Prof. Dr. Stefan Huster
- Section Philosophy of Science
- Location Bochum, Germany
- Election year 2018
Research
Forschungsschwerpunkte: Priorisierung in der Medizin, Recht der gesetzlichen Krankenversicherung, Recht und Ethik der öffentlichen Gesundheit (Public Health)
Stefan Huster ist Rechtswissenschaftler, Schwerpunkt seiner Forschung ist die Gesundheitspolitik. Er fragt, wie ein solidarisches Gesundheitssystem aussehen kann und welche Faktoren es bestimmen. In Studien beschäftigt er sich unter anderem mit der Priorisierung in der Medizin sowie mit ethischen und rechtlichen Fragen von Genomforschung und personalisierter Medizin.
Stefan Huster untersucht Gesundheitspolitik unter verfassungsrechtlichen, rechtsphilosophischen und sozialrechtlichen Aspekten. Dabei konzentriert er sich auch auf die Public Health-Perspektive. Diese stellt Faktoren der Gesundheitsverteilung und Volksgesundheit in den Vordergrund anstelle der Perspektive einzelner Patientinnen und Patienten mit ihren Erkrankungen. In Studien hat er Bedingungen für eine soziale Gesundheitsgerechtigkeit erforscht, darunter Fragen wie: Wie viel gesundheitliche Eigenverantwortung kann der Staat verlangen? Welche Kosten-Nutzen-Bilanz hat Genomforschung? Soll die Allgemeinheit medizinisch sinnvolle, jedoch vergleichsweise kostenintensive Einzel-Therapien mittragen? Sollen Kinder grundsätzlich bevorzugt behandelt werden? Und wie lässt sich eine angemessene und faire Gestaltung der Arzneimittelpreise erreichen?
Der medizinische Fortschritt und der Kostendruck im Gesundheitswesen stellen die Gesellschaft vor die Frage, ob alles, was medizinisch möglich ist, auch gesellschaftlich finanziert werden kann. Vor diesem Hintergrund untersucht Stefan Huster, wie eine Priorisierung in der Medizin rechtskonform umsetzbar ist. Er fragt, welche Kriterien zu transparenten und nachvollziehbaren Entscheidungen führen – zu Entscheidungen, die die Interessen von Patienten und Medizinern ernst nehmen.
Im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel hat Stefan Huster das Konzept der „gesundheitlichen Eigenverantwortung“ analysiert und gefragt, wann Anreize zur Eigenverantwortung rechtlich vertretbar und ökonomisch sinnvoll sind.
Career
- 2023-2024 Fellow, Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS)
- 2019-2020 Fellow, Center for Advanced Internet Studies (CAIS) gGmbH, Bochum
- 2015 Fellow, Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
- 2010-2011 Fellow, Wissenschaftskolleg zu Berlin
- 2007 Forschungsaufenthalt, Kennedy Institute of Ethics, Georgetown University, Washington, D.C., USA
- seit 2005 Geschäftsführender Direktor, Institut für Sozial- und Gesundheitsrecht, Ruhr-Universität Bochum
- seit 2004 Universitätsprofessor für Öffentliches Recht, Sozial- und Gesundheitsrecht und Rechtsphilosophie, Ruhr-Universität Bochum
- 2002-2004 Universitätsprofessor für Deutsches und Europäisches Verfassungs- und Verwaltungsrecht, FernUniversität in Hagen
- 2002 Oberassistent, Juristische Fakultät, Universität Heidelberg
- 2001 Habilitation und Verleihung der Venia legendi für die Fächer Staats- und Verwaltungsrecht, Sozialrecht, Europarecht und Rechtsphilosophie, Universität Heidelberg
- 1996-2002 Wissenschaftlicher Assistent, Juristische Fakultät, Universität Heidelberg
- 1995 Zweites Juristisches Staatsexamen
- 1993 Promotion in Rechtswissenschaft, Universität Heidelberg
- 1993-1995 Referendariat, Landgericht Heidelberg
- 1990-1993 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Juristische Fakultät, Universität Heidelberg
- 1990 Erstes Juristisches Staatsexamen
- 1984-1990 Studium der Philosophie und Rechtswissenschaft, Universität Bielefeld sowie Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Functions
- seit 2022 Mitglied, Zentrale Ethikkommission, Bundesärztekammer (BÄK)
- 2021-2023 Mitglied, Vorstand, Stammzellnetzwerk NRW, Düsseldorf
- seit 2019 Stellvertretender Vorsitzender, Schiedsstelle nach § 130b Abs. 5 SGB V – AMNOG-Schiedsstelle (Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz-Schiedsstelle)
