Der Streit in Deutschland um die Stammzellforschung
- Vorträge & Diskussionen
- Halle (Saale)
Klaus Tanner, Halle
- Startdatum
- Enddatum
- Ort Halle (Saale)
Monatssitzung der Leopoldina
Vortragsgebäude der Akademie
Emil-Abderhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)
Heftige ethische und rechtliche Auseinandersetzungen über den Schutz der frühesten Formen menschlichen Lebens begleiten die moderne Reproduktionsmedizin und ihre Folgeprobleme seit ihrem Beginn. Zugespitzt haben sich diese Kontroversen auf dem Gebiet der Stammzellforschung. Dieses umstrittene Forschungsfeld wird in Deutschland reguliert durch das Embryonenschutzgesetz von 1990 und das Stammzellgesetz von 2002. Fünf Jahre nach seiner Entstehung ist dieses Gesetz erneut zu einem Kristallisationskern eines ethischen und rechtlichen Grundlagenstreites geworden: Welcher Schutz kommt diesen frühesten Formen menschlichen Lebens in vitro zu? Wie ist dieser Schutz ins Verhältnis zu setzen zu anderen Grundrechten, etwa der Forschungsfreiheit? Wie läßt sich solch ein hochdynamisches Wissenschaftsfeld angemessen regulieren? Ausgelöst wurde die neue Debatte durch Forderungen von Wissenschaftsorganisationen (DFG, Leopoldina, BBAW), die eine Novellierung des Gesetzes aufgrund der veränderten Forschungslandschaft für nötig erachten. Der Vortrag wird zunächst die Ausgangslage kurz beleuchten, die in Deutschland derzeit durch die rechtlichen Regelungen gegeben ist. In einem zweiten Schritt sollen einige wichtige Stationen der jüngsten Debatte nachgezeichnet werden. Dadurch soll ein Beitrag geleistet werden zu einer ethischen Hermeneutik, die es erlaubt, Probleme ethischer und politischer Urteilsbildung auf dem Feld der Biopolitik präziser zu erfassen.
Klaus Tanner: Studium der Evangelischen Theologie in Neuendettelsau, München und Heidelberg, Promotion (1989) und Habilitation (1993) an der Universität München. Ordination zum Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (1993). Professor für Systematische Theologie an der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Dresden (1993-1997), seit 1997 ordentlicher Professor am Institut für Systematische Theologie der Universität Halle-Wittenberg. Mitglied u. a. der Enquete-Kommission „Recht und Ethik der modernen Medizin“ des Deutschen Bundestages (2000-2002), der Zentralen Ethikkommission der Bundesregierung für Stammzellforschung (seit 2002) und der Senatskommission „Grundsatzfragen der Genforschung“ der DFG (seit 2007). Mitherausgeber der Zeitschrift für Evangelische Ethik
Forschungsschwerpunkte: Protestantismus und politische Kultur im 19. und 20. Jahrhundert, Geschichte der Ethik, Grundlegungsfragen der Ethik, Medizin- und Bioethik
Seit 2007 ist Klaus Tanner Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Sektion Kulturwissenschaften).
Kontaktadresse: Prof. Dr. Klaus Tanner, Institut für Systematische Theologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Franckeplatz 1, Haus 30, 06099 Halle (Saale)
Vortragsgebäude der Akademie
Emil-Abderhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)
Heftige ethische und rechtliche Auseinandersetzungen über den Schutz der frühesten Formen menschlichen Lebens begleiten die moderne Reproduktionsmedizin und ihre Folgeprobleme seit ihrem Beginn. Zugespitzt haben sich diese Kontroversen auf dem Gebiet der Stammzellforschung. Dieses umstrittene Forschungsfeld wird in Deutschland reguliert durch das Embryonenschutzgesetz von 1990 und das Stammzellgesetz von 2002. Fünf Jahre nach seiner Entstehung ist dieses Gesetz erneut zu einem Kristallisationskern eines ethischen und rechtlichen Grundlagenstreites geworden: Welcher Schutz kommt diesen frühesten Formen menschlichen Lebens in vitro zu? Wie ist dieser Schutz ins Verhältnis zu setzen zu anderen Grundrechten, etwa der Forschungsfreiheit? Wie läßt sich solch ein hochdynamisches Wissenschaftsfeld angemessen regulieren? Ausgelöst wurde die neue Debatte durch Forderungen von Wissenschaftsorganisationen (DFG, Leopoldina, BBAW), die eine Novellierung des Gesetzes aufgrund der veränderten Forschungslandschaft für nötig erachten. Der Vortrag wird zunächst die Ausgangslage kurz beleuchten, die in Deutschland derzeit durch die rechtlichen Regelungen gegeben ist. In einem zweiten Schritt sollen einige wichtige Stationen der jüngsten Debatte nachgezeichnet werden. Dadurch soll ein Beitrag geleistet werden zu einer ethischen Hermeneutik, die es erlaubt, Probleme ethischer und politischer Urteilsbildung auf dem Feld der Biopolitik präziser zu erfassen.
Klaus Tanner: Studium der Evangelischen Theologie in Neuendettelsau, München und Heidelberg, Promotion (1989) und Habilitation (1993) an der Universität München. Ordination zum Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (1993). Professor für Systematische Theologie an der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Dresden (1993-1997), seit 1997 ordentlicher Professor am Institut für Systematische Theologie der Universität Halle-Wittenberg. Mitglied u. a. der Enquete-Kommission „Recht und Ethik der modernen Medizin“ des Deutschen Bundestages (2000-2002), der Zentralen Ethikkommission der Bundesregierung für Stammzellforschung (seit 2002) und der Senatskommission „Grundsatzfragen der Genforschung“ der DFG (seit 2007). Mitherausgeber der Zeitschrift für Evangelische Ethik
Forschungsschwerpunkte: Protestantismus und politische Kultur im 19. und 20. Jahrhundert, Geschichte der Ethik, Grundlegungsfragen der Ethik, Medizin- und Bioethik
Seit 2007 ist Klaus Tanner Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Sektion Kulturwissenschaften).
Kontaktadresse: Prof. Dr. Klaus Tanner, Institut für Systematische Theologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Franckeplatz 1, Haus 30, 06099 Halle (Saale)