Cecil Frank Powell (✝︎)

Nobel Prize for Physics 1950

  • Section Physics
  • Location Bristol, United Kingdom
  • Election year 1964

Research

Cecil Frank Powell war ein britischer Physiker. Er entwickelte grundlegende Experimente auf dem Gebiet der Kernphysik. Zudem untersuchte er die Höhenstrahlung. Für die Entwicklung der fotografischen Methode zur Untersuchung von Kernvorgängen sowie für die Entdeckung der Mesonen wurde er 1950 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

Cecil Frank Powell kam am 5. Dezember 1903 als Sohn des Waffenschmieds Frank Powell und seiner Frau Elizabeth Caroline in Tonbridge in der Grafschaft Kent zur Welt. Powell besuchte zunächst die Judd High School in seiner Geburtsstadt Tonbridge (Kent). 1932 heiratete er Isobel Therese Artner. Das Paar bekam zwei Töchter.
Powell war politisch aktiv. Er gehörte im Jahr 1955 zu den zehn namhaften Wissenschaftlern, die das Russel-Einstein-Manifest unterzeichneten. Dieses Dokument macht auf die Folgen eines Einsatzes von Kernwaffen aufmerksam und wurde Grundlage für die Pugwash-Bewegung, die Powell maßgeblich unterstützte.
Powell starb am 9. August 1969 in Bellano am Comer See an einem Herzinfarkt, den er während einer Wanderung mit Freunden in den italienischen Alpen erlitten hatte. In der Nähe der Stelle seines Todes wurde später eine Bank mit einer Erinnerungstafel zu seinen Ehren aufgestellt. Nach ihm ist die Cecil F. Powell Memorial Medal benannt, die von der Europan Physical Society vergeben wird.

 

Cecil Powell besuchte von 1922 bis 1925 das Sidney Sussex College in Cambridge, das er mit dem akademischen Grad eines Bachelor of Science in den Naturwissenschaften abschloss. Im Anschluss war er als Research Student unter Ernest Rutherford am Cavendish Laboratory der University of Cambridge tätig. 1927 wurde er dort im Fach Physik promoviert. Er beschäftigte er sich unter anderem mit dem Phänomen der Kondensation. 
Danach ging er als Dozent für Physik an die University of Bristol. 1935 nahm er an einer von der Royal Society und dem Colonial Office (Kolonieamt der britischen Administration) organisierten Expedition zu den westindischen Inseln teil, die sich zur Aufgabe gemacht hatte, die seismischen und vulkanischen Aktivitäten in Montserrat zu untersuchen. Powells Aufgabe war es, einen mitgeführten Seismografen zu bedienen.
Ab 1938 beschäftigte er sich in Bristol mit kosmischer Strahlung. 1948 wurde er dort zum Melville Wills Professor of Physics ernannt. 1964 übernahm er zudem die Leitung des Wills Physics Laboratory an der University of Bristol. 
1952 war er Direktor des europäischen Programms zur Höhenforschung mit Ballonflügen auf der Insel Sardinien, später dann, 1954, 1955 und 1957 in der Po-Tiefebene sowie 1961 in Süditalien. Außerdem war er von 1961 bis 1963 im wissenschaftlichen Beratungsgremium des CERN in Genf tätig.

 

Für seine Arbeit erhielt Powell zahlreiche weitere Auszeichnungen, darunter den Vernon Boys Prize der Physical Society of London (1947), Hughes Medal der Royal Society (1949), Royal Medal der Royal Society (1961), Lomonossow-Goldmedaille der Akademie der Wissenschaften der UdSSR (1967). 
Powell war Mitglied vieler wissenschaftlicher Akademien und Einrichtungen, darunter der Royal Society (1949), Akademie der Wissenschaften der UdSSR, World Federation of Scientific Workers sowie der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (1964). Zahlreiche Universitäten verliehen ihm die Ehrendoktorwürde, darunter die in Berlin, Bordeaux, Dublin, Padua und Warschau.

 

1947 entdeckte Powell in seinem Labor an der University of Bristol die Pi-Mesonen in kosmischer Strahlung. Dabei handelt es sich um Teilchen, die schwerer als Elektronen, aber leichter als Protonen sind. Aus diesem Umstand leitete sich auch der Name des Mesons ab, der auf den Umstand verweist, dass es ein mittelschweres Teilchen ist. Die Existenz eines solchen war zuvor vom späteren japanischen Physik-Nobelpreisträger Yukawa Hideki vorhergesagt worden. 
Möglich wurde die Entdeckung der Mesonen vor allem durch die Weiterentwicklung fotografischer Emulsionen durch Powell. Durch seine Experimente konnte er deren Empfindlichkeit, Korngröße und Korndichte wesentlich verbessern.
Darüber hinaus entwickelte Powell ein effektives Organisationskonzept für die mühsame Auswertung dieser Experimente. Nur dadurch war es möglich, den enormen zeitlichen Aufwand im Rahmen zu halten. Für diese Arbeiten und auch für ihre Organisation wurde Cecil Powell 1950 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

 

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