Wissenschaftshistorisches Seminar „Naturwissenschaft, Bildung und Gesellschaft im Zeitalter der Aufklärung”

  • Wissenschaftshistorische Seminare
  • Halle (Saale)
Ein Vortrag von Prof. Dr. Dietrich von Engelhardt, Mitglied der Leopoldina, Lübeck/Karlsruhe. Gemeinsame Veranstaltung mit den Franckeschen Stiftungen zu Halle.
Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina
  • Startdatum
  • Enddatum
  • Ort Halle (Saale)

Weitere Informationen

In der neuzeitlichen Geschichte der Beziehung von Naturwissenschaft, Bildung und Gesellschaft markiert das 18. Jahrhundert eine besondere Zäsur. Naturforscher dieser Epoche betonen neben der reinen Erkenntnis die Bedeutung der praktischen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Individuelle Bildung und gesellschaftliche Veränderung werden vor allem von den Naturwissenschaften abhängig gemacht. Die Pädagogen der Aufklärung teilen und unterstützen diese Auffassung, betonen ihrerseits den Bildungswert der Naturwissenschaften. Theologie und Philosophie sollen in der  Aufgabe, glückliche Menschen und harmonische Lebensverhältnisse herbeizuführen, versagt haben; nun soll die Zeit der Naturwissenschaften angebrochen sein. Den Naturforschern geht es aber um ein Nebeneinander der Wissenschaften und Künste und nicht um eine einseitige Dominanz ihrer Disziplinen. Viele von ihnen sind auf den Gebieten der Natur wie der Kultur aktiv, sind auch künstlerisch produktiv. Alle Wissenschaften und Erscheinungen der Welt sollen wertvoll und für die Bildung des Menschen notwendig sein. Nicht nur im Bildungskonzept der Zeit besitzen Naturwissenschaften einen zentralen Platz, sie schlagen sich auch in der konkreten Bildung nieder, in der Gründung und Ausbreitung von Realschulen. Die Öffentlichkeit interessiert sich für naturwissenschaftliche Themen, naturwissenschaftliche Vorlesungen werden besucht, Naturwissenschaften erobern den Salon, Lesekreise und Bildungsvereinigungen greifen die neuen Theorien und Erkenntnisse auf. Spezialisierung und  Entstehung des Spezialisten haben in der Folgezeit zur allmählichen Auflösung der zwischen den verschiedenen Wissenschaften und Künsten bestehenden Beziehungen oder zur Entstehung von vier Kulturen beigetragen und damit über die Trennung von Naturwissenschaft und Bildung entschieden. Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung mit den Franckeschen Stiftungen, die den Auftakt für eine kooperative Vortragsreihe der beiden in Halle ansässigen Einrichtungen bilden soll. Es ist geplant, dass im jährlichen Wechsel einmal die Leopoldina zu Gast in den Franckeschen Stiftungen ist bzw. die Franckeschen Stiftungen zu Gast in der Leopoldina sind, um ein Thema zur Wissenschaftsgeschichte, das für das Selbstverständnis beider Einrichtungen von Relevanz ist, vorzustellen.

Kontakt

Dr. Sybille Gerstengarbe
Tel. 0345 / 47 239 -131

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