- 2017-2019 Dekan, Juristische Fakultät, Ruhr-Universität Bochum
- bis 2018 Mitherausgeber, Medizinethische Materialien, Zentrum für medizinische Ethik, Bochum
- Mitglied, Bioethik-Kommission, Land Rheinland-Pfalz, Mainz
- Mitglied, Research School, Ruhr-Universität Bochum (RUB)
- Mitglied, Research Department „Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES)“, RUB
- Prüfer, Justizprüfungsämter Hamm sowie Düsseldorf
- Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Deutsche Gesellschaft für Medizinrecht (DGMR)
- Mitherausgeber, Bochumer Schriften zum Sozial- und Gesundheitsrecht
- Mitglied, Editorial Board, Rationality, Markets and Morals (RMM)
- Mitherausgeber, Interdisziplinäre Studien zu Recht und Staat
- Mitherausgeber, Medizinrecht (MedR)
- Mitglied, Herausgeberbeirat, Die Kranken- und Pflegeversicherung (KrV)
- Mitherausgeber, Rechtswissenschaft
- Mitherausgeber, Vierteljahresschrift für Sozialrecht (VSSR)
Projects
- 2022-2024 Antragsteller, Projekt „Staat und Glück. Zur Kritik des neuen Eudaimonismus in der politischen Philosophie und Öffentlichkeit“, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
- 2020-2023 Antragsteller, Projekt „Rechtsfragen der Qualitätssicherung im Transplantationswesen“, DFG
- seit 2017 Mitglied, Beratungsgremium, Projekt „Förderung gesundheitlicher Eigenverantwortung: Möglichkeiten und Grenzen aus philosophisch-ethischer, rechtlicher und gesundheitsökonomischer Sicht“, Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
- 2016-2020 Antragsteller, Projekt „Medizinische Notwendigkeit in den Kontexten von Patientenversorgung, Gesundheitspolitik und medizinischer Leistungsbegrenzung. Eine medizintheoretische, medizinethische und sozialrechtliche Analyse“, DFG
- 2014-2017 Mitglied, Beratungsgremium, Projekt „SYSKON: Re-Konfiguration von Gesundheit und Krankheit. Ethisch, psychosoziale, rechtliche und gesundheitsökonomische Herausforderungen der Systemmedizin“, BMBF
- 2013-2014 Leiter, Forschungsgruppe „Normative Aspekte von Public Health“, Zentrum für interdisziplinäre Forschung, Universität Bielefeld
- 2012-2016 Antragsteller und Mitglied, Beratungsgremium, Projekt „Qualitätssicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung als Rechtsproblem“, DFG
- 2011-2014 Mitglied, Beratungsgremium, Projekt „Personalized medicine in oncology: an interdisciplinary analysis on ethical, medical, economical and legal aspects“, BMBF
- 2007-2015 Antragsteller und Mitglied, Beratungsgremium, Teilprojekt „Priorisierungskriterien in juristischer Perspektive: Interdependenzen und Konkretisierung“, Forschungsgruppe (FOR) 655, DFG
- 2006-2009 Mitglied, Beratungsgremium, Projekt „Ethische, ökonomische und rechtliche Aspekte der Allokation kostspieliger biomedizinischer Innovationen: Exemplarische Untersuchungen zur expliziten und impliziten Rationierung in der interventionellen Kardiologie und der Intensivmedizin“, BMBF
- 2006-2008 Antragsteller, Projekt „Rechtliche und ethische Vorgaben und Grenzen einer Altersrationierung in der öffentlichen Gesundheitsversorgung“, DFG
- 2002-2003 Antragsteller, Projekt „Die ethische Neutralität des Staates“, DFG
Honours and Memberships
- seit 2018 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- 2018 1. AeV-Preis „Medizin und Ethik“, AeV Gesellschaft für Abrechnung von Privatliquidationen, München
- 2015 Fellow, Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
- 2014 Fellow, FOR 1209 „Theoretische Grundfragen der Normenbegründung in Medizinethik und Biopolitik“, DFG
- 2014 Preis „Recht und Gesellschaft“, Christa-Hoffmann-Riem-Stiftung und Vereinigung für Recht & Gesellschaft, Mannheim
- 2012-2013 Personenförderung, Mercator Research Center Ruhr, Essen
- 2010-2011 Fellow, Wissenschaftskolleg zu Berlin
- 2005 1. Preis für Ideenskizze „Veränderung normativer Überzeugungen durch Globalisierungsprozesse“, Global Change-Initiative, RUB
- 2003 Forschungsförderungspreis, FernUniversität in Hagen
- 1993 Fritz-Grunebaum-Preis, Universität Heidelberg
- 1985 Stipendiat, Studienstiftung des Deutschen Volkes