'Weihnachten' bei Thomas Mann. Spurendeutung in Leben und Werk
- Vorträge & Diskussionen
- Halle
Karl-Josef Kuschel, Tübingen
- Startdatum
- Enddatum
- Ort Halle
Monatssitzung der Leopoldina
Vortragsgebäude der Akademie
Emil-Abderhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)
Thomas Mann gilt als einer der größten Ironiker der deutschen Literatur. Und niemand hat wie er schon in den Romanen „Buddenbrooks“ und „Zauberberg“ das bürgerliche Weihnachten ironisiert und parodiert. Weihnachten – ein sinnlich schillerndes Ritual an der Grenze zur Selbstauflösung. Ein Durchgang durch sein gesamtes Werk aber offenbart Überraschendes: Der kritisch-ironischen Durchleuchtung folgt im „Joseph“-Roman und in den antifaschistischen Reden und Essays zunehmend eine vertiefte Sicht. Das Weihnachtsfest – im Hause von Thomas Mann Jahr für Jahr mit Konsequenz und Sorgfalt gefeiert – wird zum Ausdruck universaler Menschheitshoffnung. Mit seiner religiösen Botschaft behält es für Thomas Mann gerade in haltloser Zeit ethisch und politisch orientierende Kraft. 1924 kann er zum Thema Weihnachten schreiben: „Ich werde die Liebe zu den Zaubern des Weihnachtsfestes nie verlernen. Sanfte Gedanken umspinnen das Herz. Man träumt vom Schicksal und Rätsel des Menschen, seinem geistigen Wesen, seiner leiblichen Not und Schuld. Und man glaubt zu begreifen, was Gnade, was Liebe, was Hoffnung ist, und empfängt in der Seele den Sinn des Wortes 'Denn euch ist heute der Heiland geboren.'".
Der Vortrag von Prof. Karl-Josef Kuschel, Theologe und Literaturwissenschaftler an der Universität Tübingen, wird eine Entdeckungsreise sein in Leben und Werk von Thomas Mann.
Karl-Josef Kuschel: Studium der Literaturwissenschaft und Kath. Theologie an den Universitäten von Bochum und Tübingen (1967-1972), Promotion zum Doktor der Theologie in Tübingen (1977), Habilitation ebendort 1989. Seit 1995 Professor und Akademischer Direktor für Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Zugleich Stellvertretender Direktor des Instituts für ökumenische Forschung und Vizepräsident der Stiftung Weltethos (Tübingen). Ehrendoktor der Universität Lund, Schweden (1997).
Karl-Josef Kuschel ist der führende Vertreter des Forschungsfeldes Theologie und Literatur. Seine Werke zum Dialog der Religionen sind für eine interkulturell und interreligiös offene Theologie grundlegend und richtungweisend.
Kontaktadresse: Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel, Katholisch-Theologische Fakultät, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Liebermeisterstr. 12, 72076 Tübingen. E-Mail: karljosef.kuschel(at)uni-tuebingen.de
Vortragsgebäude der Akademie
Emil-Abderhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)
Thomas Mann gilt als einer der größten Ironiker der deutschen Literatur. Und niemand hat wie er schon in den Romanen „Buddenbrooks“ und „Zauberberg“ das bürgerliche Weihnachten ironisiert und parodiert. Weihnachten – ein sinnlich schillerndes Ritual an der Grenze zur Selbstauflösung. Ein Durchgang durch sein gesamtes Werk aber offenbart Überraschendes: Der kritisch-ironischen Durchleuchtung folgt im „Joseph“-Roman und in den antifaschistischen Reden und Essays zunehmend eine vertiefte Sicht. Das Weihnachtsfest – im Hause von Thomas Mann Jahr für Jahr mit Konsequenz und Sorgfalt gefeiert – wird zum Ausdruck universaler Menschheitshoffnung. Mit seiner religiösen Botschaft behält es für Thomas Mann gerade in haltloser Zeit ethisch und politisch orientierende Kraft. 1924 kann er zum Thema Weihnachten schreiben: „Ich werde die Liebe zu den Zaubern des Weihnachtsfestes nie verlernen. Sanfte Gedanken umspinnen das Herz. Man träumt vom Schicksal und Rätsel des Menschen, seinem geistigen Wesen, seiner leiblichen Not und Schuld. Und man glaubt zu begreifen, was Gnade, was Liebe, was Hoffnung ist, und empfängt in der Seele den Sinn des Wortes 'Denn euch ist heute der Heiland geboren.'".
Der Vortrag von Prof. Karl-Josef Kuschel, Theologe und Literaturwissenschaftler an der Universität Tübingen, wird eine Entdeckungsreise sein in Leben und Werk von Thomas Mann.
Karl-Josef Kuschel: Studium der Literaturwissenschaft und Kath. Theologie an den Universitäten von Bochum und Tübingen (1967-1972), Promotion zum Doktor der Theologie in Tübingen (1977), Habilitation ebendort 1989. Seit 1995 Professor und Akademischer Direktor für Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Zugleich Stellvertretender Direktor des Instituts für ökumenische Forschung und Vizepräsident der Stiftung Weltethos (Tübingen). Ehrendoktor der Universität Lund, Schweden (1997).
Karl-Josef Kuschel ist der führende Vertreter des Forschungsfeldes Theologie und Literatur. Seine Werke zum Dialog der Religionen sind für eine interkulturell und interreligiös offene Theologie grundlegend und richtungweisend.
Kontaktadresse: Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel, Katholisch-Theologische Fakultät, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Liebermeisterstr. 12, 72076 Tübingen. E-Mail: karljosef.kuschel(at)uni-tuebingen.de