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Hidden Collections. Topografien frühneuzeitlicher Sammlungen (Halle, Leipzig, Dresden)

Kunst- und Naturalienkammern können als historische Grundlage moderner Museumskultur gelten. Seit dem 16. Jahrhundert sammelten Fürsten, wohlhabende Bürger und später auch Akademien Objekte, die den Wissensstand über die damals bekannte Welt repräsentierten. Mit den Raritäten und Kuriositäten stellten die Besitzer ihr Wissen ebenso zur Schau wie ihren Wohlstand.

Auch die Akademie der Naturforscher Leopoldina hatte über lange Jahrzehnte eine durchaus bedeutende Sammlung von Naturalien zusammengetragen, die allerdings beim Umzug der Akademie nach Bonn im Jahr 1818 verloren ging. Doch auch mehr als 20 Mitglieder der Leopoldina besaßen zum Teil sehr umfangreiche und international bedeutende Sammlungen.

Seit den 1990er Jahren wurden diese Sammlungen mit methodisch unterschiedlichen Herangehensweisen erforscht. Bislang wurden Kunst- und Naturalienkammern im europäischen Raum jedoch nicht systematisch identifiziert und katalogisiert. Die nachweisbaren – erhaltenen und nicht erhaltenen – Sammlungen werden nun erstmals einheitlich aufbereitet, schematisch eingeordnet und nach Möglichkeit rekonstruiert. Das Projekt hat eine Übersicht über die verschiedenen Varianten dieses Sammlungstyps zum Ziel und leistet damit Grundlagenforschung zur Geistes-, Kultur- und Wissenschaftsgeschichte der Frühen Neuzeit.

Das Forschungsprojekt wird zu gleichen Teilen von den Franckeschen Stiftungen zu Halle und dem Leopoldina-Zentrum für Wissenschaftsforschung finanziert und durchgeführt.

Weitere Informationen

Projektleitung
Prof. Dr. Holger Zaunstöck (Franckesche Stiftungen), Prof. Dr. Rainer Godel (Leopoldina)

Beteiligte Personen
Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke (Franckesche Stiftungen), Dr. Karsten Hommel, Dr. Anna-Marie Roos (Lincoln University/Royal Society)

Bearbeiterinnen
Dr. Theresa Witting, Jenny Brückner

Publikationen

Ordnen – Vernetzen – Vermitteln. Kunst- und Naturalienkammern der Frühen Neuzeit als Lehr- und Lernorte. Hrsg. von Eva Dolezel, Rainer Godel, Andreas Pečar und Holger Zaunstöck, Stuttgart (Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft) 2018 (= Acta Historica Leopoldina. Bd. 70)

Veranstaltungen

Early modern English and German collecting networks and practice: medicine and natural philosophy, Workshop im Leopoldina-Studienzentrum, Halle, 8.-9. Juni 2018

Topografien frühneuzeitlicher Sammlungen – historische Konturen und aktuelle Forschungen, Franckesche Stiftungen, Halle, 14. Juni 2017

Wissenschaftshistorisches Seminar „Der Anteil der Kunst an den Ordnungen der Dinge. Praxis und Tiefendimensionen einer wechselseitigen Beziehung“, Prof. Dr. Robert Felfe (Hamburg), Halle, 6. Oktober 2015

Leopoldina-Symposium: Die Ordnung der Dinge. Kunst- und Naturalienkammern als Lehr- und Lernorte in der Frühen Neuzeit, 5.-7. Oktober 2015 an der Leopoldina und den Franckeschen Stiftungen, gemeinsam mit dem Landesforschungsschwerpunkt „Aufklärung – Religion – Wissen“ der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

ANSPRECHPARTNER

Leopoldina

Ronja Steffensky

Assistentin des Zentrums für Wissenschaftsforschung, stellv. Gleichstellungsbeauftragte

Tel. 0345 - 47 239 - 118
Fax 0345 - 47 239 - 139
E-Mail ronja.steffensky @leopoldina.org