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Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt

Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt

Bild: Adobe Stock / Robin

In ihrer Stellungnahme vom Herbst 2020 fordern die Leopoldina, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech und die Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften ein schnelles Handeln. Wörtlich heißt es: „Der Rückgang der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft ist so dramatisch, dass in Zukunft ernsthafte Folgen für die Funktionsfähigkeit der Agrarökosysteme und für das Wohlergehen des Menschen zu erwarten sind.“ Mit den richtigen Maßnahmen ließe sich der Artenrückgang in der Agrarlandschaft aber nicht nur aufhalten, sondern auch umkehren.

Da Ursachen und Folgen des Artenrückgangs viele Entscheidungs- und Handlungsebenen berührten, müssten die Maßnahmen politische, ökonomische, rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen berücksichtigen. Mit einbezogen werden müssten also Politik, Kommunen, Landwirtschaft, Handel, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Wissenschaft. 

Die Umweltpolitik verändern

Landwirtinnen und Landwirte erhalten über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU Transferzahlungen. Diese Zahlungen orientieren sich vor allem an der Fläche. Sie sind unabhängig von der Art der Produktion, also nicht daran gekoppelt, ob die Bewirtschaftung etwas für das Gemeinwohl leistet. Außerdem fördert die EU freiwillige Umweltmaßnahmen. In der Stellungnahme kritisieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass die Regelungen für die Landwirtschaft die biologische Vielfalt nicht wirksam genug schützen. Sie fordern, dass sich die biodiversitätsfreundliche Bewirtschaftung für Landwirtinnen und Landwirte lohnen muss. Der Schutz der biologischen Vielfalt müsse finanziell stärker gefördert werden.

Die Biologin Katrin Böhning-Gaese über die Agrarpolitik der EU: „Landwirte müssten für ihre Gemeinwohlleistung belohnt werden“.

 

Der Botaniker Thomas Borsch fordert Taten und Aufklärung: „Noch mehr Verlust können wir uns nicht leisten“.

Konsum und Lebensstil verändern

Beim Schutz der Biodiversität ist nicht nur die Politik gefragt, sondern auch die Verbraucherinnen und Verbraucher. Zentrales Element einer nachhaltigen Lebensweise ist die Ernährung: Gerade unser Fleischkonsum trägt zum Rückgang der Artenvielfalt bei, da Futtermittelanbau und Viehzucht große Flächen beanspruchen und extrem industrialisiert sind. Eine Ernährungsumstellung gleicht zudem eine geringere Produktivität von Flächen aus. Der Handel kann zu einer größeren biologischen Vielfalt beitragen, indem Produkte aus regionaler biodiversitätsfreundlicher Herstellung entsprechend gekennzeichnet werden. Lebensmittelverluste sollten auf beiden Seiten reduziert werden, sowohl im Handel als auch bei den Konsumentinnen und Konsumenten, so die Stellungnahme.

In der Gesellschaft müsse das Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt gestärkt werden. Denn das Aussterben von Arten ist irreversibel und einzelne Arten sind nicht zu ersetzen. Als sichtbare Vorreiter und Multiplikatoren sollten sich Kommunen für die Artenvielfalt einsetzen, sagen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Stellungnahme. Um die Wirksamkeit von Maßnahmen zu überprüfen, fordern die Expertinnen und Experten ein bundesweites und standardisiertes Monitoring. Der Schutz der Artenvielfalt ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Agrarbiologe Josef Settele über das Konsumverhalten: „Der große Wurf hat stark mit Konsum zu tun“.


Landschaftökologin Alexandra-Maria Klein über die Rolle der Verbraucher: „Wir müssen alle an uns arbeiten“.

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