Chinas Aufstieg im globalen Wissenschaftssystem

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Ein Vortrag im Wissenschaftshistorischen Seminar von Dr. Anna Lisa Ahlers (Berlin)
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Der Aufstieg der Volksrepublik China im globalen Wissenschaftssystem ist beispiellos. In knapp zwei Jahrzehnten hat es das Land an die Spitze signifikanter Ranglisten geschafft: Es produziert inzwischen weltweit die meisten wissenschaftlichen Veröffentlichungen, investiert massiv in Forschung und Entwicklung im In- und Ausland und baut die Reputation seiner Universitäten jährlich aus.

Diese Entwicklungen belegen anscheinend einen ersten Erfolg der Ambitionen und Strategien der chinesischen Regierung, China bis 2020 zu einem wissenschaftlichen Schwergewicht und bis 2050 zur weltweit führenden Wissenschaftsmacht zu machen. Sie stellen jedoch auch gängige Annahmen in Frage, zum Beispiel über das Zusammenspiel von Wissenschaft und Demokratie in der modernen Gesellschaft. Auswärtige Beobachterinnen und Beobachter stellen sich die Frage, wie eine solche wissenschaftliche Expansion unter einem autoritären Regime möglich ist, das sich für die politische Kontrolle von Wissenschaft entscheidet, akademische Freiheit einschränkt und keine wissenschaftliche Autonomie akzeptiert.

In diesem Vortrag werden zunächst die grundlegenden wirtschaftspolitischen Entscheidungen in verschiedenen historischen Phasen seit der Gründung der Volksrepublik 1949 betrachtet. Es ist augenscheinlich, dass sich die gegenwärtige Phase deutlich von der Mao-Ära und der frühen Reform- und Eröffnungsperiode nach 1978 unterscheidet. Über eine anschließende Skizzierung von nationalen Dynamiken und den globalen Effekten von Chinas aktuellem wissenschaftlichen Aufstieg lassen sich Übereinstimmungen und Reibungen des chinesischen Weges mit den gängigen funktionalen und normativen (Selbst-)Beschreibungen des Wissenschaftssystems genauer fassen. Abschließend liegt es nahe zu diskutieren, ob es sich im chinesischen Fall um ein neues Modell des Verhältnisses von Autokratie und Wissenschaft im 21. Jahrhundert handelt.

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  • Das Mikrofon sollte während des Vortrags ausgeschaltet sein, um störende Hintergrundgeräusche zu vermeiden.
  • In der anschließenden Diskussion können Wortmeldungen über den Chat angezeigt werden. Der Moderator führt eine Redeliste und erteilt jeweils das Wort.
  • In der Diskussion kann die Kamera gerne eingeschaltet werden, insbesondere beim Vortragen von Wortmeldungen ist dies gewünscht, damit die Referentinnen und Referenten auch sehen können, wer die Fragen/Anmerkungen stellt.

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Prof. Dr. Rainer Godel
Leiter des Zentrums für Wissenschaftsforschung
E-Mail: lzfw(at)leopoldina.org
Tel.: 0345 / 47 239 - 118

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