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Pressemitteilung | Donnerstag, 20. Juli 2017

Westbalkankonferenz schafft neue internationale Institution zur Förderung junger Wissenschaftler

Gemeinsame Pressemitteilung
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
Académie des sciences – Institut de France

Auf Empfehlung der „Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz“, die unter Federführung der deutschen Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der französischen Académie des sciences am 15. Juni in Paris stattfand, beschloss die Westbalkankonferenz der Staats- und Regierungschefs am 12. Juli in Triest die Gründung einer Stiftung zur Förderung junger Wissenschaftler auf dem Balkan. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz ist Teil des von Bundeskanzlerin Angela Merkel initiierten „Westbalkan-Prozesses/Berliner-Prozesses“, der die Länder des Balkans näher an die Europäische Union heranführen soll.

An der Pariser Konferenz nahmen Wissenschaftler sowie Vertreter von Wissenschaftsakademien, Rektorenkonferenzen und weiteren Institutionen aus 13 Ländern des Westbalkan-Prozesses teil. Sie diskutierten Strategien für die Verbesserung der Wissenschaftssysteme und die Schaffung von Wachstum durch Bildung, Forschung und Entwicklung in Südosteuropa. Im Zentrum der Gespräche standen Überlegungen, wie junge Wissenschaftler im Westbalkan gefördert werden können, um damit den „Brain Drain“ – die Abwanderung qualifizierter Wissenschaftler und Fachkräfte – zu verringern und gleichzeitig Strukturen für wissenschaftliche Exzellenz in der Region aufzubauen und die Zusammenarbeit mit Kollegen aus der EU zu verbessern.

Ergebnis der Konferenz war eine Stellungnahme, die als unabhängige Empfehlung für politische Entscheidungsträger dienen soll. Darin wird die Gründung einer internationalen Stiftung vorgeschlagen, die Zuschüsse in Form von Grants an herausragende junge Wissenschaftler vergeben soll, um Forschungslabore- und Teams in den Balkanländern in fünf bis sieben Jahren aufzubauen. Die Grants sollen unabhängig von Herkunft und Fach und ausschließlich nach Qualitätskriterien vergeben werden. Die Staats- und Regierungschefs haben die Einrichtung der Stiftung am 12. Juli, wie von der Wissenschaft vorgeschlagen, beschlossen. Sie soll unter Federführung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Westbalkan-Prozesses aufgebaut werden.

Die gemeinsame Abschlusserklärung der Wissenschaftskonferenz und weitere Informationen über die wissenschaftsbasierte Beratung des Prozesses können auf der Website der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Westbalkan-Prozesses eingesehen werden.

Am Westbalkan-Prozess sind die EU-Mitgliedsstaaten Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien, Kroatien, Slowenien, das Vereinigte Königreich und die sechs Westbalkanländer – Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, EJR Mazedonien, Montenegro und Serbien – sowie die Europäische Kommission beteiligt. Zu den Zielen der Initiative gehören die Heranführung der Westbalkan-Länder an die Europäische Union, die Intensivierung des EU-Beitrittsprozesses sowie die Stärkung der regionalen Zusammenarbeit in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Für den Themenbereich Wissenschaft und Gesellschaft hat die Leopoldina auf Anregung der deutschen Bundesregierung die Federführung übernommen.

ANSPRECHPARTNER

Leopoldina

Caroline Wichmann

Leiterin der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel. 0345 - 472 39 - 800
Fax 0345 - 472 39 - 809
E-Mail caroline.wichmann @leopoldina.org

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