Professor Dr Gerhard Weikum
- Section Informatics
- Location Saarbrücken, Germany
- Election year 2018
Research
Forschungsschwerpunkte: Informatik, Wissensbanken, automatische Wissensextraktion, Entwicklung von Suchmaschinen, Algorithmen
Gerhard Weikum ist Informatiker. Er entwickelt Methoden und Modelle, um Wissen im Internet automatisch verfügbar zu machen. Mit seinem Team hat er große Wissensbanken konstruiert und Pionierarbeit auf dem Gebiet der automatischen Wissensextraktion aus Internetquellen geleistet.
Das Internet umfasst große Teile des Wissens der Menschheit in Form von Enzyklopädien, wissenschaftlichen Publikationen, Büchern, Nachrichten und weiteren Quellen. Diese textlichen und visuellen Inhalte sind jedoch für klassische Computer unverständlich. Wie man aus diesen Quellen mit Hilfe von Algorithmen weitgehend automatisiert umfassende Wissensbanken konstruieren kann, ist das zentrale Forschungsthema von Gerhard Weikum. Die von ihm entwickelten Algorithmen kombinieren statistische und logische Inferenz, zum Beispiel indem musterbasierte Verfahren maschinellen Lernens durch das Überprüfen logischer Invarianten erweitert werden. Mit solchen Methoden ist es etwa gelungen, die Wissensbank Yago zu erschaffen, die Millionen von Entitäten wie Personen, Orte, Organisationen und Ereignisse sowie Hunderte Millionen Fakten über diese Entitäten umfasst. Dieses Projekt war Vorreiter für industrielle Projekte wie z.B. dem Google Knowledge Graph, der Hintergrundwissen für die verbesserte Suche nach Entitäten liefert.
Ein wichtiger Anwendungsbereich ist das Erschließen text- und bildbasierter Inhalte. Mit Methoden des maschinellen Lernens und der mathematischen Optimierung hat Gerhard Weikums Team Werkzeuge entwickelt, die Entitäten und deren Zusammenhänge in Nachrichten und anderen Texten erkennen und eindeutig den Einträgen einer Wissensbank zuordnen. Beispielsweise können diese Methoden eine Schlagzeile wie „Ma founded Alibaba with VC money from Goldman“ auf die Entitäten Jack Ma, Alibaba Group und Goldman Sachs sowie das verbindende Konzept des Venture Capital Investments abbilden. Dies wiederum kann etwa bei einer Trendanalyse hilfreich sein, um beispielsweise zu analysieren, wie sich Investitionen und Unternehmen entwickeln oder wie sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Die in Weikums Team entwickelte Werkzeug-Suite ambiverseNLU ist als Open-Source-Code für Forschungsprojekte verfügbar und hat vielfältige Anwendungen gefunden.
Gerhard Weikum beschäftigt sich auch mit gesellschaftlichen Fragen des digitalen Wissens: Was wissen Maschinen über individuelle Personen? Und wie verwenden sie möglicherweise dieses Wissen für das Erzeugen von Werbeanzeigen, für personalisierte Filter und Empfehlungssysteme bis hin zur algorithmischen Entscheidungsvorbereitung etwa bei der Prüfung von Kredit- oder Visumsanträgen? In diesem Forschungskomplex geht es um Fragen über Privatsphäre, Transparenz von Dateneinflüssen, Vertrauen in digitale Informationen, Erkennen von Fehlinformationen sowie Fairnesskriterien für Methoden und Anwendungen des maschinellen Lernens.
Gerhard Weikum ist Informatiker. Er entwickelt Methoden und Modelle, um Wissen im Internet automatisch verfügbar zu machen. Mit seinem Team hat er große Wissensbanken konstruiert und Pionierarbeit auf dem Gebiet der automatischen Wissensextraktion aus Internetquellen geleistet.
Das Internet umfasst große Teile des Wissens der Menschheit in Form von Enzyklopädien, wissenschaftlichen Publikationen, Büchern, Nachrichten und weiteren Quellen. Diese textlichen und visuellen Inhalte sind jedoch für klassische Computer unverständlich. Wie man aus diesen Quellen mit Hilfe von Algorithmen weitgehend automatisiert umfassende Wissensbanken konstruieren kann, ist das zentrale Forschungsthema von Gerhard Weikum. Die von ihm entwickelten Algorithmen kombinieren statistische und logische Inferenz, zum Beispiel indem musterbasierte Verfahren maschinellen Lernens durch das Überprüfen logischer Invarianten erweitert werden. Mit solchen Methoden ist es etwa gelungen, die Wissensbank Yago zu erschaffen, die Millionen von Entitäten wie Personen, Orte, Organisationen und Ereignisse sowie Hunderte Millionen Fakten über diese Entitäten umfasst. Dieses Projekt war Vorreiter für industrielle Projekte wie z.B. dem Google Knowledge Graph, der Hintergrundwissen für die verbesserte Suche nach Entitäten liefert.
