Die Verwandtschaft zwischen Stammzellen und Tumorzellen
- Vorträge & Diskussionen
- Halle
Prof. Dr. Ulf Rüdiger Rapp, Würzburg
- Startdatum
- Enddatum
- Ort Halle
Monatssitzung der Leopoldina
Vortragsgebäude der Akademie
Emil-Abderhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)
Die Verwandtschaft zwischen Stammzellen und Tumorzellen
Was haben Stammzellen und Tumorzellen gemeinsam? Körpereigene Stammzellen sind dadurch charakterisiert, dass sie sich unbegrenzt vermehren und dass aus ihnen unterschiedlichste Zelltypen entstehen können. Auch Tumorzellen vermehren sich unkontrolliert und bilden häufig heterogene, d.h. aus mehreren Zelltypen bestehende, Tumore aus. Langjährige Untersuchungen von Signalprozessen in Tumorzellen der Arbeitsgruppe von Ulf Rapp haben gezeigt, dass bestimmte Schrittmacher-Signalwege von besonderer Bedeutung für das zelluläre Wachstums- und Entwicklungsverhalten sind. So konnte die Arbeitsgruppe nachweisen, dass insbesondere Signalmoleküle aus der Familie der Raf-Kinasen bei der Entstehung von Tumorerkrankungen maßgeblich beteiligt sind. Zudem sind diese Kinasen in zelluläre Switch-Phänomene involviert, die in das zelluläre Gedächtnis eingreifen und dazu beitragen, dass die Normalentwicklung von Zellen gestört wird. Rapp wird in seinem Vortrag zeigen, dass diese Untersuchungen nicht nur für die Entwicklung neuer Krebstherapien, sondern auch für die gezielte Manipulation von Stammzellen im Rahmen von Zell- und Gewebeersatz-Therapien hochrelevant sind.
Ulf Rüdiger Rapp: Studium der Medizin und medizinische Doktorarbeit am Institut für Biochemie in Freiburg (1970). Graduiertenausbildung und Postdoktorand am McArdle Laboratory for Cancer Research an der University of Wisconsin (1970-1975). Visiting Scientist am National Institute of Health, NCI, in Bethesda, MD (1975-1984) und Direktor der Viral Pathology Section am Laboratory of Viral Carcinogenesis, DCE, NCI, NIH in Frederick, MD (1979-1994). Außerordentlicher Professor für Genetik an der George Washington Universität in Washington D.C. (1984-1994). Seit 1993 Professor für Molekulare Zellbiologie und Direktor am Institut für Medizinische Strahlenkunde und Zellforschung (MSZ) der Universität Würzburg. Preise und Auszeichnungen: Robert-Pfleger-Preis 1996, Max-Planck-Forschungspreis für Internationale Kooperation (1998), Deutscher Krebspreis (2001). Honorarprofessuren in China am Suzhou Medical College der Suzhou University (1998) und am Peking Union Medical College der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Beijing (1999). Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO) (seit 1996), der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur (seit 1999) und der Academia Europaea (seit 2001). Zahlreiche Herausgebertätigkeiten, z.B. für das "Journal of Cellular Physiology" und "Cancer Letters".
Forschungsschwerpunkte: Retroviren, Entwicklungsbiologie, Molekularbiologie von Onkogenen und Wachstumsfaktoren, Biochemie der Signaltransduktion, Stammzellenbiologie.
Vortragsgebäude der Akademie
Emil-Abderhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)
Die Verwandtschaft zwischen Stammzellen und Tumorzellen
Was haben Stammzellen und Tumorzellen gemeinsam? Körpereigene Stammzellen sind dadurch charakterisiert, dass sie sich unbegrenzt vermehren und dass aus ihnen unterschiedlichste Zelltypen entstehen können. Auch Tumorzellen vermehren sich unkontrolliert und bilden häufig heterogene, d.h. aus mehreren Zelltypen bestehende, Tumore aus. Langjährige Untersuchungen von Signalprozessen in Tumorzellen der Arbeitsgruppe von Ulf Rapp haben gezeigt, dass bestimmte Schrittmacher-Signalwege von besonderer Bedeutung für das zelluläre Wachstums- und Entwicklungsverhalten sind. So konnte die Arbeitsgruppe nachweisen, dass insbesondere Signalmoleküle aus der Familie der Raf-Kinasen bei der Entstehung von Tumorerkrankungen maßgeblich beteiligt sind. Zudem sind diese Kinasen in zelluläre Switch-Phänomene involviert, die in das zelluläre Gedächtnis eingreifen und dazu beitragen, dass die Normalentwicklung von Zellen gestört wird. Rapp wird in seinem Vortrag zeigen, dass diese Untersuchungen nicht nur für die Entwicklung neuer Krebstherapien, sondern auch für die gezielte Manipulation von Stammzellen im Rahmen von Zell- und Gewebeersatz-Therapien hochrelevant sind.
Ulf Rüdiger Rapp: Studium der Medizin und medizinische Doktorarbeit am Institut für Biochemie in Freiburg (1970). Graduiertenausbildung und Postdoktorand am McArdle Laboratory for Cancer Research an der University of Wisconsin (1970-1975). Visiting Scientist am National Institute of Health, NCI, in Bethesda, MD (1975-1984) und Direktor der Viral Pathology Section am Laboratory of Viral Carcinogenesis, DCE, NCI, NIH in Frederick, MD (1979-1994). Außerordentlicher Professor für Genetik an der George Washington Universität in Washington D.C. (1984-1994). Seit 1993 Professor für Molekulare Zellbiologie und Direktor am Institut für Medizinische Strahlenkunde und Zellforschung (MSZ) der Universität Würzburg. Preise und Auszeichnungen: Robert-Pfleger-Preis 1996, Max-Planck-Forschungspreis für Internationale Kooperation (1998), Deutscher Krebspreis (2001). Honorarprofessuren in China am Suzhou Medical College der Suzhou University (1998) und am Peking Union Medical College der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Beijing (1999). Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO) (seit 1996), der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur (seit 1999) und der Academia Europaea (seit 2001). Zahlreiche Herausgebertätigkeiten, z.B. für das "Journal of Cellular Physiology" und "Cancer Letters".
Forschungsschwerpunkte: Retroviren, Entwicklungsbiologie, Molekularbiologie von Onkogenen und Wachstumsfaktoren, Biochemie der Signaltransduktion, Stammzellenbiologie.