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Wissenschaftshistorische Seminare

Arthur E. Haas: Vergessener Pionier der Quantentheorie und Kosmologie

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Bild: Spiralgalaxie NGC 3021. ESA/Hubble unter CC.BY 4.0 Lizenz https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ aus: https://esahubble.org/images/potw1513a/

Ein Vortrag im Wissenschaftshistorischen Seminar von Prof. Dr. Michael Wiescher (Notre Dame/USA)

Datum: Dienstag, 8. März 2022
Uhrzeit: 18:00
Ort: Online

Arthur E. Haas war ein österreichischer theoretischer Physiker, der aus einer erfolgreichen jüdischen Familie stammte. Er sah sich zunehmend mit dem aufkeimenden Antisemitismus in Österreich konfrontiert, der ihn zeitweise an der Fortsetzung seiner Universitätskarriere hinderte. Arthur E. Haas war der letzte Student Ludwig Boltzmanns, der heute vor allem für seine frühen Beiträge zur Quantenphysik bekannt ist.

In den 1920er Jahren wurde Haas zum erfolgreichen Autor von mehreren Lehrwerken und populärwissenschaftlichen Büchern der modernen Physik. In den frühen 1930er Jahren verlagerte er seinen Schwerpunkt von der Quantenphysik zur Kosmologie. Aufgrund der zunehmenden Feindseligkeit gegen Juden in der Wissenschaft emigrierte er 1935 von Österreich in die Vereinigten Staaten und akzeptierte 1936 auf Empfehlung von Albert Einstein eine Professur an der Universität von Notre Dame (USA). Dort setzte er seine Arbeiten zur Kosmologie fort und forschte zu möglichen Beziehungen zwischen der Masse des Universums und den verschiedenen kosmologischen Grundkonstanten. Ziel dabei war es, Konzepte für das frühe Universum zu entwickeln. Zusammen mit Georges Lemaître organisierte er 1938 die erste internationale Konferenz über Kosmologie, zu der mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Notre Dame kamen. Der Vortrag wird Haas' wissenschaftliche Interessen und Leistungen im Kontext seiner persönlichen und beruflichen Entwicklung diskutieren.

Michael Wiescher ist Freimann Professor for Physics und Direktor des Institute for Structure and Nuclear Astrophysics an der University of Notre Dame. Dort beschäftigt er sich mit Fragen der Elementsynthese in Sternen und stellaren Explosionen seit dem Big Bang als Beginn des Universums.

Es laden Sie herzlich ein:
Prof. Dr. Christina Brandt ML, Prof. Dr. Rainer Godel und Prof. Dr. Dieter Hoffmann ML

 

ML = Mitglied der Leopoldina

Weitere Informationen

Kontakt

Prof. Dr. Rainer Godel
Leiter des Zentrums für Wissenschaftsforschung
E-Mail: lzfw@leopoldina.org
Tel.: +49 (0)345 47 239 118