Wissen mit Wirkung: Wissenschaft und Hochschule im Zeichen von „Societal Impact“
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Dass wissenschaftliches Wissen einen gesellschaftlichen Zweck haben solle, ist nicht neu: Pointiert formuliert Marx, dass „die Philosophen die ganze Welt bisher nur interpretiert haben, und zwar auf verschiedene Weise; der Punkt ist es, sie zu verändern“ (1845). Viele andere formulierten Ähnliches. Warum wäre dies also durch „wirkungsorientierte Forschung“, durch Verweis auf „Relevanz“ oder „Societal Impact“ hervorzuheben?
Die Vermutung lautet zunächst: Dies drückt in zugespitzter Weise ein Mitbestimmungs- und Teilnahmerecht „der Gesellschaft“ an Wissenschaft aus. Was wichtiges Wissen ist, wie es die Gesellschaft erreicht und mehr noch, wie sie daran mitwirken kann, ist Teil immer neuer Praktiken und Programme: Transdisziplinäre Forschung, Citizen Science oder Responsible Research and Innovation gehören heute sicher zu den bekannteren.
Doch diese Praktiken und Programme flammen seit den späten 1960ern immer wieder aufs Neue auf, denn nie konnten sie sich in der geforderten Weise in Wissenschaft und an Hochschulen etablieren. Deshalb dürfen wir wohl davon ausgehen, dass der neuerliche Verweis auf „Societal Impact“ von Forschung und Lehre auf mehr hinauswill: auf ein neues Arrangement von Wissenschaft, Hochschule und Gesellschaft. Wissenschaft und Hochschule, so scheint es, schlägt nicht mehr nur „Die Stunde der Wahrheit“ (Weingart), sondern auch die Stunde der „Wirkung“.
Der Vortrag erkundet, welche Rückwirkungen sich in diesem Zuge auf Wissensproduktion, institutionelle Arrangements und Forschende abzeichnen - im Zwischenraum von Exzellenz und Relevanz.
Sabine Maasen
Sabine Maasen hat seit 2020 die Professur für Wissenschafts- und Innovationsforschung an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg inne und ist seit vier Jahren Direktorin der TransferAgentur an der Universität Hamburg. Sie forscht zu neuen Formen der verantwortlichen Wissensproduktion (Interdisziplinarität, Transdisziplinarität, Partizipation) und zum Zusammenhang von forcierter Innovationstätigkeit und gesellschaftlicher Legitimation von Forschung.
Der Vortrag wird im Rahmen eines Workshops von der VolkswagenStiftung basierend auf der Förderlinie „Forschung über Forschung: Sommerschulen und Workshops“ gefördert.
Es laden Sie herzlich ein:
Stefan Böschen, Eva Barlösius, Carsten Reinhardt ML* und Ronja Steffensky
ML = Mitglied der Leopoldina
Livestream
Die Veranstaltung wird online via Zoom übertragen.
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Kontakt
Ronja Steffensky
Kommissarische Leiterin der Abteilung Zentrum für Wissenschaftsforschung
E-Mail: lzfw(at)leopoldina.org