Ein wichtiger Anwendungsbereich ist das Erschließen text- und bildbasierter Inhalte. Mit Methoden des maschinellen Lernens und der mathematischen Optimierung hat Gerhard Weikums Team Werkzeuge entwickelt, die Entitäten und deren Zusammenhänge in Nachrichten und anderen Texten erkennen und eindeutig den Einträgen einer Wissensbank zuordnen. Beispielsweise können diese Methoden eine Schlagzeile wie „Ma founded Alibaba with VC money from Goldman“ auf die Entitäten Jack Ma, Alibaba Group und Goldman Sachs sowie das verbindende Konzept des Venture Capital Investments abbilden. Dies wiederum kann etwa bei einer Trendanalyse hilfreich sein, um beispielsweise zu analysieren, wie sich Investitionen und Unternehmen entwickeln oder wie sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Die in Weikums Team entwickelte Werkzeug-Suite ambiverseNLU ist als Open-Source-Code für Forschungsprojekte verfügbar und hat vielfältige Anwendungen gefunden.
Gerhard Weikum beschäftigt sich auch mit gesellschaftlichen Fragen des digitalen Wissens: Was wissen Maschinen über individuelle Personen? Und wie verwenden sie möglicherweise dieses Wissen für das Erzeugen von Werbeanzeigen, für personalisierte Filter und Empfehlungssysteme bis hin zur algorithmischen Entscheidungsvorbereitung etwa bei der Prüfung von Kredit- oder Visumsanträgen? In diesem Forschungskomplex geht es um Fragen über Privatsphäre, Transparenz von Dateneinflüssen, Vertrauen in digitale Informationen, Erkennen von Fehlinformationen sowie Fairnesskriterien für Methoden und Anwendungen des maschinellen Lernens.
Career
- seit 2003 Direktor und Wissenschaftliches Mitglied, Max-Planck-Institut für Informatik, Saarbrücken
- 1994-2003 Professor für Informatik, Universität des Saarlandes, Saarbrücken
- 1990-1994 Professor für Informatik, Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich, Zürich, Schweiz
- 1989-1990 Postdoktorand, ETH Zürich, Zürich, Schweiz
- 1988-1989 Postdoktorand, Microelectronics and Computer Technology Corporation (MCC), Austin, USA
- 1987 Hochschulassistent und Postdoktorand, Technische Universität (TU) Darmstadt
- 1986 Promotion in Informatik, TU Darmstadt
Functions
- 2004-2019 Sprecher, International Max Planck Research School for Computer Science, Max-Planck-Gesellschaft, München, sowie Universität des Saarlandes, Saarbrücken
- 2009-2014 Mitglied, Wissenschaftsrat (WR)
- 2008-2011 Mitglied, Fachkollegium Informatik, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
- 2004-2011 Mitglied, Wissenschaftliches Direktorium, Schloss Dagstuhl – Leibniz-Zentrum für Informatik, Wadern
- 2000-2003 Sprecher, Graduiertenkolleg (GRK) 623 „Leistungsgarantien für Rechnersysteme“, DFG
Projects
- 2015-2022 Synergy Grant „imPACT – Privacy, Accountability, Compliance, and Trust in Tomorrow’s Internet“, European Research Council (ERC)
- 2007-2019 Beteiligter Wissenschaftler, Graduiertenschule (GSC) 209 „Saarbrücker Graduiertenschule für Informatik“, DFG
- 2007-2019 Beteiligter Wissenschaftler, Exzellenzcluster (EXC) 284 „Multimodal Computing and Interaction“, DFG
- 2000-2009 Mitglied, GRK 623 „Leistungsgarantien für Rechnersysteme“, DFG
Honours and Memberships
- 2024 Ehrendoktorwürde, National and Kapodistrian University of Athens, Athen, Griechenland
- 2021 Konrad-Zuse-Medaille für Verdienste um die Informatik, Gesellschaft für Informatik, Bonn
- 2020 Test of Time Award, European Conference on Information Retrieval (ECIR)
- seit 2018 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- 2018 Seoul Test of Time Award, International World Wide Web Conference, Association for Computing Machinery (ACM), New York City, USA
- 2017 Prominent Paper Award, Artificial Intelligence Journal (AIJ)
- 2016 Robert-Piloty-Preis, Technische Universität Darmstadt
- 2016 Edgar F. Codd Innovations Award, Special Interest Group on Management of Data (SIGMOD), ACM, New York City, USA
- seit 2012 Mitglied, Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz
- seit 2011 Mitglied, Academia Europaea
- 2011 Contributions Award, SIGMOD, ACM, New York City, USA
- 2010 Focused Research Award, Google Inc., Mountain View, USA
- 2010 GI Fellow, Gesellschaft für Informatik, Bonn
- seit 2008 Mitglied, acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
- 2005 ACM Fellow, ACM, New York City, USA
- 2002 Test-of-Time Award, International Conference on Very Large Data Bases (VLDB), Very Large Data Base Endowment Inc.