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Pressemitteilung | Mittwoch, 4. September 2013

Leopoldina verleiht zwei Wissenschaftlern die Carus-Medaille

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina würdigt die herausragenden Forschungsarbeiten des Göttinger Physikers Stefan W. Hell und der Rechtswissenschaftlerin Giesela Rühl, Jena, mit den diesjährigen Carus-Medaillen. Die Auszeichnungen werden im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Leopoldina-Jahresversammlung am Freitag, 20. September 2013, in Halle (Saale) überreicht.

Prof. Dr. Stefan W. Hell (Jahrgang 1962)  ist der Entwickler des ersten mikroskopischen Verfahrens, mit dem man mit fokussiertem Licht Auflösungen weit unterhalb der Lichtwellenlänge erzielen kann. Für die biomedizinische Forschung ist diese Entdeckung von großer Bedeutung, weil Lichtmikroskopie bislang das einzige Verfahren ist, mit dem man in einer lebenden Zelle und in Gewebe die räumliche Organisation und Dynamik von Molekülen erfassen kann.  Stefan W. Hell studierte in Heidelberg und wurde dort im Fach Physik promoviert. Schon in seiner Dissertation befasste sich der Wissenschaftler mit Mikroskopie. Ab 1991 arbeitete er am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg und an der Universität Turku in Finnland an der Frage, wie lichtmikroskopische Auflösungen im Nanometerbereich zu erreichen sind. Bis dahin galt die Annahme, dass die Auflösung dieser Mikroskope auf die halbe Lichtwellenlänge (200-400 Nanometer) begrenzt ist. Gleichartige Objekte, die näher beieinander liegen, können im Bild nicht mehr unterschieden werden. Mit der Entwicklung der sogenannten „Stimulated Emission Depletion“, kurz STED-Mikroskopie, widerlegte Hell diese Annahme. Seit 2002 ist der Wissenschaftler Mitglied und Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen. Zudem leitet er seit 2003 die Abteilung „Optische Nanoskopie“ am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Für seine wissenschaftlichen Verdienste wurde Hell mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und den Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft. Seit 2013 ist er Mitglied der Leopoldina in der Sektion Physik.

Prof. Dr. Giesela Rühl, LL.M. (Berkeley) (Jahrgang 1974) beschäftigt sich mit den Herausforderungen, die Globalisierung und europäische Integration für das Recht bedeuten. Sie untersucht, wie sich das Spannungsverhältnis zwischen global vernetzten Gesellschaften und national geltendem Recht auflösen lässt. Ihr besonderes Augenmerkt gilt dabei dem Internationalen und Europäischen Privatrecht. Beide Rechtsgebiete untersucht sie unter anderem aus rechtsvergleichender und rechtsökonomischer Perspektive. Giesela Rühl hat an den Universitäten Bonn und Lausanne Rechtswissenschaft studiert und im Anschluss an der University of California (Berkeley) einen Master of Laws (LL.M.) erworben. Promoviert wurde sie an der Universität Hamburg mit einer rechtsvergleichenden, von der Max-Planck-Gesellschaft mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichneten Arbeit zur Harmonisierung des Versicherungsver¬tragsrechts in Europa. Nach Forschungsaufenthalten an der Harvard Law School (USA), der University of Cambridge (England) und dem Europäischen Hochschulinstitut (Italien) habilitierte sie sich 2010 an der Universität Hamburg. Gegenstand ihrer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Habilitationsschrift waren die ökonomischen Grundlagen des Internationalen Privatrechts. Im gleichen Jahr wurde Giesela Rühl zur Professorin für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, Internationales Privat- und Prozessrecht, Europäisches Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena berufen. Ebenfalls seit 2010 ist sie Mitglied der Jungen Akademie.

Die Carus-Medaille wurde anlässlich des 50. Professorenjubiläums des XIII. Präsidenten der Leopoldina, Carl Gustav Carus (1789-1869), gestiftet und erstmals im Jahr 1896 vergeben. Seit 1961 ist sie mit dem von der Stadt Schweinfurt ─  Gründungsort der Leopoldina ─ gestifteten Carus-Preis verbunden. Die Carus-Medaille würdigt bedeutende wissenschaftliche Entdeckungen oder Forschungsleistungen jüngerer Wissenschaftler auf einem in der Leopoldina vertretenen Gebiet. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Jacques Monod (1965), Christiane Nüsslein-Volhard (1989), die 1995 den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie erhielt, und Leopoldina-Präsident Jörg Hacker (2001).

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