Prof. Dr. Michael Speicher (✝︎)
- Section Human Genetics and Molecular Medicine
- Location Graz, Austria
- Election year 2019
Research
Forschungsschwerpunkte: Hereditäre Tumorerkrankungen, Epigenetik, „Liquid biopsy“
Michael Speicher war ein deutscher Humangenetiker. Die Forschung von Michael Speicher beschäftigte sich mit genetisch bedingten Krankheiten und der Rolle von Genveränderungen im Alterungsprozess. Intensiv untersuchte er dabei Unterschiede und Varianten des menschlichen Genoms. Dazu arbeitete er an der Entwicklung und Anwendung hochauflösender Verfahren zur Charakterisierung dieses Genoms. Ziel war es, diagnostische Methoden zu verbessern und grundlegende physiologische und tumorbiologische Fragen zu beantworten.
In der molekularen Zytogenetik konnte durch seine Forschungen das Auflösungsvermögen traditionell eingesetzter Verfahren der Chromosomenanalyse deutlich erhöht werden und ermöglichte die Analyse der 3D-Organisation der Chromosomenanordnung in intakten Zellkernen. Im Bereich der Tumorbiologie wurden Gene identifiziert, die im Fall, dass sie Keimbahnmutationen aufweisen, das Risiko für bestimmte Tumorerkrankungen erheblich erhöhen. Zudem wurden neue Verfahren entwickelt, die durch Blutanalysen nicht-invasiv die Charakterisierung von Tumorgenomen erlauben und somit sehr wichtig für therapeutische Entscheidungen („Precision Medicine“) sind.
Neuere Forschungsschwerpunkte bestanden im Nachweis von Tumor-DNA im Blut, was häufig unter dem Stichwort „liquid biopsy“ zusammengefasst wird. Zusätzlich wurde in betroffenen Familien, bei denen maligne Erkrankungen gehäuft vorkommen, versucht neue Gene zu identifizieren, die besonders anfällig für Tumore scheinen. Die Zielsetzung dieser Anstrengungen war es, die Diagnostik für zahlreiche humangenetische Fragestellungen zu verbessern und physiologische (z.B. Alterung) und tumorbiologische Fragestellungen zu beantworten.
Michael Speicher beriet auch Familien mit genetischen Erkrankungen. Er war maßgeblich am Wissenschaftsprojekt Genom Austria beteiligt, das ein Referenzgenom für die Bevölkerung Österreichs zusammenstellen will.
Michael Speicher war ein deutscher Humangenetiker. Die Forschung von Michael Speicher beschäftigte sich mit genetisch bedingten Krankheiten und der Rolle von Genveränderungen im Alterungsprozess. Intensiv untersuchte er dabei Unterschiede und Varianten des menschlichen Genoms. Dazu arbeitete er an der Entwicklung und Anwendung hochauflösender Verfahren zur Charakterisierung dieses Genoms. Ziel war es, diagnostische Methoden zu verbessern und grundlegende physiologische und tumorbiologische Fragen zu beantworten.
In der molekularen Zytogenetik konnte durch seine Forschungen das Auflösungsvermögen traditionell eingesetzter Verfahren der Chromosomenanalyse deutlich erhöht werden und ermöglichte die Analyse der 3D-Organisation der Chromosomenanordnung in intakten Zellkernen. Im Bereich der Tumorbiologie wurden Gene identifiziert, die im Fall, dass sie Keimbahnmutationen aufweisen, das Risiko für bestimmte Tumorerkrankungen erheblich erhöhen. Zudem wurden neue Verfahren entwickelt, die durch Blutanalysen nicht-invasiv die Charakterisierung von Tumorgenomen erlauben und somit sehr wichtig für therapeutische Entscheidungen („Precision Medicine“) sind.
Neuere Forschungsschwerpunkte bestanden im Nachweis von Tumor-DNA im Blut, was häufig unter dem Stichwort „liquid biopsy“ zusammengefasst wird. Zusätzlich wurde in betroffenen Familien, bei denen maligne Erkrankungen gehäuft vorkommen, versucht neue Gene zu identifizieren, die besonders anfällig für Tumore scheinen. Die Zielsetzung dieser Anstrengungen war es, die Diagnostik für zahlreiche humangenetische Fragestellungen zu verbessern und physiologische (z.B. Alterung) und tumorbiologische Fragestellungen zu beantworten.
Michael Speicher beriet auch Familien mit genetischen Erkrankungen. Er war maßgeblich am Wissenschaftsprojekt Genom Austria beteiligt, das ein Referenzgenom für die Bevölkerung Österreichs zusammenstellen will.
Career
- seit 2006 Vorstand am Institut für Humangenetik an der Medizinischen Universität Graz, Österreich
- 2001-2005 Stellvertretender Institutsleiter, Institut für Humangenetik und Leiter der Zytogenetik, Technische Universität München
- 2000 Habilitation (Thema der Habilitationsschrift: Das bunte Genom: Neue Verfahren zur hochauflösenden Analyse numerischer und struktureller chromosomaler Veränderungen (Betreuer: Prof. Dr. G. R. Riethmüller, Ludwig-Maximilians-Universität München)
- 2000 Facharztanerkennung für Humangenetik
- 1996-2001 Gruppenleiter am Institut für Anthropologie und Humangenetik, Ludwig-Maximilians-Universität München
- 1996 Visiting Research Scientist, Department of Genetics, Yale University, Connecticut, USA
- 1994-1996 Postdoc im Labor von Prof. Dr. David C. Ward, Department of Genetics, Yale University, New Haven, CT, USA
- 1991-1994 Postdoc im Labor für Molekulare Zytogenetik am Institut für Humangenetik der Universität Heidelberg
- 1988-1990 Assistenzarzt in der Inneren Klinik, Westdeutsches Tumorzentrum, Universität Essen
- 1989 Promotion, Universität Essen
- 1988 Drittes Staatsexamen Medizin, Approbation als Arzt
- 1988 American Medical Examination (ECFMG), Basic and Clinical Sciences
- 1981-1988 Medizinstudium, Universität Essen
- 1985 Hauptdiplom Informatik
- 1980-1985 Informatikstudium, Technische Universität Dortmund
Functions
- seit 2018 Stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Humangenetik
- 2015 Mitglied des Program Committee für die jährlichen Meetings, American Association for Cancer Research (AACR) (erneut 2017, 2018)
- 2012-2018 Vorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Humangenetik
- 2010-2014 Mitglied der wissenschaftlichen Programmkommission der Amerikanischen Gesellschaft für Humangenetik
- 2008-2018 Mitglied und Berichterstatter, Wissenschaftlicher Ausschuss für Genanalyse und Gentherapie am Menschen, Bundesministerium für Gesundheit und Frauen der Republik Österreich
- 2008-2012 Mitglied des wissenschaftlichen Programmkomitees der Europäischen Gesellschaft für Humangenetik
Projects
- seit 2015 Task Leader, Projekt Cancer-ID – Innovation in Medicine, gefördert durch die Europäische Union und innovative medicines initiative (imi) (Contract No. 115749)
- 2008-2011 Koordinator, EU-FP7-Projekt „GENINCA (GENomic INstability in gastrointestinal pre-cancerous lesions and (CAncer)“
Honours and Memberships
- seit 2019 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- 2014 BioMed Central Overall Research Award
- 2014 Biomed Central Cancer Category Research Award
- 2005 Münchener Businessplan Wettbewerb; 3. Platz: Business idea „Single cell technologies”
- 1997 Wissenschaftspreis, Deutsche Gesellschaft für Humangenetik