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Ursula M. Staudinger mit SENECA-Medaille geehrt

Die Entwicklungspsychologin Ursula M. Staudinger, Professorin für Sociomedical Sciences, Gründungsdirektorin des Columbia Aging Center an der Columbia University, New York, und Mitglied der Leopoldina (Vizepräsidentin 2007-2017), ist mit der SENECA-Medaille für Alternsforschung des Industrie-Clubs Düsseldorf ausgezeichnet worden. Die Ehrung, die ihr am 25. September 2017 überreicht wurde, würdigt Staudingers herausragende Forschungsleistungen, die zu wesentlichen neuen Erkenntnissen über das Zusammenspiel von biologischen, verhaltensbezogenen und gesellschaftlichen Mechanismen des Altwerdens geführt haben und zur Förderung eines gesunden, erfolgreichen Alterns beitragen.

Ursula M. Staudinger Forschungsinteresse gilt der Veränderbarkeit des Alternsprozesses und ihren Folgen für den demografischen Wandel. Vor dem Hintergrund einer Gesellschaft des längeren Lebens erforscht Ursula M. Staudinger die Potenziale des Alterns und untersucht dabei das Zusammenspiel von Produktivität und Altern bis hin zur Entwicklung von Lebenseinsicht, Lebensgestaltung und Weisheit über die Lebensspanne.

Die Arbeiten von Ursula M. Staudinger und ihrer Arbeitsgruppe zur positiven Plastizität des Alterns sind einzigartig hinsichtlich ihrer Interdisziplinarität sowie der Verbindung aus experimenteller Laborforschung und Erforschung der Alltagswirklichkeit anhand von Beobachtungsstudien. Psychologisch-verhaltenswissenschaftliche Ansätze verbindet sie mit neuro- und lebenswissenschaftlichen Paradigmen genauso wie mit soziologischen und ökonomisch-demographischen Perspektiven. Sie hat in eindrucksvoller Weise nachgewiesen, wie sensitiv Alternsverläufe auf Umwelteinflüsse reagieren.

Staudinger studierte Psychologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und an der Clark University, Worcester (USA). 1988 wurde sie an der Freien Universität Berlin in Psychologie promoviert und leitete von 1992 bis 1999 eine Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. 1997 habilitierte sie sich an der Freien Universität Berlin. 1999 wurde sie auf die Professur für Entwicklungspsychologie der Lebensspanne an der TU Dresden berufen. Von 2003 bis 2013 war sie Professorin für Psychologie sowie Dekanin und Vizepräsidentin an der Jacobs University Bremen. Seit 2013 ist Staudinger Gründungsdirektorin des Columbia Aging Center an der Columbia University, New York (USA) und hat die Robert N. Butler Professur in Sociomedical Sciences sowie eine Professur für Psychologie inne.

Ursula M. Staudinger ist seit 2002 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Psychologie und Kognitionswissenschaften, ist die Ko-Sprecherin der Wissenschaftlichen Kommission „Demografischer Wandel“ und war von 2007 bis 2017 Vizepräsidentin und Foreign Secretary der Akademie. Sie war u. a. Ko-Sprecherin der Akademiengruppe „Altern in Deutschland“ und Mitglied der Arbeitsgruppe „Zukunft mit Kindern“, die Empfehlungen für Gesellschaft und Politik erarbeitet haben.

Die SENECA-Medaille des Industrie-Clubs für Alternsforschung wird seit 2008 alle zwei Jahre vergeben und ist mit 20.000 Euro dotiert. Zu den früheren Preisträger der Seneca Medaille zählen zum Beispiel Leopoldina-Mitgied James Vaupel (2009) sowie George Martin (2011).

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