anatomen Günther Hertwig (1888–1970), zusammen. Als Genetikerin am Berliner Institut für Vererbungsforschung erlebte sie zunächst den internationalen Aufbruch der Genetik, später die Verwicklung der Vererbungswissenschaft in die nationalsozialistische Rassenideologie und den Niedergang der Forschungsmöglichkeiten während der Kriegsjahre. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie an die Universität in Halle (Saale) berufen und hatte hier in verantwortlicher Position (als Dekanin bzw. Prodekanin einer Medizinischen Fakultät aus überwiegend bürgerlichen Professoren) die Auseinandersetzungen der Genetiker mit dem Lyssenkoismus, einer ideologiebasierten, sowjetischen Pseudotheorie, zu bestehen und sah sich mit politischen Verfolgungen von Studenten und Mitarbeitern der Martin-Luther-Universität in der sowjetischen Besatzungszone bzw. der frühen DDR konfrontiert. Ihre Forschungen trugen zur Erkenntnis des schädlichen Einflusses von Strahlen auf das Erbgut (speziell des Menschen) bei. Obwohl es keinen geschlossenen Nachlass von Paula Hertwig gibt, versucht die Biographie mit Hilfe vieler bisher noch unberücksichtigter Dokumente den besonderen Lebensweg von Paula Hertwig im spannungsvollen politischen Umfeld des 20. Jahrhunderts zu rekonstruieren.

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