Stressbewältigungsstrategien bei Bakterien

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Prof. Dr. Regine Hengge, Berlin
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Als einzellige Lebewesen sind Bakterien ständigen Veränderungen in ihrer unmittelbaren Umgebung ausgesetzt. Dies gilt sowohl für die externe Umwelt als auch für die Bedingungen, die pathogene Bakterien in ihren Wirten vorfinden, wobei gerade letztere mit Hilfe ihres Immunsystems versuchen, die infizierenden Bakterien "zu Tode zu stressen". Bakterien müssen sich daher an diese vielfältigen und oft extremen Stressbedingungen anpassen, um zu überleben und, im günstigen Falle, sich zu vermehren. Diese Adaptation geschieht durch globale Veränderungen im genomweiten Genexpressionsmuster, durch die oft Hunderte von Genen koordiniert an- oder abgeschaltet werden. Diese bakteriellen Stressantworten sind zu exzellenten Modellsystemen für hierarchisch und modular aufgebaute regulatorische Netzwerke geworden. In der Arbeitsgruppe Hengge wird die umfassendste bisher bekannte bakterielle Stressantwort untersucht, die durch den Master-Regulator RpoS (Sigma-S) gesteuerte generelle Stressantwort in Escherichia coli. Der Vortrag wird einen Überblick über die wesentlichen Aspekte der Regulation und Funktion von RpoS und damit der generellen Stressantwort in E. coli geben.

Regine Hengge: Studium der Biologie und Dissertation (1986) im Laboratorium für Mikrobiologie der Universität Konstanz. Post-Doc-Aufenthalt an der Princeton University (1987-1988). Wissenschaftliche Mitarbeiterin (1988-1992), wissenschaftliche Assistentin (1993-1995) und Hochschuldozentin (1995-1998) an der Universität Konstanz. Habilitation in Konstanz (1994). Seit 1998 Professorin für Mikrobiologie an der Freien Universität Berlin. Verschiedene Stipendien und Preise, u.a. Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (1993), Landesforschungspreis Baden-Württemberg (1996) und Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1998). Seit 2000 Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, seit 2004 Mitglied der European Molecular Biology Organisation (EMBO). Gutachterin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der National Science Foundation (USA), des Welcome Trust (GB) und der Israel Science Foundation. Mitglied der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie, der American Society for Microbiology, der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie sowie der American Association for the Advancement of Science.

Forschungsschwerpunkte: Regulationsnetzwerke bakterieller Stressantworten; Molekularmechanismen von Signaltransduktion und -integration; Molekularmechanismen transkriptionaler und post-transkriptionaler Genregulierung angesichts von Umwelt- und Stresseinflüssen.Seit 2001 ist Regine Hengge Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Sektion Mikrobiologie und Immunologie).Kontaktadresse: Prof. Dr. Regine Hengge, Institut für Biologie – Mikrobiologie, Freie Universität Berlin, 14195 Berlin

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