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Wissenschaftshistorische Seminare

A Biochemical Romance: Zur Annäherung der chemischen und biologischen Forschung in der Zwischenkriegszeit

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Bild: ©SozvezdieL, CC BY 4.0 via Wikimedia Commons

Ein Vortrag im Wissenschaftshistorischen Seminar von Dr. des. Caterina Schürch (München)

Datum: Dienstag, 7. Juni 2022
Uhrzeit: 18:00
Ort: Lesesaal, Emil-Abderhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale) und Online

Bereits 1907 wünschte sich Chemiker Emil Fischer, dass das Verhältnis der Organischen Chemie zur Biologie bald „wieder ebenso innig gestalten wird, wie es zu Zeiten von Liebig und Dumas gewesen ist“. Das Ziel: Die großen chemischen Geheimnisse des Lebens ergründen. Sein Wunsch wurde mit Beginn der 1930er Jahre mehr und mehr Wirklichkeit.

Für die Erforschung von Substanzen wie Hormonen und Vitaminen war die Chemie in der Zwischenkriegszeit auf die Expertise und die materiellen Ressourcen der Biologie angewiesen. Analog dazu lieferten Kreuzungsexperimente wertvolle Hinweise auf die sich in vivo abspielenden chemischen Syntheseprozesse. Biologinnen und Biologen wiederum interessierten sich für die chemischen Prozesse, die den biologischen Vorgängen zugrundeliegen. Diese gegenseitige Abhängigkeit brachte die Akteure dazu, über die Grenzen ihrer Disziplinen hinweg zusammenzuarbeiten.

So erforschte zum Beispiel der frisch promovierte Organiker Arie Jan Haagen-Smit in den 1930er Jahren zusammen mit dem Utrechter Botanischen Laboratorium das Wachstum von Haferkeimlingen. Auch der Professor für Organische Chemie Paul Karrer sprach 1932 zum 14. Internationalen Physiologen-Kongress in Rom über seine Forschung zu Carotinoiden und Vitamin A. Ein Jahr später arbeitete der Biologe George Wald in Karrers Labor an der Isolierung des Rhodopsins aus der Retina von Fröschen und Rindern. 1934 verlangte der berühmte Professor für Organische Chemie Robert Robinson beim 9. Kongress für reine und angewandte Chemie, dass Hypothesen zu Biosynthese-Wegen durch biochemische Studien gestützt werden. Er selbst kooperierte mit der Biochemikerin Rose Scott-Moncrieff, die wiederum mit den Genetikerinnen und Genetikern der John Innes Horticultural Institution zusammen arbeitete.

Caterina Schürch, Wissenschaftshistorikerin an der LMU München und derzeit EarlyPostdoc-Mobility-Stipendiatin des Schweizerischen Nationalfonds, diskutiert in ihrem Vortrag inhaltlische und methodische Gründe für die Annäherung von Organischer Chemie und Biologie. Ihre Forschungsschwerpunkte: Die disziplinenübergreifende Forschung an biochemischen und biophysikalischen Vorgängen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, und die Überlegungen Naturforschender des 18. und 19. Jahrhunders zum Einfluss der Elektrizität auf das Pflanzengedeihen.

Es laden Sie herzlich ein:
Prof. Dr Christina Brandt ML, Prof. Dr. Rainer Godel und Prof. Dr. Dieter Hoffmann ML

ML = Mitglied der Leopoldina

Weitere Informationen und Anmeldung

Die Veranstaltung richtet sich an alle fachlich Interessierten. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Die Veranstaltung wird auch online in einem Zoom-Meeting übertragen. Zur Einwahl per Telefon wenden Sie sich bitte an die untenstehende Kontaktadresse.

 

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Bei der Veranstaltung werden die gültigen Hygienekonzepte eingehalten.

Kontakt

Prof. Dr. Rainer Godel
Leiter des Zentrums für Wissenschaftsforschung
E-Mail: lzfw@leopoldina.org
Tel.: +49 (0)345 47 239 118