Evidenzbasierte Politikgestaltung bedeutet, politische Entscheidungen auf fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse zu stützen und damit Wirksamkeit, Transparenz und Effizienz zu erhöhen.
Angesichts komplexer gesellschaftlicher Herausforderungen – etwa beim Klimaschutz, Gesundheitswesen oder bei digitaler Transformation – steigt der Bedarf an belastbaren Daten, Evaluationen und interdisziplinärer Expertise. Diese Seite informiert über Prinzipien, methodische Ansätze sowie Chancen und Grenzen wissenschaftlich gestützter Politikberatung und -gestaltung.
Zur Bedeutung Evidenzbasierter Politikgestaltung ▸
Politische Entscheidungen sollten auf einen informierten Diskurs zu Zielen und Maßnahmen gestützt sein. Wissenschaft kann dazu einen Beitrag leisten, indem sie Evidenz über Ursachen und Wirkungen zur Verfügung stellt, beispielsweise durch methodisch angemessene, systematische Evaluierungen, aber auch langfristige Bevölkerungsstudien, wie in der Stellungnahme „Wissenschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung bevölkerungsweiter Längsschnittstudien", erläutert wird. In Deutschland wie auch in anderen Ländern können Formen der Evidenzbasierung noch besser als bisher in der Politikgestaltung verankert werden.
In vielen Bereichen der Politik werden regelmäßig Evaluierungen durchgeführt, etwa im Bereich der Ressortforschung. Gemäß einem Beschluss der Bundesregierung aus dem Jahr 2013 sollen insbesondere Vorhaben, deren geschätzte Kosten der Umsetzung jährlich eine Million Euro übersteigen, systematisch evaluiert werden.
Globalisierung, der demographische Wandel, Digitalisierung und der Klimawandel stellen die Politik vor wichtige Herausforderungen. Die Bewältigung dieser Herausforderungen erfordert klar strukturierte, transparente und faktenbasierte politische Entscheidungsprozesse. Im Interview umreißt Prof. Regina Riphahn, Vizepräsidentin der Leopoldina, die Bedeutung der Evidenzbasierung in der politischen Gestaltung.