Die Magnetosphäre der Erde.

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Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier, Braunschweig
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Als Eruption der Superlative wurde eine koronale Massenejektion (CME) von der Tagespresse beschrieben, die am 28. Oktober 2003 die Sonne verließ und in den darauffolgenden Tagen die stärksten je beobachteten magnetischen Stürme verursachte. Ursache dieser Stürme war eine durch die CME ausgelöste extrem starke Störung der Magnetosphäre, dem Wechselwirkungsgebiet des Sonnenwindes mit dem Magnetfeld unserer Erde. Gefüllt mit Plasmen solaren und ionosphärischen Ursprungs ist die Magnetosphäre ideal zum Studium plasmaphysikalischer Prozesse, die meist nicht im Labor reproduzierbar sind und große, auch astrophysikalische Bedeutung haben. Da die kürzlich beobachteten erdmagnetischen Stürme auch gravierende Auswirkungen auf technische Systeme wie Stromversorgungseinrichtungen oder Kommunikationssatelliten haben können, liegt es nahe, dass künftig auch die Vorhersage des Weltraumwetters von Bedeutung sein wird. Eine solche Vorhersage ist aber nur möglich, wenn die plasmaphysikalischen Prozesse in der Erdmagnetosphäre verstanden sind. Glaßmeier wird in seinem Vortrag darauf eingehen, welche Ziele die europäische Weltraumorganisation ESA mit den vier CLUSTER-Satelliten verfolgt, die 2000 in polare Umlaufbahnen verschickt wurden, um einige der offenen Fragen der Magnetosphärenphysik zu lösen. Die Möglichkeiten und Ergebnisse der CLUSTER-Mission wird er beispielhaft diskutieren.

Karl-Heinz Glaßmeier hat an der Westfälischen Wilhelm-Universität Münster Physik, Geophysik und Philosophie studiert, wurde als Physiker promoviert und habilitierte sich am Institut für Geophysik und Meteorologie in Köln 1989 auf dem Gebiet der Geophysik. Seit 1991 ist er C4-Professor für Geophysik an der Technischen Universität in Braunschweig. Ihr diente er als Dekan für Naturwissenschaften (1993-1995), zur Zeit ist er Mitglied des Senats der TU. Glaßmeier erhielt namhafte Ehrungen und Preise, so die Zeldovich Medal of the Committee on Space Research (COSPAR) of the International Council of Scientific Unions (1990) und den NASA Group Achievement Award for Contributions to the DS-1 Project (1999). Er ist Mitglied nationaler und internationaler Beratergremien, Mitglied renommierter Gesellschaften und Akademien. Im Jahr 2001 wählte die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina Karl-Heinz Glaßmeier zum Mitglied (Sektion Geowissenschaften).

Kontaktadresse: Prof. Dr. Karl-Heinz Glaßmeier, Technische Universität Braunschweig, Institut für Geophysik und Meteorologie, Mendelssohnstraße 3, D-38106 Braunschweig, Tel.: 0531-39 15 215

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