Paul C. Lauterbur (✝︎)

Nobel Prize for Physiology or Medicine 2003

  • Section Radiology
  • Location Chicago, United States
  • Election year 1992

Research

Paul Lauterbur war ein US-amerikanischer Mediziner. Für die Entdeckungen zur Magnetresonanz-spektroskopie wurde er 2003 gemeinsam mit dem Briten Sir Peter Mansfield mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet.

Paul Lauterbur wurde am 6. Mai 1929 als zweites Kind von Edward Joseph und Gertrude Lauterbur, geborene Wagner, in Sidney, Ohio geboren. Er hatte drei Geschwister. 
Lauterbur war luxemburgischer Abstammung. Sein Vater war Ingenieur und Teilhaber einer Bäckereimaschinenfabrik. Paul richtete sich bereits als Kind ein eigenes Chemielabor im Keller seines Elternhauses ein. Großen Einfluss auf ihn hatte auch eine Tante, die an einem College unterrichtete, und die ihre Begeisterung für Naturgeschichte an Paul weitergeben konnte.
1962 heiratete Lauterbur Rose Mary Caputo. Das Paar hatte zwei Kinder. Nach seiner Scheidung heiratete er 1984 die amerikanische Physiologin und Kollegin Joan Dawson. Das Paar bekam eine Tochter.
Paul Lauterbur starb am 27. März 2007.
Anlässlich seines Todes sagte der Kanzler der University of Illinois, Richard Herman: „Pauls Einfluss ist jeden Tag auf der ganzen Welt spürbar, zu jeder Zeit, wenn ein MRT das Leben einer Tochter oder eines Sohnes, einer Mutter oder eines Vaters rettet.“

 

Paul Lauterbur studierte Chemie an der Case Western Reserve University in Cleveland, Ohio. Er wurde im Jahr 1962 an der University of Pittsburgh in Pennsylvania promoviert. 1969 erhielt er eine Professur für Chemie an der State University in Stony Brook, New York, die er bis 1985 innehatte. Dort begann er auch seine Arbeiten, die später zur Entwicklung der Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) führten. 
1985 wechselte er als Professor an das College of Medicine der University of Illinois in Chicago. Im selben Jahr übernahm er die Leitung des Biomedical Magnetic Resonance Laboratory der University of Illinois in Urbana-Champaign.

 

Für seine Arbeiten erhielt Lauterbur zahlreiche weitere Auszeichnungen, darunter die Howard N. Potts Medal (1983), Lasker De Bakey Clinical Medical Research Award (1984), Canada Gairdner International Award sowie den Charles F. Ketterin Prize der General Motors Cancer Research Foundation (beide 1985), European Magnetic Resonance Award (1986), IEEE Medal of Honor sowie die National Medal of Science, Röntgen-Plakette der Stadt Remscheid (alle 1987), National Medal of Technology and Innovation (1988), Bower Award and Prize for Achievement in Science (1990/91), Dickson Prize in Science (1992), Kyoto-Preis (1994), NAS Award for Chemistry in Service to Society (2001) sowie den Technologiepreis der Eduard-Rhein-Stiftung (2003).
Lauterbur war Mitglied zahlreicher Akademien und wissenschaftlicher Vereinigungen, darunter der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (1992). Mehrere Universitäten verliehen ihm die Ehrendoktorwürde, darunter die Carnegie Mellon University in Pittsburgh, University of Liège in Belgien sowie die Nicolaus Copernikus Medical Academy in Krakau, Polen.

 

Paul Lauterbur und Sir Peter Mansfield hatten bereits in den frühen 1970er Jahren unabhängig voneinander Verfahren entwickelt, mit denen der Kernspin-Resonanz-Effekt in der Medizin genutzt werden konnte. Grundlage dieser Entdeckung war der sogenannte Spin, bei dem sich Atomkerne in hohem Tempo um ihre eigene Achse drehen. Durch die Drehung entsteht ein kleines Magnetfeld.
Zuvor war diese Technik fast ausschließlich in der Chemie eingesetzt worden. Lauterbur passte das Verfahren so an, dass es fortan für die Untersuchung menschlicher Organe genutzt werden konnte. Mansfield verbesserte es so weit, dass sich damit medizinische Diagnosen stellen ließen.
Das so entstandene Diagnoseverfahren der Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) hielt fortan Einzug in die Radiologie. Seither gewährt es neue Einblicke in den menschlichen Körper, und zwar ohne schädliche Röntgenstrahlung.
Bei der MRT wird die unterschiedliche Verteilung von Wasserstoffatomen in den Organen genutzt. Den in einer Röhre liegenden Patienten umgibt während der Untersuchung ein starkes Magnetfeld. Dabei richten sich die normalerweise ungeordnet schwingenden Atome neu aus und nehmen Energie auf. Wird das Magnetfeld abgeschaltet, wird diese Energie wieder ausgesendet. Die dabei gemessenen Signale werden von Computern in Bilder umgerechnet und am Monitor dargestellt.
Für ihre Arbeiten, die zur Entwicklung der MRT geführt haben, wurden Paul Lauterbur und Sir Peter Mansflield 2007 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizinausgezeichnet.

 

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