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Symposien

From von Humboldt into the Anthropocene

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Gemeinsames Symposium der Leopoldina mit der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung und dem Institut für Geowissenschaften der Universität Potsdam

Datum: Donnerstag, 20. bis Freitag, 21. Juni 2019
Ort: Leopoldina, Jägerberg 1, 06108 Halle (Saale)

Die Erdsystemforschung braucht ein interdisziplinäres Umfeld – das ist die zentrale Erkenntnis des internationalen Symposiums „From von Humboldt into the Anthropocene“, das vom 20. bis 21. Juni 2019 in Halle (Saale) stattfand. Ausrichter waren die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Universität Potsdam und das DFG-Graduiertenkolleg StRATEGy. Ziel war es, anlässlich des 250. Geburtstages von Alexander von Humboldt dessen Beitrag zu den verschiedenen Disziplinen der Erdwissenschaften und der Gesellschaftswissenschaften neu zu bewerten. Zudem wurden die Ideen des Universlagelehrten für das lebenslange Lernen und die Verbreitung von Wissen diskutiert.

Das Symposium wurde mit einem Abendvortrag der deutsch-britischen Kulturhistorikerin und Humboldt-Biografin Andrea Wulf eingeleitet. Anschließend analysierten und diskutieren über 120 Gäste aus aller Welt zu Humboldts Einfluss auf die moderne Erdsystemforschung. Bei den Diskussionen wurde von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterstrichen, dass die aktuellen Anforderungen an die Erd- und Umweltwissenschaften ohne interdisziplinäre Forschung und effiziente Kommunikation kaum erfüllt werden können. Alexander von Humboldt war einer der ersten Wissenschaftler, der diesen Ansatz konsequent verfolgte.

Nahezu alle Forschungsfelder der modernen Erd- und Umweltwissenschaften hat Alexander von Humboldt bereits bedacht und angesprochen: von der Biogeographie über Klimatologie, Stratigraphie, Paläontologie und Ozeanographie bis zur Geobotanik oder Hydrologie. All diese Forschungsfelder verstand Humboldt als Teile einer ganzheitlichen Erd- und Umweltwissenschaft. Deshalb beobachtete er auch den Einfluss des Menschen auf die Umwelt, auf klimatische Veränderungen und Erosionsprozesse und widmete sich dem Wissenstransfer und der Kommunikation relevanten Wissens. Humboldt ebnete den Weg zu einem integrativen Ansatz der Erforschung des Systems Erde, der heute mehr denn je notwendig ist, um die im Erdsystem aktiven Kräfte und Prozesse zu verstehen, zu charakterisieren und zu modellieren. Humboldt förderte zudem zahlreiche Nachwuchsforscher in ganz Europa generös. Damit legte er den Grundstein für Wissenschaftlerkarrieren wie die des Schweizer Geoforschers Louis Agassiz, der nach seiner von Humboldt finanziell unterstützten Übersiedlung in die USA bahnbrechende Eiszeitstudien an der Harvard University durchführte.

Die Teilnehmenden des Symposiums unterstrichen, dass sich seit den integrativen Studien von Alexander von Humboldt in Europa, Südamerika und Zentralasien die Erd- und Umweltwissenschaften mit beeindruckendem Tempo weiterentwickelt haben. Sowohl durch technologische Fortschritte als auch durch zunehmende Spezialisierungen entstand eine heterogene, in viele Fachdisziplinen unterteilte Wissenslandschaft. Zugleich haben sich erd- und umweltwissenschaftliche Themen als zentrale Aspekte der öffentlichen Wahrnehmung und der politischen Agenda etabliert und finden sich oft in regionalen, nationalen und internationalen Entwicklungskonzepten wieder. Dies ist maßgeblich ausgelöst durch die steigenden Umweltbelastungen, den Klimawandel und den andauernden Wettkampf um natürliche Ressourcen, mit denen zudem eine wachsende Anfälligkeit der Gesellschaft für natürliche Extremereignisse einhergeht.

Vor diesem Hintergrund kann die integrative Erdsystemforschung einen wichtigen Beitrag zum Diskurs über zukunftsorientierte Umweltstrategien und gesellschaftliche Entwicklungen leisten. Dies gilt sowohl in Bezug auf unsere Anpassung an den globalen Wandel der natürlichen Umwelt als auch in Bezug auf unseren Einfluss auf diesen Wandel. Alexander von Humboldt nahm viele dieser Erkenntnisse in seinen Werken vorweg. So ist Humboldt heute aktueller denn je, auch und gerade in der wissenschaftlichen Arbeit.

Ansprechpartner:
Prof. Manfred Strecker und Dr. Simon Schneider, Institut für Geowissenschaften, Universität Potsdam

Bild: Peter H. Raven Library/Missouri Botanical Garden

Weitere Informationen

Die Veranstaltung richtet sich an Fachpublikum. Die Veranstaltungssprache ist Englisch.

Kontakt

Dr. Simon Schneider
Institut für Geowissenschaften, Universität Potsdam
Karl-Liebknecht-Str. 24-25, Haus 27
14476 Potsdam
Tel.: +49 (0)331 977 5694
E-Mail: humboldt@geo.uni-potsdam.de

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