Vom Gen zur Therapie.
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Prof. Dr. Axel Ullrich, Martinsried
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Tumorerkrankungen stellen einen Krankheitsprototyp dar, der auf Defekten in zellulären Kommunikations-mechanismen beruht. Das Spektrum der bisher in Krebszellen identifizierten genetischen Veränderungen umfasst Punktmutationen in verschiedenen Genprodukten, Überexpression von positiven Signalüberträgern oder Unterexpression von negativen Kontrollelementen. Diese abnormalen Veränderungen führen letztlich zur Deregulation von zellulären Signalen. Axel Ullrich wird in seinem Vortrag molekulare Veränderungen beschreiben, die zu Tumorerkrankungen führen und die für therapeutische Zwecke genutzt werden können. Das erste Beispiel für einen solchen molekularen Defekt in Tumorzellen war die Amplifikation des Gens für den Rezeptor HER2/neu bei ca. 30% aller Mamma- und Ovarialkarzinome. Diese Entdeckung führte zu der Entwicklung des HER2/neu- spezifischen monoklonalen Antikörpers 4D5 und schließlich zum ersten therapeutischen Anti-Onkoprotein- Wirkstoff HERCEPTIN. Im Zuge der Ausweitung analoger Untersuchungen wurde die cDNA-Array-Technologie zur Identifizierung weiterer, entscheidender "Schaltstellen" und Zielstrukturen des pathophysiologischen Prozesses, der zur Krebserkrankung führt, angewendet. Weitere Untersuchungen sind auf "lebensnotwendige Systeme" des Tumors ausgerichtet, wie z.B. die Angiogenese, und als mögliche Zielgebiete für neue Formen der Krebstherapie geprüft. Die Ergebnisse von Ullrichs Arbeitsgruppe erlauben Einblicke in das zelluläre Signalübertragungsnetzwerk von Tumorzellen und bilden die Basis für molekulare Tumordiagnostik und die Entwicklung von neuen, zielgerichteten therapeutischen Strategien.
Axel Ullrich hat in Tübingen, Münster und Heidelberg Biochemie studiert und wurde in Heidelberg promoviert (1975). Seine Postdoktorandenzeit, gefördert durch die DFG, brachte ihn an das Department of Biochemistry and Biophysics der University of California in San Francisco. Von 1979-1988 arbeitete er bei Genentech, Inc., in San Francisco, Kalifornien, und baute dort das Forschungsprogramm zur molekularen Biologie von Wachstumsfaktoren und ihren Rezeptoren auf. 1988 wurde er zum Direktor der Abteilung Molekularbiologie des Max-Planck-Instituts für Biochemie berufen. Seither leitet er nicht nur eine bedeutende Arbeitsgruppe zur Grundlagenforschung von Wachstumsfaktoren und ihren Rezeptoren, sondern initiierte auch die Gründung der Biotechnologie-Firmen SUGEN, Inc. in Redwood City, Kalifornien, und VirGene AG in Martinsried. Ullrich gehört zu den meistzitierten Wissenschaftlern der Welt und hat zahlreiche hochangesehene Auszeichnungen und Ehrungen erhalten, zum Beispiel die Paul Langerhans-Medaille der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (1987), die Berthold-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (1988), den Prix Antoine Lacassagne der französischen Krebsliga (1991), die Goldmedaille der Fondazione Giovanni Lorenzini (1997) und den Preis der deutschen Krebsgesellschaft (1998). Er hat nicht nur durch seine bahnbrechenden Arbeiten in der Grundlagenforschung neue Standards gesetzt, sondern hat als Inhaber von mehr als 40 biotechnologischen Patenten auch die Brücke zur angewandten Biotechnologie geschlagen. Im Jahr 2000 wählte die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina Axel Ullrich zum Mitglied (Sektion Biochemie und Biophysik).
Kontaktadresse: Prof. Dr. Axel Ullrich, Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie, Abteilung Molekularbiologie, Am Klopferspitz, D-82152 Martinsried, Telefon: 089-8578 2513, Fax: 089-8577 866
Axel Ullrich hat in Tübingen, Münster und Heidelberg Biochemie studiert und wurde in Heidelberg promoviert (1975). Seine Postdoktorandenzeit, gefördert durch die DFG, brachte ihn an das Department of Biochemistry and Biophysics der University of California in San Francisco. Von 1979-1988 arbeitete er bei Genentech, Inc., in San Francisco, Kalifornien, und baute dort das Forschungsprogramm zur molekularen Biologie von Wachstumsfaktoren und ihren Rezeptoren auf. 1988 wurde er zum Direktor der Abteilung Molekularbiologie des Max-Planck-Instituts für Biochemie berufen. Seither leitet er nicht nur eine bedeutende Arbeitsgruppe zur Grundlagenforschung von Wachstumsfaktoren und ihren Rezeptoren, sondern initiierte auch die Gründung der Biotechnologie-Firmen SUGEN, Inc. in Redwood City, Kalifornien, und VirGene AG in Martinsried. Ullrich gehört zu den meistzitierten Wissenschaftlern der Welt und hat zahlreiche hochangesehene Auszeichnungen und Ehrungen erhalten, zum Beispiel die Paul Langerhans-Medaille der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (1987), die Berthold-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (1988), den Prix Antoine Lacassagne der französischen Krebsliga (1991), die Goldmedaille der Fondazione Giovanni Lorenzini (1997) und den Preis der deutschen Krebsgesellschaft (1998). Er hat nicht nur durch seine bahnbrechenden Arbeiten in der Grundlagenforschung neue Standards gesetzt, sondern hat als Inhaber von mehr als 40 biotechnologischen Patenten auch die Brücke zur angewandten Biotechnologie geschlagen. Im Jahr 2000 wählte die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina Axel Ullrich zum Mitglied (Sektion Biochemie und Biophysik).
Kontaktadresse: Prof. Dr. Axel Ullrich, Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie, Abteilung Molekularbiologie, Am Klopferspitz, D-82152 Martinsried, Telefon: 089-8578 2513, Fax: 089-8577 866