Pandemien sind Krankheitsausbrüche, die global massive Auswirkungen auf Gesundheit, Gesellschaft und Wirtschaft haben. Sie entstehen, wenn ein Erreger sich schnell über Landesgrenzen hinweg ausbreitet und jeder potenziell gefährdet ist. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Faktoren wie Globalisierung, Klimawandel, zunehmender Kontakt zwischen Mensch und Tier sowie schwache Gesundheitssysteme die Entstehung und Ausbreitungswahrscheinlichkeit erhöhen.
Auf dieser Seite werden medizinische Grundlagen, strategische Präventionsmaßnahmen und politische sowie gesellschaftliche Herausforderungen im Umgang mit Pandemien beleuchtet.
Entstehung von Pandemien ▸
Pandemien hat es schon immer gegeben: Die Pest oder die Spanische Grippe mit Millionen von Toten, später Aids und COVID-19. Diese Infektionskrankheiten entstehen vor allem durch Erreger, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Dabei spielen auch unsere globalisierten und industrialisierten Lebensverhältnisse eine Rolle. Breitet sich eine Pandemie weltweit aus, muss schnell reagiert werden. Dabei sind Gesundheitsinstitutionen, Wissenschaft und Gesellschaft gefragt.
Pandemien erfordern Informationsaustausch und koordiniertes Handeln auf internationaler Ebene. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die Weltgesundheitsorganisation (WHO). 1999 rief die WHO jedes Land auf, nationale Pandemiepläne zu entwickeln. In Deutschland hat das Robert Koch-Institut (RKI) einen solchen Notfallplan entwickelt. Um eine Pandemie eindämmen zu können, ist die Expertise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Forschungsdisziplinen gefragt. Nur interdisziplinär können die Herausforderungen bewältigt werden.
Ein neuartiger Erreger ist für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Art „black box“. Anfangs ist nur wenig bekannt über die Art und Weise, wie sich der Krankheitserreger verbreitet und welche gesundheitlichen Folgen eine Infektion für den Menschen hat. Für Tests, Impfstoffe und Medikamente, mit denen Pandemien eingedämmt und Erkrankungen behandelt werden können, sind hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung notwendig. Trotz aller wissenschaftlichen Fortschritte in der Medizin gelingt es nicht immer, für jede neue Infektionskrankheit einen Impfstoff zu entwickeln.
Ob Pest oder Spanische Grippe – Mundschutz, Isolation und Quarantäne waren schon früher wirksame Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung eines Erregers. Heute stehen uns weitere, technische Mittel zur Verfügung. Daten zum Infektionsgeschehen werden täglich gesammelt, die Durchseuchung der Bevölkerung wird zeitnah erfasst. Auch wird Technik zum erweiterten Schutz eingesetzt. So können Kontaktverfolgungs-Apps eine Risikobegegnung anzeigen und die Unterbrechung von Infektionsketten erleichtern.