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Politikberatung im Alten Orient

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oder: Von Sinn und Unsinn der Prognostik. Leopoldina-Vorlesung von Prof. Dr. Stefan M. Maul, Mitglied der Leopoldina, im Rahmen des Symposiums der Klasse IV – Geistes-, Sozial- und Verhaltenswissenschaften

Datum: Mittwoch, 25. November 2015
Uhrzeit: 18:00 bis 19:00
Ort: Leopoldina, Jägerberg 1, 06108 Halle (Saale)

Im alten Mesopotamien wollten weder Herrscher noch Generäle wichtige Beschlüsse in die Tat umsetzen, ohne dass eigens darauf spezialisierte Fachleute deren Zukunftsfähigkeit geprüft und ihren sicheren Erfolg vorausgesagt hätten. Assyrer und Babylonier sowie deren Nachbarn in nah und fern hegten keine Zweifel daran, dass die dauerhafte wirtschaftliche, politische und militärische Überlegenheit des Zweistromlandes nicht zuletzt auf Umsicht und Können dieser Spezialisten zurückzuführen war.

Der Ruhm der altorientalischen Fachleute verbreitete sich im gesamten Mittelmeerraum. Auch im klassischen Griechenland und im antiken Rom wollte man angesichts ihrer Erfolge ohne den Rat von Sterndeutern und Opferschauern keine wichtigen politischen und militärischen Entscheidungen treffen.

Heute lassen Tausende von Keilschrifttexten das von wissenschaftlicher Systematik geprägte komplexe Lehrgebäude der altorientalischen Zukunftsschauer erkennen. Das Studium dieser Quellen erlaubt zum einen, eine Antwort auf die drängende Frage zu finden, wie es nur möglich war, dass eine auf der Beobachtung von Vorzeichen fußende Politikberatung dauerhaft stabile politische Verhältnisse beförderte. Zum anderen lädt das Beispiel der altorientalischen Wahrsagekunst dazu ein, über Möglichkeiten und Grenzen sowie Sinn und Unsinn prognostischer Verfahren nachzudenken.

Prof. Dr. Stefan M. Maul, Mitglied der Leopoldina

Stefan M. Maul ist seit 1995 Ordinarius für Altorientalistik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sowie seit 2012 Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität. Er ist Mitglied der Leopoldina, der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und korrespondierendes Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften. Für seine Forschungen wurde ihm 1995 der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis verliehen.

Weitere Informationen

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und steht allen Interessierten offen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kontakt

Claudia Brandt
Abteilung Wissenschaft – Politik – Gesellschaft
Tel.: 0345 / 472 39-865
E-Mail: claudia.brandt@leopoldina.org

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