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Energiewende 2030 – Schlüssel zum Klimaschutz in Europa

Energiewende 2030 – Schlüssel zum Klimaschutz in Europa

Illustration: Adobe Stock / © Fotoldee / © PikePicture

Mit dem European Green Deal hat die Europäische Union sich das Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu wirtschaften. Ein wichtiger Baustein ist eine Energiewende, die weg von der Nutzung fossiler Energieträger und hin zur Gewinnung und Nutzung erneuerbarer Energien führt. Denn im gegenwärtigen Energiesystem sind Treibhausgasemissionen der größte Treiber des Klimawandels. Damit die Energiewende gelingt, sind „No-regret“-Maßnahmen, die Einführung eines sektorenübergreifenden CO₂-Preises inklusive Mindestpreis sowie ein umfassender Infrastrukturumbau notwendig.

Effektiver Klimaschutz dient der Sicherung unserer Lebensgrundlagen: in Deutschland, in Europa, weltweit. Schon jetzt betreffen die Folgen des menschengemachten Klimawandels immer mehr Menschen und Ökosysteme direkt – zum Beispiel durch Extremwetterereignisse wie Dürren oder Orkane, Waldbrände oder einen sich beschleunigenden Meeresspiegelanstieg durch das Abschmelzen der Eisschilde. Indirekte Folgen des fortschreitenden Klimawandels sind beispielsweise der Verlust von Lebensraum, Biodiversität und letztlich die Migration von Menschen.

Ohne eine rasche Minderung der Treibhausgasemissionen und eine Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2 °C erhöht sich die Gefahr, dass der Klimawandel unbeherrschbare Ausmaße annimmt. Frühe und schnell steigende Investitionen in den Klimaschutz – vor allem in die Transformation des Energiesystems – ebnen den Übergang in eine klimaneutrale Gesellschaft.

Aufbruch der europäischen Klimapolitik

Die Herausforderungen der Klimaschutzpolitik müssen dabei vor dem Hintergrund der aktuell durch die Coronavirus-Pandemie verursachten Krise betrachtet werden. Für den Klimaschutz wird es entscheidend sein, dass die zur Bewältigung der Krise mobilisierten Finanzmittel im Einklang mit dem Erreichen der Ziele des Pariser Klimaübereinkommens investiert werden. Es gilt, politische, technologische und regulatorische Maßnahmen zu identifizieren, die im Verbund eine Energiewende ermöglichen, ohne Wirtschaft und Gesellschaft zu überfordern. Die völlige Umstellung der Energiesysteme mit dem Ziel der Treibhausgasneutralität bis Mitte des Jahrhunderts würde einen neuen Aufbruch der europäischen Klimapolitik bedeuten.

Im Jahr 2050 will die EU eine treibhausgasneutrale, ressourceneffiziente und weiterhin wirtschaftlich wettbewerbsfähige Gemeinschaft sein. Die Energiewende ist die Grundlage dieser Transformation. Sie ist eine Aufgabe, die große Innovationen und Investitionen in Infrastrukturen und Industrieanlagen erfordert. Investitionszeiträume im Energie- und Industriebereich betragen oft 30 bis 50 Jahre: Was heute gebaut wird, wird im Jahr 2050 noch in Betrieb sein.

Weichen auf drei Ebenen stellen

Für eine europäische Energiewende müssen auf politischer Ebene eine kohärente Strategie erarbeitet und gemeinsames Handeln vereinbart werden. Auf technologischer Ebene geht es darum, neue Technologien in der notwendigen Skalierung einzuführen und sie systemisch zu kombinieren. Auf regulatorischer Ebene gilt es, effektive und kosteneffiziente Anreizsysteme zu schaffen.

Die gemeinsamen Klimaschutzziele der EU lassen sich nur mit einer gemeinsamen klima- und energiepolitischen Strategie erreichen, die auf solidarisches und langfristig orientiertes Handeln setzt. Dies erfordert vertrauensvolle Abstimmungen und für alle transparente Entscheidungsprozesse, die einem gemeinsamen Vorgehen den Vorzug geben und die unterschiedlichen Voraussetzungen der Mitgliedstaaten berücksichtigen.

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