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Fishbowl-Diskussion „Was darf die Wissenschaft? Forschung zwischen Freiheit und Verantwortung”

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Interaktive Diskussion im Rahmen der Leopoldina-Nacht in der Langen Nacht der Wissenschaften in Halle 2012. Gemeinsame Veranstaltung der Reihe „Wissenschaft kontrovers” der Leopoldina mit Wissenschaft im Dialog (WiD) und dem Haus der Wissenschaft Braunschweig.

Datum: Freitag, 6. Juli 2012
Uhrzeit: 21:00 bis 22:30
Ort: Leopoldina, Jägerberg 1, 06108 Halle (Saale)

Nachhaltige Entwicklung ist nicht nur ein Thema der angewandten Forschung, sondern es betrifft auch die gesellschaftliche Akzeptanz und die politische Bedeutung der Wissenschaft insgesamt. Denn Wissenschaft und Forschung haben immer auch eine die fachliche Ebene überschreitende Dimension: Dürfen Wissenschaftler etwa ein Vogelgrippe-Virus im Labor so verändern, dass es eine Bedrohung für den Menschen darstellt? Müssen sie ihre Forschungsergebnisse geheim halten, um Bioterrorismus keinen Vorschub zu leisten, oder gebietet die Freiheit der Wissenschaft ebenso wie die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft auch in einem solchen Fall die Veröffentlichung? Dürfen Regierungen die Veröffentlichung wegen möglicher Gefahren verbieten, oder verletzen sie damit das Grundrecht auf Zensurfreiheit, das für die Wissenschaft besonders wichtig ist? Diese Fragen sorgten zur Jahreswende 2011/12 für weltweites Aufsehen in den Medien.

Ein anderes Beispiel für Chancen und Risiken der Wissenschaftsfreiheit ist die „Grüne Gentechnik“, die auch im Bundesland Sachsen-Anhalt seit einigen Jahren kontrovers diskutiert wird. Dürfen Forscher, sei es mit dem Ziel nachhaltig verlässlicher Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung, sei es im Sinne der Grundlagenforschung, Organismen genetisch manipulieren und Versuchsfelder anlegen, oder ist dies ein unzulässiger und potentiell gefährlicher Eingriff in die Abläufe der Evolution?

Im Grundgesetz (Art. 5 Abs. 3) ist die Freiheit der Wissenschaft als bürgerliches Grundrecht verbrieft. Zugleich sehen Forschungsorganisationen selbst die Problematik dieser Freiheit, etwa im „Dual Use-Codex“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Abwägung der Wissenschaftsfreiheit gegenüber den Risiken von Forschungsergebnissen, die zur Herstellung von Waffen missbraucht werden können. Braucht die Wissenschaft für diese Balance zwischen Freiheit und Verantwortung einen Rahmen aus ethischen Standards, der mit unterschiedlichen gesellschaftlichen und religiösen Überzeugungen abgeglichen und immer wieder überprüft werden muss? Wie soll ein solcher Rahmen aussehen, und wer soll an der Formulierung beteiligt sein?

Diskutieren Sie diese Fragen zur Wissenschaft zwischen Wissenschaftsfreiheit und gesellschaftlicher Verantwortung gemeinsam mit Fachleuten aus Wissenschaft, Politik und den Medien.

Expertinnen und Experten auf dem Podium

  • Prof. Dr. Jörg Hacker, Mikrobiologe und Präsident der Leopoldina
  • Prof. Dr. Klaus Tanner, Theologe, Ethiker und Leopoldina-Mitglied
  • Prof. Dr. Claudia Dalbert (MdL), Psychologin und Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Grüne im Landtag von Sachsen-Anhalt
  • Dr. Christina Berndt, Redaktion Wissenschaft der Süddeutschen Zeitung
  • Moderation: Dr. Carsten Könneker, Chefredakteur des Wissenschaftsmagazins „Spektrum der Wissenschaft“

Fishbowl

Eine Fishbowl-Diskussion ist ein Gesprächsformat, das jedem Teilnehmer ermöglicht, sich mit seiner Meinung durch einen Platzwechsel einzubringen. In der Mitte der Publikumsrunde, im „Goldfischglas”, diskutieren Experten. Möchte ein Zuschauer etwas zur Diskussion beitragen, kann er einen von zwei freien Plätzen zwischen den Experten einnehmen.

Wissenschaft kontrovers

Themen wie Klimawandel, Finanzwirtschaft oder seltene Rohstoffe stehen für Kontroversen in der Nachhaltigkeitsforschung und auch für gesellschaftliche Konflikte. In der Diskussion solcher Themen sind häufig die moralisch-ethischen Argumente ähnlich bedeutsam wie die wissenschaftlichen. Im Wissenschaftsjahr 2012 - Zukunftsprojekt Erde organisiert Wissenschaft im Dialog (WiD) gemeinsam mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und dem Haus der Wissenschaft Braunschweig bundesweit Dialogveranstaltungen mit interaktiven Diskussionsformaten, zum Beispiel dem Fishbowl.

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