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Ursachen und Folgen des Artenrückgangs

Ursachen und Folgen des Artenrückgangs

Bild: Adobe Stock / K. Thalhofer

Laut des Berichts des Weltbiodiversitätsrats ist die Hauptursache die veränderte Nutzung von Flächen. Dazu zählen die zunehmende Versiegelung, großflächige Bebauung, der Verlust der Strukturvielfalt der Landschaft und vor allem immer größere landwirtschaftliche Nutzflächen. Dazu kommt, dass sich die Landwirtschaft industrialisiert hat. Während Bauern früher kleine, abwechslungsreiche Felder bewirtschafteten, gibt es heute überwiegend Monokulturen mit ertragreichen, aber artenarmen Ackerbaukulturen.

 

Agrarbiologe Josef Settele ist Co-Vorsitzender des Weltbiodiversitätsrat: „Die Landwirtschaft ist allein aufgrund der Fläche ein wesentlicher Faktor”.

Rolle der Landwirtschaft

Große Ackerbauflächen verdrängen Baumreihen, Hecken, lose Steinmauern und Brachen. In der Folge fehlen Nistplätze, Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten für Wildtiere und Vögel.
Auf den Feldern stehen zudem effiziente Pflanzensorten, die auf hohe Erträge optimiert sind. Diese produzieren oft nur noch wenige Abwehrstoffe. Landwirte setzen deshalb vorbeugend und flächendeckend Dünger und Pestizide ein, wie etwa Glyphosat. Die Überdüngung erschwert Pflanzen und Insekten das Überleben, die nährstoffarme Böden brauchen.

 Die Biologin Katrin Böhning-Gaese über Ursachen des Artenrückgangs: „Es kommen viele Sachen zusammen“.

Ernährungssicherung kontra Naturschutz?

Die industrialisierte Landwirtschaft liefert aber auch in Deutschland Nahrungs- und Futtermittel. Und Produktionsentscheidungen der Landwirte orientieren sich weitgehend an internationalen Preisen und Marktmechanismen. Einige Wissenschaftler sagen, unsere Lebensweise und die Ernährung der Bevölkerung kann nur mit großen Produktionsflächen und modernen, effizienten Pflanzen aufrechterhalten werden. Für biologische Vielfalt existiert jedoch kein Marktwert. Der Artenschutz spielt im Markt keine Rolle. Die Arbeitsgruppe der Leopoldina fordert, dass Marktmechanismen und politische Rahmenbedingungen gefunden werden müssten, mit denen Landwirte auch zum Schutz der Biodiversität beitragen können.

Der Pflanzengenetiker Andreas Graner über Landwirtschaft und Naturschutz: „Wir müssen Rückzugsräume bereithalten“.


Die Biologin Katrin Böhning-Gaese zur Rolle unserer Ernährung: „Wir könnte mehr Menschen ernähren, wenn wir weniger Fleisch essen würden“.

Der Weltbiodiversitätsrat warnt vor unkalkulierbaren Folgen des Artenverlustes. Denn in Ökosystemen gibt es sogenannte Kipp-Punkte, an denen plötzliche und unumkehrbare Prozesse eintreten können. Die Prozesse und Folgen unterscheiden sich je nach Ökosystem,  Zeithorizont und Bewertungsmethode. Angesichts der Komplexität der Ökosysteme und der Wechselwirkung zwischen Arten und der Umwelt sind diese Kipp-Punkte für die Wissenschaftler schwer vorhersagbar.

Landschaftökologin Alexandra-Maria Klein über Kipp-Punkte in Ökosystemen: „Wir wissen nicht wann und wie, aber irgendetwas wird passieren“.   

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