Nationale Empfehlungen

Kohlenstoffmanagement integriert denken: Anforderungen an eine Gesamtstrategie aus CCS, CCU und CDR (2024)

Herausgegeben von Pfeiffer, Johannes/Erlach, Berit/Fischedick, Manfred/Fuss, Sabine/Geden, Oliver/Löschel, Andreas/Pittel, Karen/Ragwitz, Mario/Stephanos, Cyril/Weidlich, Anke

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Impuls des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“

  • Treibhausgas
  • Kohlenstoffmanagement
  • Carbon Capture
  • Klimaschutz
Zur Publikation (PDF)

Publikationsdetails

  • Veröffentlichungsdatum 15.04.2024
  • Seitenanzahl 48

Kohlenstoffmanagement (auch Carbon Management) zielt darauf ab, entstandenes Kohlendioxid (CO₂) aus der Atmosphäre fernzuhalten oder zu beseitigen, damit es nicht zur Erderwärmung beiträgt oder verbleibende Treibhausgas-Emissionen ausgeglichen werden können. Ein weiteres Ziel ist, Kohlenstoff für die Herstellung von Produkten bereitzustellen, ohne fossile Rohstoffe zu nutzen. Drei Bausteine stehen dafür zur Verfügung:

  • Carbon Capture & Storage (CCS)
  • Carbon Capture & Utilization (CCU)
  • Carbon Dioxide Removal (CDR)

Die Bundesregierung möchte mit zwei Strategien, der Carbon Management Strategie (CMS) und der Langfriststrategie Negativemissionen (LNe), einen strategischen Rahmen für das Kohlenstoffmanagement in Deutschland schaffen und hat dazu erste Eckpunkte formuliert.

Der vorliegende Impuls des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) ordnet anhand dieser Eckpunkte die Rolle und Grenzen des Kohlenstoffmanagements im Klimaschutz ein:

  • Können die Ziele im Klimaschutz auch ohne Carbon Management erreicht werden?
  • In welchem Verhältnis steht das Kohlenstoffmanagement zur Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen?
  • Warum ist die CO₂-Speicherung wichtig?

In einigen Bereichen wie der Zementindustrie und der Landwirtschaft lässt sich die Entstehung von Treibhausgas-Emissionen absehbar nicht komplett vermeiden. Schon das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 wird daher nicht erreichbar sein, ohne CO₂ abzuscheiden und dauerhaft zu speichern. Dabei allein auf die Speicherung in Vegetation und Boden zu vertrauen, erscheint zu riskant.

Gleichzeitig kann und sollte das Carbon Management nur begrenzte Klimaschutzbeiträge leisten. Die erforderlichen Technologien müssen in die breite Anwendung gebracht und teilweise neu entwickelt werden, was Zeit erfordert und zumindest erste Entscheidungen für den Einstieg in das Carbon Management heute dringlich erscheinen lässt. Gemeinsam genutzte Infrastrukturen, technische Komponenten oder natürliche Ressourcen erfordern zudem eine übergreifende Betrachtung von CCS, CCU und CDR.

Der Impuls benennt Herausforderungen und Nachbesserungsbedarfe bei den vorliegenden Eckpunkten, damit CMS und LNe letztlich eine schlüssige Gesamtstrategie für das Carbon Management bilden. Er zeigt zudem regulatorische Handlungsoptionen auf, wie Klimaneutralität und später Netto-negativ-Emissionen erreicht werden können.

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