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Pressemitteilung | Donnerstag, 22. September 2011

„Was ist Leben?“– Leopoldina-Jahresversammlung beginnt in Halle

Die dreitägige Jahresversammlung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zum Thema „Was ist Leben?“ wird soeben im Kongress- und Kulturzentrum in Halle (Saale) eröffnet. Sie setzt am heutigen Tag Schwerpunkte bei den Themen „Herkunft des Lebens“ sowie „Elementare Lebensprozesse – Synthetisches Leben“. Am Vormittag werden herausragende Wissenschaftler mit Auszeichnungen geehrt. Am Nachmittag sprechen Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff.

Die Teilnehmer der Leopoldina-Jahresversammlung diskutieren in insgesamt 20 Vorträgen die Frage nach dem Leben und schlagen dabei eine Brücke zwischen den Natur-, Geistes- und Lebenswissenschaften. Für den Präsidenten der Leopoldina, Professor Jörg Hacker, ist ein fächerübergreifender Ansatz wichtig. Naturwissenschaftliche Kriterien, wie ein eigenständiger Stoffwechsel oder die Fähigkeit zur Vermehrung, könnten organisches Lebens beschreiben, aber nicht abschließend erklären: „Hier spielen Fragen der Verantwortung und der Selbstreflexion mit hinein.“

Beispiele dafür sind der Vortrag der israelischen Chemie-Nobelpreisträgerin Professorin Ada E. Yonath (2009), die am heutigen Freitag, 16.00 Uhr, über Ribosomen als Fabriken des Lebens spricht, und die zwei Vorträge, die sich an die breite Öffentlichkeit richten: Am Abend um 20.00 Uhr spricht die Medizin-Nobelpreisträgerin Professorin Christiane Nüsslein-Volhard (1995) „Zur Evolution der Schönheit“ und erklärt, wie sich ein Zebrafisch aus Stammzellen entwickelt. Der Theologe Professor Richard Schröder gibt im Abschlussvortrag der Jahresversammlung am Sonntag, 25. September, 11.45 Uhr, Antworten auf die ethisch und politisch kontrovers diskutierte Frage „Ab wann ist der Mensch ein Mensch?“.

„Das Zusammenführen verschiedener wissenschaftlicher Ansätze sowie deren Diskussion und Bewertung sind eine wichtige Aufgabe der Leopoldina als Nationalakademie“, so Leopoldina-Präsident Hacker. „Viele Forschungsergebnisse aus den Lebenswissenschaften, etwa die Möglichkeiten der prädiktiven genetischen Diagnostik oder der Personalisierten Medizin, machen diese Arbeit der Wissenschaftsakademien für eine gesellschaftliche und politische Diskussion in Deutschland notwendig.“ Die Leopoldina erarbeitet mit der Expertise herausragender Wissenschaftler interdisziplinäre Stellungnahmen zu aktuellen Themen und habe als Nationalakademie eine besondere Rolle: „Ich bin der Meinung, dass derjenige, der A – wie Akademien mit nationalem Anspruch – sagt, auch B – wie Beratung von Gesellschaft und Politik – sagen muss.“ Das schließe auch die Abwägung ethischer Fragestellungen mit ein.

Im Jahr 2011 hat die Leopoldina Stellungnahmen zur Methode der Präimplantationsdiagnostik (PID) sowie zur Energiepolitik und Energieforschung nach den Ereignissen im japanischen Fukushima vorgelegt. Viele weitere aktuelle Themen werden zurzeit in den Arbeitsgruppen der Akademie bearbeitet: „Das ist wichtig, gerade in Zeiten, in denen Unsicherheiten zunehmen und komplexe Fragestellungen, von der Bekämpfung akuter Infektionen über Probleme der Geldmärkte bis hin zu bildungspolitischen Themen differenzierte Antworten verlangen“, so der Präsident.

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