Prof. Dr. Markus M. Nöthen

  • Section Human Genetics and Molecular Medicine
  • Location Bonn, Germany
  • Election year 2009

Research

Forschungsschwerpunkte: Genetik, Molekulargenetik, multifaktorielle Krankheiten, Lese- und Rechtschreibschwäche (Dyslexie), individuelle Therapien, genomweite Assoziationsanalysen (GWAS)
Markus Nöthen ist Genetiker. Schwerpunkt seiner Arbeit sind molekulargenetische Untersuchungen bei multifaktoriellen Krankheiten. Mit seiner Forschung hat er zur Aufklärung genetischer Mechanismen beigetragen. Darunter sind Mechanismen, die zu neuropsychiatrischen Krankheiten, zu Haarausfall und zu angeborenen Fehlbildungen führen. Zu den multifaktoriellen Krankheiten gehören auch viele so genannte „Volkskrankheiten“ wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (kardiovaskuläre Krankheiten), Diabetes und Bluthochdruck (Hypertonie) und psychiatrische Krankheiten.
Markus Nöthen erforscht mit seinem Team die genetischen Grundlagen dieser Krankheiten. Die Wissenschaftler identifizieren Gene, die an der Krankheitsentstehung beteiligt sein können. Sie suchen auch nach genetischen Beiträgen bei der Entstehung von Tumoren und der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, bei der Entwicklung geistiger Behinderung und Fehlgeburten. Das Team will damit biologische Ursachen aufklären und den Einfluss von Umweltfaktoren verstehen.
Die Erkenntnisse setzt Markus Nöthen ein, um die Entwicklung individuell zugeschnittener Therapien und präventiver Maßnahmen voranzutreiben. Markus Nöthen will auch die genetischen Grundlagen schwerer Lese- und Schreibschwäche (Dyslexie) aufklären. Hierfür setzt er genomweite Assoziationsanalysen (GWAS) ein, die an großen Gruppen Betroffener und gesunden Kontrollpersonen durchgeführt werden. Markus Nöthen will zellbiologische Vorgänge der Dyslexie aufklären und effektivere therapeutische Maßnahmen entwickeln.
Zur Identifizierung genetischer Ursachen setzt er in all seinen Arbeiten eine große Bandbreite an Methoden aus der Molekulargenetik und der molekularen Zytogenetik ein. Bei der Zytogenetik werden Chromosomen als Ganzes untersucht, um dann einen auffälligen Chromosomensatz (Karyotyp) nachzuweisen oder auszuschließen. Zum Einsatz kommen unter anderen hochauflösende Chromosomen-Bänderungstechniken, Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung (FISH) und chip-basierte Verfahren. Ziel der Forschung von Markus Nöthen ist ein tieferes Verständnis der molekularen Ursachen von Krankheiten und darauf aufbauend neue Ansätze für Diagnostik und Behandlung.

  • seit 2015 Geschäftsführer, LIFE & BRAIN GmbH, Bonn
  • seit 2008 Direktor, Institut für Humangenetik, Universität Bonn
  • seit 2004 Leiter, Abteilung für Genomik, LIFE & BRAIN GmbH, Bonn
  • seit 2004 Professor, Genetische Medizin, Universität Bonn
  • 2001-2004 Leiter, Zentrum für Medizinische Genetik, Universität Antwerpen, Antwerpen, Belgien
  • 1996 Habilitation, Universität Bonn
  • 1992 Promotion, Medizin, Universität Würzburg
  • 1990-2001 Wissenschaftlicher Angestellter, Institut für Humangenetik, Universität Bonn
  • 1989 Ärztliche Prüfung
  • Studium der Medizin, Universität Würzburg

