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Goethe als Mitglied der Leopoldina

Goethe als Mitglied der Leopoldina

Goethe-Büste aus dem Leopoldina-Archiv, Foto: David Ausserhofer/Leopoldina

Naturwissenschaftliche Studien nahmen in Goethes Leben und Werk einen großen Raum ein. Ausgehend von praktischen Absichten im Zusammenhang mit seinen Amtsgeschäften wurde ihm die Beschäftigung mit der Natur im Laufe seines Lebens ein wichtiges Mittel zur Erkenntnis der Welt. Der Einfluss der Naturstudien auf Goethes Denken und Handeln fand seinen künstlerischen Ausdruck vor allem in seinem poetischen Werk.

Gleiche Anerkennung wie dem Dichter Goethe wurde dem Naturforscher und Verfasser naturwissenschaftlicher Schriften zu Lebzeiten nicht zuteil. Die Fachleute seiner Zeit sahen in ihm nur den Amateur, der mit unzureichend begründeten Ideen gegen anerkannte Grundsätze auftrat. Erst Vertreter der jüngeren, unter dem Einfluss der deutschen Naturphilosophie stehenden Generation von Naturforschern würdigten Goethes Leistungen.

Zu diesen gehörte der Botaniker Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck (1776-1858), seit 1818 Präsident der Leopoldina. Goethe war unter den ersten in Nees von Esenbecks Amtszeit gewählten Mitgliedern der Akademie. Er erhielt das Cognomen Arion IV (Diplom vom 26. August 1818). Auch die beiden folgenden Präsidenten hatten zu Goethe in persönlicher Beziehung gestanden. Dietrich Georg Kieser (Präsident von 1858 bis 1862), seit 1812 Professor der Medizin in Jena, ist mehrmals bei Goethe zu Gast gewesen. Mit dem Arzt und Maler Carl Gustav Carus (Präsident von 1862 bis 1869) hatte Goethe einen Briefwechsel über naturwissenschaftliche und künstlerische Fragen unterhalten. In der 1843 gedruckten Schrift „Goethe. Zu dessen näherem Verständnis“ charakteriserte Carus den Anteil der Naturforschung an Goethes Gesamtwerk.

Literaturhinweis:    
Berg, Wieland: Arion IV. – Goethe als Mitglied der Leopoldina. In: Salve Academicum II. Beiträge zur Geschichte der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Schweinfurt 1991. (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Schweinfurt ; 5) S. 109-126

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