Das Auge als Fenster zum Leben und als Aquarium
- Vorträge & Diskussionen
- Halle (Saale)
Jost B. Jonas ML, Mannheim
- Startdatum
- Enddatum
- Ort Halle (Saale)
Monatssitzung der Leopoldina
Vortragsgebäude der Akademie
Emil-Abderhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)
Auge und Sehen sind von überragender Bedeutung für die soziale Interaktion und damit für die Lebensqualität jedes einzelnen Menschen. Die Sehleistung ist ein wesentlicher Faktor für berufliche Möglichkeiten und Tätigkeiten. Umgekehrt prägen Verhaltensmuster okuläre Parameter wie Häufigkeit und Ausprägung der Kurzsichtigkeit. Dies führt zu Assoziationen zwischen Sehleistung, Brillenstärke, Bildungsniveau, Einkommen und allgemeinmedizinischen und ophthalmologischen Erkrankungen.
Neben der sozialen Komponente stellt das Auge als „Aquarium“ ein Schaufenster ins Körperinnere dar. Die Transparenz der optischen Medien des Auges erlaubt unter Verwendung neuer optischer Verfahren eine nicht-invasive Untersuchung der Netzhaut und damit indirekt des Gehirns mit einer optischen Auflösung von bis zu unter einem Mikrometer. Dies mag in Zukunft eine quantitative Netzhautanalyse ermöglichen, was einer intravitalen nicht-invasiven Gehirnbiopsie nahe kommen mag. Theoretisch kann gar eine optische biochemische Biopsie der Netzhaut bei der Suche nach Proteinen als Nachweis allgemeiner neurologischer Erkrankungen, wie dem Morbus Alzheimer, helfen. Die Blutdruckmessung in der Netzhautvene führt zu einer nicht-invasiven Messung des Hirndruckes. Die Blutdruckmessung in der Netzhautarterie gibt Aufschluss über die Funktionsfähigkeit der zum Gehirn führenden Arterien. Durch die Möglichkeit, den Augenhintergrund bei hoher Auflösung zu betrachten, können gezielt Stammzelltherapien appliziert und morphologisch und funktionell kontrolliert werden. Das gleiche gilt für Anwendungen der Nanomedizin bis hin zur Neuroprotektion und zur intraokularen Medikamentenproduktion durch genetisch modifizierte Stammzellen im intraokularen Käfig. Der Augeninnenraum könnte dann als „biologischer“ täglicher Produktionsort für innerhalb und außerhalb des Auges benötigte Medikamente dienen. Diese allgemeinen Beispiele zeigen neben den Weiterentwicklungen der intraokulären Ophthalmologie einschließlich der Laseroperationen der Hornhaut, der minimal invasiven Linsenoperation, und chirurgischen Netzhaut- und Glaskörperinterventionen die Möglichkeiten der Augenheilkunde auf.
Jost B. Jonas: Studium der Humanmedizin, Approbation und Promotion an der Universität Freiburg (1975-1981); Habilitation Universität Erlangen (1989); Ordinarius für Ophthalmologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (2000); Honorary Director Beijing Institute of Ophthalmology (2006).
Seit 2006 ist Jost B. Jonas Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften (Sektion Ophthalmologie, Oto-Rhino-Laryngologie und Stomatologie).
Kontaktadresse: Prof. Dr. Jost B. Jonas, Klinikum Mannheim gGmbH, Direktor Augenklinik, Theodor-Kutzer-Ufer 1-3, 68617 Mannheim
Vortragsgebäude der Akademie
Emil-Abderhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)
Auge und Sehen sind von überragender Bedeutung für die soziale Interaktion und damit für die Lebensqualität jedes einzelnen Menschen. Die Sehleistung ist ein wesentlicher Faktor für berufliche Möglichkeiten und Tätigkeiten. Umgekehrt prägen Verhaltensmuster okuläre Parameter wie Häufigkeit und Ausprägung der Kurzsichtigkeit. Dies führt zu Assoziationen zwischen Sehleistung, Brillenstärke, Bildungsniveau, Einkommen und allgemeinmedizinischen und ophthalmologischen Erkrankungen.
Neben der sozialen Komponente stellt das Auge als „Aquarium“ ein Schaufenster ins Körperinnere dar. Die Transparenz der optischen Medien des Auges erlaubt unter Verwendung neuer optischer Verfahren eine nicht-invasive Untersuchung der Netzhaut und damit indirekt des Gehirns mit einer optischen Auflösung von bis zu unter einem Mikrometer. Dies mag in Zukunft eine quantitative Netzhautanalyse ermöglichen, was einer intravitalen nicht-invasiven Gehirnbiopsie nahe kommen mag. Theoretisch kann gar eine optische biochemische Biopsie der Netzhaut bei der Suche nach Proteinen als Nachweis allgemeiner neurologischer Erkrankungen, wie dem Morbus Alzheimer, helfen. Die Blutdruckmessung in der Netzhautvene führt zu einer nicht-invasiven Messung des Hirndruckes. Die Blutdruckmessung in der Netzhautarterie gibt Aufschluss über die Funktionsfähigkeit der zum Gehirn führenden Arterien. Durch die Möglichkeit, den Augenhintergrund bei hoher Auflösung zu betrachten, können gezielt Stammzelltherapien appliziert und morphologisch und funktionell kontrolliert werden. Das gleiche gilt für Anwendungen der Nanomedizin bis hin zur Neuroprotektion und zur intraokularen Medikamentenproduktion durch genetisch modifizierte Stammzellen im intraokularen Käfig. Der Augeninnenraum könnte dann als „biologischer“ täglicher Produktionsort für innerhalb und außerhalb des Auges benötigte Medikamente dienen. Diese allgemeinen Beispiele zeigen neben den Weiterentwicklungen der intraokulären Ophthalmologie einschließlich der Laseroperationen der Hornhaut, der minimal invasiven Linsenoperation, und chirurgischen Netzhaut- und Glaskörperinterventionen die Möglichkeiten der Augenheilkunde auf.
Jost B. Jonas: Studium der Humanmedizin, Approbation und Promotion an der Universität Freiburg (1975-1981); Habilitation Universität Erlangen (1989); Ordinarius für Ophthalmologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (2000); Honorary Director Beijing Institute of Ophthalmology (2006).
Seit 2006 ist Jost B. Jonas Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften (Sektion Ophthalmologie, Oto-Rhino-Laryngologie und Stomatologie).
Kontaktadresse: Prof. Dr. Jost B. Jonas, Klinikum Mannheim gGmbH, Direktor Augenklinik, Theodor-Kutzer-Ufer 1-3, 68617 Mannheim