Wunder aus dem Buch der Natur

  • Wissenschaftshistorische Seminare
  • Halle (Saale)
Empirie, Spekulation und Bildlichkeit in den Monographien und in den "Miscellanea" der jungen "Academia naturae curiosorum". Vortrag im Wissenschaftshistorischen Seminar von den Leopoldina-Mitgliedern Prof. Dr. Wolfgang Eckart und Prof. Dr. Heinz Schott
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  • Ort Halle (Saale)

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Spätestens in der Buchillustration des 17. Jahrhunderts sind nahezu alle didaktischen Funktionen der wissens- und praxisvermittelnden Abbildung enthalten. Naturgeschichte ohne Abbildung zu schreiben ist kaum mehr vorstellbar. Die Grenzen zwischen Natur- und Wundergestalt, zwischen Natura und Magia naturalis sind dabei allerdings durch das gesamte 17. Jahrhundert durchaus fließend, und auch der Natur werden oft noch spielerische Wandlungskräfte zugeschrieben (natura ludens, natura naturans), oder sie ist bereits eine durch den Menschen gebändigte und geformte (natura naturata).

Neben der dokumentierend-didaktischen Funktion der medizinischen oder naturgeschichtlichen Abbildung, die im Grunde das Prinzip der autopsia in den Druck übernimmt, steht durch das ganze 17. Jahrhundert in ihrer Tradition ungebrochen die emblematisch-didaktische. Sie wird besonders in der Ikonographie des Buchtitels der Zeit fassbar, ist aber durchaus auch im Binnenraum der beschreibenden Texte anzutreffen und vermählt sich oft mit der Didaktik der konkreten Handlungsanweisung im Sinne des manu propria (mit eigener Hand/eigenhändig). Im Referat soll anhand einiger Illustrationen der Miscellanea curiosa medico-physica Academiae Naturae Curiosorum (1670-1700) und der Buchpublikationen bedeutender Mitglieder der Academiae Naturae Curiosorum (exemplarisch: Philipp Jakob Sachs von Löwenheim (1627-1972) und Salomon Reisel (1624-1701)) die Funktionenvielfalt der medizinischen und naturhistorischen Abbildung im späten 17. Jahrhundert beleuchtet werden.

Auch die Fragen nach der Funktion der Abbildungen im Hinblick auf den korrespondierenden Text und die wissenschaftshistorische bzw. ideengeschichtliche Einordnung der Arbeit der Akademie im Kontext der Naturforschung des ausgehenden 17.Jahrhunderts stehen bei diesem Vortrag im Fokus.  Hierbei ist insbesondere das Verhältnis von Empirie und Spekulation im Einzelnen zu beleuchten. Es zeigt sich, dass die frühneuzeitliche Naturphilosophie, insbesondere die „natürliche Magie“ (Magia naturalis) eine entscheidende Rolle spielte.

Prof. Dr. Rainer Godel und Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Dieter Hoffmann laden Sie herzlich ein.

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Prof. Dr. Rainer Godel
E-Mail: rainer.godel(at)leopoldina.org
Tel.: 0345 / 47 239 -115

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