Prof. Dr. Martin Hrabě de Angelis

  • Section Veterinary Medicine
  • Location Neuherberg, Germany
  • Election year 2018

Research

Forschungsschwerpunkte: Genetik, Mausmodelle, Einfluss von Genen und Umwelteinflüssen, Epigenetik, Stoffwechselkrankheiten, Diabetes
Martin Hrabě de Angelis ist ein deutscher Genetiker, dessen Forschung das Verständnis von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes maßgeblich geprägt hat. Er gewann neue, wegweisende Erkenntnisse über genetische und epigenetische Ursachen dieser Erkrankungen und zeigte, wie Umweltfaktoren epigenetische Veränderungen bewirken, die über Generationen hinweg vererbt werden können.
2001 gründete Martin Hrabě de Angelis die German Mouse Clinic (GMC), die erste Plattform zur systematischen Analyse genetischer Funktionen bei Krankheitsmodellen, die Erkrankungen in der Humanmedizin repräsentieren. Die GMC ermöglicht Untersuchungen an verschiedenen Organen und Altersstadien. Dabei identifizierte das Forschungsteam um Hrabě de Angelis mehr als 50 stoffwechselrelevante Gene und beschrieb deren Funktionen, insbesondere bei Diabetes Typ 2. Diese Erkenntnisse liefern nicht nur Einblicke in pathophysiologische Mechanismen, sondern auch Ansätze für neue Therapien, die an den Ursachen der Erkrankung ansetzen.
Ein weiterer Schwerpunkt von Martin Hrabě de Angelis liegt auf der Erforschung epigenetischer Effekte von Umweltfaktoren. Seine Studien haben gezeigt, dass fettreiche Ernährung den Stoffwechsel stört und diese Modifikationen epigenetisch über Eizellen und Spermien auf Nachkommen übertragen werden können. Solche Veränderungen erhöhen das Risiko für Krankheiten wie Adipositas und Diabetes und machen den Einfluss äußerer Faktoren auf den Stoffwechsel deutlich. Martin Hrabě de Angelis erforscht zudem, wie reversibel solche epigenetischen Veränderungen sind. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Modifikationen durch gezielte Interventionen, wie Medikamente oder Lebensstiländerungen, rückgängig gemacht werden können. 
Die Integration großer Datenmengen aus präklinischen und klinischen Studien spielt in Martin Hrabě de Angelis‘ Forschung eine zentrale Rolle. Mit bioinformatischen Methoden und Künstlicher Intelligenz analysiert sein Team genetische, epigenetische und metabolische Daten und deckt Zusammenhänge zwischen genetischen Variationen und Krankheitsrisiken auf.
Durch die Kombination aus systemischer Genomforschung und moderner Datenanalyse verbindet Martin Hrabě de Angelis Grundlagenforschung mit translationalen Ansätzen. Seine Arbeiten leisten einen entscheidenden Beitrag zum Verständnis molekularer Mechanismen von Stoffwechselerkrankungen und eröffnen neue Wege für Prävention und Behandlung einer weltweit so häufigen Erkrankung wie Diabetes.

  • seit 2025 Mitglied, Forum, Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung (DZG)
  • seit 2024 Gründungsdirektor, Konsortium für eine europäische Forschungsinfrastruktur (ERIC) „INFRAFRONTIER“, Neuherberg
  • 10/2023-02/2024  Amtierender CFO/CTO (Chief Financial Officer/Chief Operating Officer), Helmholtz Zentrum München, Neuherberg
  • 2023-2024 Vorsitzender, Board und Forum, DZG
  • 2020-2023 Vorsitzender, Task Force „Fight COVID19 @ Helmholtz Munich“, Helmholtz Zentrum München, Neuherberg
  • seit 2020 Forschungsdirektor, Helmholtz Zentrum München, Neuherberg
  • 2008-2024 Direktor, Forschungskonsortium „INFRAFRONTIER GmbH“, Neuherberg
  • seit 2003 Lehrstuhl für Experimentelle Genetik, Technische Universität München (TUM)
  • seit 2000 Direktor, Institut für Experimentelle Genetik, Helmholtz Zentrum München, Neuherberg
  • 2001 Gründer, German Mouse Clinic (GMC), c/o Helmholtz Zentrum München, Neuherberg
  • 1997-2000 Leiter, Arbeitsgruppe „Funktionelle Genetik“, Helmholtz Zentrum München, Neuherberg
  • 1994-1997 Postdoktorand, Jackson Laboratory, Bar Harbour, USA
  • 1994 Promotion in Biologie, Philipps-Universität Marburg
  • 1985-1994 Studium der Biologie, Philipps-Universität Marburg

  • 2017-2019 Präsident, International Mammalian Genome Society
  • seit 2015 Mitglied, Scientific Advisory Board Mary Lyon Centre at Medical Research Council (MRC) Harwell, Harwell Science and Innovation Campus, UK
  • seit 2014 Mitglied, External Advisory Board, Karolinska Institutet – Comparative Medicine, Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden
  • seit 2014 Mitglied, Scientific Advisory Board, RIKEN Bioresource Research Center, Tsukuba, Japan
  • seit 2009 Vorstand und Sprecher, Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), Neuherberg
  • seit 2009 Mitglied, Steering Committee, International Mouse Phenotyping Consortium (IMPC)
  • 2002-2010 Mitglied, Scientific Advisory Board, Mouse Genetics Program, Academia Sinica, Taipeh, Taiwan
  • 2002-2005 Mitglied, Secretariat, International Mammalian Genome Society
  • 1999-2012 Offizielles Mitglied, Scientific Advisory Board „Mutagenesis“,  Jackson Laboratory, Bar Harbor, USA

  • 2006-2010 Sprecher, Komitee, Nationales Genomforschungsforschungsnetz (NGFN), Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • 2001-2012 Mitglied, Komitee, NGFN1 und NGFN2, BMBF
  • 1999-2004 Mitglied, Wissenschaftlicher Koordinierungsausschuss, Deutsches Humangenomprojekt (DHGP), BMBF sowie Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 1997-2003 Mitglied, Patentkoordinierungsausschuss, DHGP, BMBF sowie DFG
  • 1997-1998 Mitglied, Arbeitsgruppe „Lizensierung und Patentierung“, DHGP, BMBF sowie DFG

  • 2025 George D. Snell Lecture, International Mammalien Genome Society
  • 2021 Paul-Langerhans-Medaille, Deutsche Diabetes Gesellschaft
  • seit 2018 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2018 Ehrendoktorwürde, Medizinische Fakultät, Technische Universität Dresden
  • 2018 Ehrendoktorwürde, Tierärztliche Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • 2016 Ehrendoktorwürde, Medizinische Fakultät, Eberhard Karls Universität Tübingen
  • 2010, 2003 Paula und Richard von Hertwig-Preis für interdisziplinäre Forschung, Verein der Freunde und Förderer des Helmholtz Zentrums München, Neuherberg
  • 2001 Incarico di Ricera, Consiglio Nazionale delle Ricerche (CNR), Rom, Italien
  • 1997-1997 Postdoktoranden-Stipendium, National Institute of Health (NIH), Bethesda, USA
  • 1994-1996 Postdoktoranden-Stipendium, DFG

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