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Wissenschaftshistorische Seminare

Zeitschichten und Erwartungshorizont. Zukunftskonzepte in den Life Sciences 1950-1980

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Ein Vortrag im Wissenschaftshistorischen Seminar von Prof. Dr. Christina Brandt (Jena)

Datum: Dienstag, 7. Mai 2019
Uhrzeit: 18:00
Ort: Lesesaal des Leopoldina-Zentrums für Wissenschaftsforschung, Emil-Abderhalden-Straße 36, 06108 Halle (Saale)

Der Vortrag geht der öffentlichen Diskussion über die zukünftigen Auswirkungen der modernen Biowissenschaften in den 1960er und 1970er Jahren (vor allem in den USA, aber auch in Westdeutschland) nach. Entwicklungen in der Gen-, Klon- und Reproduktionsforschung haben in diesen Jahrzehnten nicht nur grundlegend die biowissenschaftliche Forschungslandschaft verändert, sondern sie wurden vor allem zum kontroversen Kristallisationspunkt einer weiträumigen Debatte, in der allgemein die gesellschaftliche Rolle von Naturwissenschaft und Technik in modernen Gesellschaften verhandelt wurde.

Der Vortrag analysiert die verschiedenen Zukunftsentwürfe und Erwartungshorizonte, die im Feld der Wissenschaften, der medialen und wissenschaftspolitischen Auseinandersetzung mit den Life Sciences formuliert wurden und untersucht darüber hinaus, welche imaginierten Zukünfte in der Populärkultur durch die neuen Biotechnologien befördert wurden.

Während die Entwicklungen in den 1950er und 1960er Jahren oft von technikoptimistischen Zukunftsvisionen begleitet wurden, begannen in den 1970er und frühen 1980er Jahren pessimistische Einschätzungen zu dominieren. Diese Wende wurde von politischen Ideen von Prävention und Antizipation zukünftiger Wissens- und Technikbestände flankiert.

Es wird die These diskutiert, dass sich in diesen Debatten zu den Life Sciences ein Konzept von ‚Zukunft’ herausschält, dass eine ‚offene’ Kategorie von Zukunft auflöste und diese nicht mehr als andersartigen, unvorhersagbaren oder zeitlich entfernten Zeithorizont, sondern als antizipierbare Verlängerung der Gegenwart konzipierte.

Nachdem der Vortrag von Frau Brandt im vergangenen Oktober leider ausfallen musste, freuen wir uns nun sehr, ihn am 7. Mai 2019 nachholen zu können. Prof. Dr. Rainer Godel und Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Dieter Hoffmann laden Sie herzlich ein.

Foto: Louis Reed/Unsplash

WEITERE INFORMATIONEN UND ANMELDUNG

Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

KONTAKT

Prof. Dr. Rainer Godel
Leiter des Leopoldina-Zentrums für Wissenschaftsforschung
E-Mail: rainer.godel@leopoldina.org
Tel.: 0345 / 47 239 -115