Pflanzenproduktion in Deutschland – Bestandsaufnahme und Perspektiven für die Zukunft

  • Symposia
  • Halle (Saale)
Symposium der Leopoldina und der Deutschen Forschungsgemeinschaft
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  • Location Halle (Saale)

Die Landwirtschaft steht in der öffentlichen Kritik: Dies gilt sowohl für die Tierproduktion, Stichwort Tierwohl, als auch für die Pflanzenproduktion, etwa im Zusammenhang mit Glyphosat. Die Kritik an der ertragsorientierten („konventionellen“) Wirtschaftsweise wurde in den letzten Jahren vielfach geäußert, auch in Schriften der Leopoldina. Ziel des Symposiums ist es, deutlich zu machen, dass Pflanzenproduktion sich nicht nur auf „konventionell“ und „ökologisch“ beschränkt. Vielmehr gibt es eine Vielzahl von Produktionsverfahren, die mal mehr und mal weniger dem einen oder anderen Schlagwort zuzuordnen sind. Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und Ressourcenschonung spielen heute auch in der ertragsorientierten Landwirtschaft eine wichtige Rolle, während der Ertrag umgekehrt auch bei der umweltorientierten Wirtschaftsweise nicht vernachlässigt werden kann.

Das Symposium soll auch Zielkonflikte deutlich herauszustellen. So können hohe Erträge und Qualitäten, wie sie bisher aus der ertragsorientierten Wirtschaftsweise bekannt waren, nicht mit einem Maximum an Natur- und Ressourcenschutz erzielt werden. Es wird wichtig sein, herauszustellen, wie an ertragreichen Produktionsstandorten hohe Erträge nachhaltig und umweltschonend erzielt werden können, um dem wesentlichen Ziel der Landwirtschaft, der Versorgung der Gesellschaft mit Nahrungs-, Futtermitteln und nachwachsenden Rohstoffen, auch in Zukunft gerecht zu werden. Daher soll auch die Situation aus Sicht der Ernährungsökonomie mit dem deutschen Beitrag für die Welternährung beleuchtet werden.

Das Symposium wird von der Leopoldina und der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Wissenschaftliche Organisation: Prof. Dr. Christian Jung, Kiel Prof. Dr. Dr. Urs Niggli, Brüssel, Belgien Prof. Dr. Henning Kage, Kiel Prof. Dr. Andreas von Tiedemann, Göttingen

Programm am 13. Oktober 2020

12.00-12.30 Uhr Begrüßung
Gerald Haug, Präsident Leopoldina, Halle Christian Jung, Universität Kiel,

Pflanzenproduktivität, Ökosystemleistungen und Landnutzungsform
Hartmut Stützel, Universität Hannover

Produktivität und Ressourceneffizienz im Acker- und Pflanzenbau: Ein Widerspruch?
Henning Kage, Universität Kiel

Acker- und Pflanzenbau – multifunktional
Jürgen Heß, Universität Kassel-Witzenhausen

14.15-14.45 Uhr Pause

Regionalität statt globaler Produktionsketten? Forschungsbedarf für dezentrale, sichere, gesunde und klimafreundliche Anbausysteme im Gartenbau
Eckhard George, Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau

Der Weinbau in Deutschland im Spannungsfeld zwischen Klimawandel, Nachhaltigkeitsbestrebungen und Verbraucherwünschen
Anette Reinecke, Hochschule Geisenheim

Kohlenstoffmanagement landwirtschaftlich genutzter Böden
Ingrid Kögel-Knabner, TU München-Weihenstephan

16.30-17.00 Uhr Pause

Maßnahmen für bodenschonende Produktionssysteme
Wulf Amelung, Universität Bonn

Vielfältige Nutzung für vielfältige Funktionen - Herausforderungen für die Grünlandforschung
Johannes Isselstein, Universität Göttingen

Die Landwirtschaft als Dienstleister für den Umwelt- und Naturschutz
Urs Niggli, FiBL, Brüssel, Belgien

18.45-19.30 Uhr Pause mit Abendessen

19.30 Uhr Öffentlicher Abendvortrag: Landwirtschaft in der öffentlichen Wahrnehmung (vorläufiger Titel)
Senja Post, Universität Göttingen

Programm am 14. Oktober 2020

8.30-10.15 Uhr

Pflanzenschutz und Unkrautbekämpfung angesichts gestiegener gesellschaftspolitischer Anforderungen
Andreas von Tiedemann, Universität Göttingen

Aktuelle und zukünftige Entwicklungen in der Pflanzenzüchtung (vorläufiger Titel)
Chris-Carolin Schön, TU München-Weihenstephan

Digitale Systeme für eine effiziente und umweltschonende Landwirtschaft
Hans W. Griepentrog, Universität Hohenheim

10.15-10.45 Uhr Pause

Exemplarische betriebswirtschaftliche Auswirkungen zukünftig erwartbarer Extensivierungen im deutschen Ackerbau
Enno Bahrs, Universität Hohenheim

Extensivierung des Pflanzenbaus in Deutschland = Intensivierung im Rest der Welt – Stimmt die Gleichung?
Harald Grethe, Humboldt-Universität zu Berlin

Podiumsdiskussion: Ertrags- oder umweltorientiert? Wo liegt die Zukunft der Pflanzenproduktion? Wo besteht Forschungsbedarf?
Chris-Carolin Schön, Urs Niggli, Enno Bahrs, Leitung: Christian Jung

12.30 Uhr Schlusswort
Christian Jung

Weitere Informationen und Anmeldung

Die Veranstaltung richtet sich an alle fachlich Interessierten. Für die Teilnahme wird ein Kostenbeitrag von 35,- Euro erhoben. Um eine Anmeldung bis zum 10. September 2020 an secretary(at)plantbreeding.uni-kiel.de wird gebeten.

Kontakt

Katrin Steinbach
Institut für Pflanzenzüchtung
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Tel.: 0431 - 8802577
E-Mail: secretary(at)plantbreeding.uni-kiel.de

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