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Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt

Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt

Bild: Adobe Stock / Robin

In ihrer Stellungnahme vom Herbst 2018 fordern die Leopoldina, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech und die Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften ein schnelles Handeln. Wörtlich heißt es: „Unter den an der Abfassung dieses Papiers beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besteht Konsens, dass schnellstmöglich gehandelt werden muss.“

Da Ursachen und Folgen des Artenrückgangs viele Entscheidungs- und Handlungsebenen berührten, müssten die Maßnahmen auch politische, ökonomische und gesellschaftliche  Rahmenbedingungen berücksichtigen. Mit einbezogen werden müssten Politik, Kommunen, Landwirte, Handel und Verbraucher. 

Die Umweltpolitik verändern

Landwirte erhalten über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU Transferzahlungen. Diese Zahlungen orientieren sich vor allem an der Fläche. Sie sind unabhängig von der Art der Produktion, also nicht daran gekoppelt, ob die Bewirtschaftung etwas für das Gemeinwohl leistet. Außerdem fördert die EU freiwillige Umweltmaßnahmen. In der Stellungnahme kritisieren die Wissenschaftler, dass die Regelungen für die Landwirtschaft, die biologische Vielfalt nicht wirksam genug schützen. Sie fordern, dass sich die biodiversitätsfreundliche Bewirtschaftung für Landwirte lohnen muss. Der Schutz der biologischen Vielfalt müsse finanziell stärker gefördert werden.

Die Biologin Katrin Böhning-Gaese über die Agrarpolitik der EU: „Landwirte müssten für ihre Gemeinwohlleistung belohnt werden“.

 

Der Botaniker Thomas Borsch fordert Taten und Aufklärung: „Noch mehr Verlust können wir uns nicht leisten“.

Konsum und Lebensstil verändern

Gemeinden und Kommunen sollten in Verordnungen für Gärten, Grünanlagen und Gewerbegebieten eine biodiversitätsfreundliche Gestaltung vorgeben. Außerdem sollten Schutzgebiete vergrößert und besser vernetzt werden. Auch unser Fleischkonsum trägt zum Rückgang der Artenvielfalt bei, da Futtermittelanbau und Viehzucht große Flächen beanspruchen und extrem industrialisiert sind. Wissenschaftler sagen, dass eine geringere Produktivität durch eine Ernährungsumstellung ausgeglichen werden kann. Und der Handel kann zu einer größeren biologischen Vielfalt beitragen, indem Produkte aus regionaler biodiversitätsfreundlicher Produktion entsprechend gekennzeichnet werden.

In der Gesellschaft müsse aber auch das Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt gestärkt werden. Denn das Aussterben von Arten ist irreversibel und einzelne Arten sind nicht zu ersetzen. Um die Wirksamkeit von Maßnahmen zu überprüfen, fordern die Experten ein bundesweites und standardisiertes Monitoring. Der Schutz der Artenvielfalt ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Agrarbiologe Josef Settele über das Konsumverhalten: „Der große Wurf hat stark mit Konsum zu tun“.


Landschaftökologin Alexandra-Maria Klein über die Rolle der Verbraucher: „Wir müssen alle an uns arbeiten“.

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