  • seit 2017 Stellvertretender Obmann, Sektion Humangenetik und Molekulare Medizin, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • seit 2016 Ständiger Gast im Auftrag der Bundesärztekammer, Gendiagnostikkommission
  • seit 2016 Mitglied, Ethikbeirat, Nationale Kohorte (NAKO)
  • seit 2016 Mitglied, Projektkomitee, Nationales Forschungsprogramm e:Med
  • seit 2016 Vertreter der Professorenschaft, Aufsichtsrat, Universitätsklinikum Bonn
  • 2016-2018 Vorstandsmitglied und stellvertretender Vorsitzender, Deutsche Gesellschaft für Humangenetik e.V.
  • seit 2014 Mitglied, Institut für Wissenschaft und Ethik e.V., Universität Bonn
  • 2013-2018 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationskrankheiten (LIFE)
  • 2013-2018 Mitglied, Wissenschaftlichen Beirat, Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (IKP) und Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK), Stuttgart
  • seit 2012 Vorsitzender, International Advisory Board iPSYCH, The Lundbeck Foundation, Kopenhagen, Dänemark
  • 2011-2016 Mitglied, Vorstand, European Society of Human Genetics
  • 2010-2012 Sprecher, Projektkomitee Nationales Genomforschungsnetz (NGFN)
  • 2010-2013 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Medical Research Council (MRC) Centre for Neuropsychiatric Genetics and Genomics, Cardiff, UK
  • 2008-2013 Mitglied, Projektkomitee Nationales Genomforschungsnetz (NGFN)
  • 2007-2014 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn
  • seit 2007 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie, Bonn
  • seit 2006 Mitglied, Medical Advisory Board, National Alopecia Areata Foundation, Task Force on Genetics, World Federation of Societies of Biological Psychiatry
  • seit 2005 Mitglied, International Society of Psychiatric Genetics

  • seit 2020 Projekt „Genetische und soziale Ursachen von Lebenserfolg: Präzisere Modellierung von Bildungserfolg und sozialer Mobilität durch molekulargenetische Daten in einer längsschnittlichen Zwillingsfamilien-Studie (TwinLife)“, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • seit 2019 Projekt „Die GUARD-Studie: Genetische Ursachen der Aortenklappenstenose“, DFG
  • seit 2019 Projekt „Auf dem Weg hin zu einem mechanistischen Verständnis häufiger und seltener genetischer Risikovarianten für die bipolare Störung: Studien in iPSC-Modellen und mehrfach betroffenen Familien“, DFG
  • 2018-2020 Projekt „Identifikation von ursächlichen Genen für Ösophagusatresien mit oder ohne tracheo-ösophageale Fistel (ÖA)“, DFG
  • 2017-2021 Projekt „Identifizierung von ursächlichen Genen und zellulären Pathways für die idiopathische Achalasie durch genomweite Assoziationsstudien (GWAS)“, DFG
  • seit 2014 Sprecher, Projekt „National e:Med Programme“, Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • 2014-2020 Teilprojekt, Forschungsgruppe (FOR) 2107 „Integrierte Analyse genetischer, epigenetischer und umweltbedingter Vulnerabilitätsfaktoren in affektiven Störungen“, DFG
  • seit 2013 Projekt „Next-Generation-Sequenzer“, DFG
  • 2012-2020 Projekt „Identifikation von ursächlichen Genen für die Dyslexie durch genomweite Assoziationsstudien“, DFG
  • seit 2012 Exzellenzcluster (EXC) 1023 „ImmunoSensation: Das immunsensorische System“, DFG
  • 2010-2015 Projekt „Genetische Grundlagen des Phantomschmerzes: Aufbau einer nationalen Forschungsressource“, DFG
  • 2010-2012 Projekt „Systematische Identifizierung von Krankheitsgenen für die Alopecia areata“, DFG
  • 2008-2010 Projekt „Systematische Identifizierung von Krankheitsgenen bei nicht-syndromalen orofazialen Spalten/Lippen-Kiefer-Gaumenspalten“, DFG
  • 2007-2011 Projekt „Development and implementation of linkage-analysis methods for the genetic mapping of complex traits“, DFG
  • 2001-2006 Projekt „Neurophysiologische, psychometrische und genetische Untersuchungen zur Lese-Rechtschreibstörung“, DFG
  • 2001-2004 Teilprojekt, FOR 423 „Genetische Untersuchungen bei der androgenetischen Alopezie“, DFG
  • 1999-2003 Teilprojekt, FOR 367 „Untersuchungen zur Funktion des menschlichen hairless Proteins“, DFG
  • 1994-2000 Teilprojekt, Sonderforschungsbereich (SFB) 400 „Genetische variabilität in Genen zentralnervöser Rezeptor- und Transporterproteine“, DFG

  • seit 2010 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2009 Hermann-Emminghaus-Preis, Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP), Berlin

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