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Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz

KI – Künstliche Intelligenz prägt zunehmend unser Leben: Chatbots antworten im Hörsaal, Echtzeitsensoren steuern Fabriken, digitale OP-Techniken entlasten Chirurgen. Wirtschaft, Gesundheitswesen, Universitäten – alle suchen qualifizierte Fachkräfte, um den technologischen Umbruch zu gestalten. Aber was ist KI überhaupt, wo fängt sie an? Was kann sie leisten, was nicht? Wie ist, auch im internationalen Vergleich, der Forschungsstand? Und wie müssen wir als Gesellschaft handeln?

Was ist Künstliche Intelligenz?

Der Begriff „Künstliche Intelligenz“ ist derzeit schwer zu fassen. Geprägt in den 1950er Jahren bezeichnet er zunächst einmal allgemein alle maschinellen Tätigkeiten, die beim Menschen Intelligenz erfordern – und schon da zeigt sich eine markante Grenze: Bereits das Verständnis menschlicher Intelligenz ist nicht klar definiert.

Der britische Mathematiker Alan Turing skizzierte im Jahr 1950 eine Idee, Künstliche Intelligenz zu beschreiben: Ein Mensch sollte Gespräche mit zwei Gegenübern führen – davon eins ebenfalls ein Mensch und das andere ein technisches System. Im Vergleich der Konversationen, die allein per Tastatur und Bildschirm zu führen seien, müsste sich der Unterschied zwischen humaner und künstlicher Intelligenz zeigen, so seine Annahme. Inzwischen gilt der Turing-Test als ungeeignet, um diesen Unterschied zu klären – selbst wenn eine Software, ein Chatbot oder ein Avatar es schaffen würden, einen Menschen zu imitieren, würde das wenig darüber aussagen, ob Software, Chatbot oder Avatar humaner Intelligenz gleichkommen oder über diese verfügen.

Im Moment gibt es keinerlei Forschungsansätze, die zu einer „starken Künstlichen Intelligenz“ führen – das wäre ein System, das über kognitive Fähigkeiten vergleichbar denen des Menschen verfügt. Das also heute mit uns plaudert, das morgen zu ethischen Fragen publiziert und das übermorgen mathematische Modelle zur Beschreibung von Krebszellen entwirft. Die Systeme von heute verfügen über „schwache KI“, sie werden in klar bestimmten Gebieten eingesetzt und lösen bestimmte Probleme. Dort leisten sie teilweise Erstaunliches. So brachte es das Computerprogramm AlphaZero in strategischen Brettspielen wie Schach oder Go binnen kurzer Zeit zur Meisterschaft, nachdem zuvor nur die Regeln programmiert worden waren. In Millionen Spielen gegen sich selbst, ohne weitere menschliche Eingriffe, entwickelte das Programm eine Spielstärke, die weit über die eines Menschen hinausgeht.

In den Jahrzehnten zuvor war die KI-Forschung von großen Versprechungen und ebenso großen Enttäuschungen geprägt. Anfänglich wurden die Hoffnungen vor allem auf die „symbolische KI“ gesetzt, bei der logische Regeln sowie eine Wissensbasis programmiert werden. Doch alsbald zeigte sich, dass die Komplexität der Wirklichkeit unterschätzt worden und eine Anpassung an neue Erkenntnisse extrem umständlich war. Das läutete in den 1980er Jahren den „KI-Winter“, eine Periode nachlassender Forschungsintensität, ein.

Wenn heute von Künstlicher Intelligenz die Rede ist, dann sind fast ausschließlich künstliche neuronale Netze oder Netzwerke gemeint. Diese werden anhand von Datenmaterial und Lernregeln trainiert und so befähigt, vergleichsweise komplexe Aufgaben zu lösen. Doch auch wenn sich die Begrifflichkeit an biologischen Vorbildern orientiert, so hat bislang keines dieser neuronalen Netze Fähigkeiten entwickelt, die sich mit dem menschlichen Gehirn vergleichen lassen. Inzwischen wird diskutiert, ob diese Systeme allmählich an ihre Grenze gelangen. Insbesondere die Notwendigkeit, immer größere Datenmengen zu nutzen, die immer höhere Rechenleistungen erfordern, erschwert ihren Einsatz. Lernen Kleinkinder neue Begriffe oft durch ein oder zwei Beispiele, braucht ein künstliches neuronales Netz Tausende oder Millionen von Fotos, um einen Begriff von einer Katze oder einem Fußgänger zu entwickeln.

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