Der Anstieg der Scheidungsraten
- Vorträge & Diskussionen
- Halle
Prof. Dr. Hartmut Esser, Mannheim
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- Ort Halle
In allen westlichen Industrieländern sind in den letzten Jahrzehnten die Scheidungsraten deutlich angestiegen. Der Referent wird im Rahmen des Vortrags erklären, woran dieser Anstieg liegt. Dazu werden zunächst verschiedene theoretische Hypothesen vorgetragen und dann ein Modell skizziert, das die verschiedenen möglichen Einflüsse zusammenführt. Die Grundlage für die empirische Überprüfung des Modells ist die Mannheimer Scheidungsstudie, bei der 2500 verheiratete und 2500 geschiedene Paare befragt wurden. Das zentrale Ergebnis ist, dass es offenbar zwei grundlegend verschiedene Arten von Ehen gibt, anfällige und immune, und dass – neben anderem – insbesondere die Tendenz steigt, dass die anfälligen Ehen dann auch geschieden werden. Für die (Nicht-) Anfälligkeit der Ehen sind insbesondere zwei Faktoren bedeutsam: die wechselseitige Einstellung der Unauflöslichkeit der Ehe (als "Institution", manifestiert etwa über die kirchliche Heirat) und wechselseitige Freundschaften. Wenn diese Bedingungen gegeben sind, besteht auch in der neueren Zeit so gut wie kein Scheidungsrisiko.
Hartmut Esser studierte Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Köln; 1971 Diplom; 1974 Promotion in Köln; 1981 Habilitation in Bochum; 1974-1978 Akademischer Rat Ruhr-Universität Bochum; 1978-1982 Wissenschaftlicher Rat und Professor Universität Duisburg; 1982-1987 o. Professor für Empirische Sozialforschung Universität Essen; 1985-1987 Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) Mannheim; 1987-1991 o. Professor für Soziologie Universität zu Köln; seit 1991 o. Professor für Soziologie und Wissenschaftslehre der Universität Mannheim. Hartmut Esser ist in zahlreichen Beiräten und als Herausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften tätig, er war 6 Jahre Mitglied des Senatsausschusses für die Sonderforschungsbereiche der DFG, er ist Fachgutachter der DFG für das Fach Empirische Sozialforschung und war Prorektor der Universität Mannheim. Forschungsschwerpunkte: Migrationsforschung, Scheidungsforschung, Methodologie der empirischen Sozialforschung.
Im Jahr 2001 wählte die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina Hartmut Esser zum Mitglied (Sektion Ökonomik und Empirische Sozialwissenschaften).
Kontaktadresse: Prof. Dr. Hartmut Esser, Universität Mannheim, Lehrstuhl für Soziologie und Wissenschaftslehre, Seminargebäude A5, D-68131 Mannheim
Hartmut Esser studierte Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Köln; 1971 Diplom; 1974 Promotion in Köln; 1981 Habilitation in Bochum; 1974-1978 Akademischer Rat Ruhr-Universität Bochum; 1978-1982 Wissenschaftlicher Rat und Professor Universität Duisburg; 1982-1987 o. Professor für Empirische Sozialforschung Universität Essen; 1985-1987 Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) Mannheim; 1987-1991 o. Professor für Soziologie Universität zu Köln; seit 1991 o. Professor für Soziologie und Wissenschaftslehre der Universität Mannheim. Hartmut Esser ist in zahlreichen Beiräten und als Herausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften tätig, er war 6 Jahre Mitglied des Senatsausschusses für die Sonderforschungsbereiche der DFG, er ist Fachgutachter der DFG für das Fach Empirische Sozialforschung und war Prorektor der Universität Mannheim. Forschungsschwerpunkte: Migrationsforschung, Scheidungsforschung, Methodologie der empirischen Sozialforschung.
Im Jahr 2001 wählte die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina Hartmut Esser zum Mitglied (Sektion Ökonomik und Empirische Sozialwissenschaften).
Kontaktadresse: Prof. Dr. Hartmut Esser, Universität Mannheim, Lehrstuhl für Soziologie und Wissenschaftslehre, Seminargebäude A5, D-68131 Mannheim