Zur Korrektur der Brechkraft des menschlichen Auges – ein Plädoyer für prospektive Studien
- Vorträge & Diskussionen
- Halle
Gernot I.W. Duncker, Halle
- Startdatum
- Enddatum
- Ort Halle
Monatssitzung der Leopoldina
Vortragsgebäude der Akademie
Emil-Abderhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)
Erste Verfahren zur operativen Korrektur der Brechkraft des menschlichen Auges wurden bereits in den 60er Jahren publiziert und sind eng mit dem Namen Barraquer verbunden. Mit der Gefrierbearbeitung von Hornhautlamellen konnte schon damals die Brechkraft der Hornhaut variiert werden. Die unkritische Verbreitung einer Hornhautschwächung durch radiäre Inzisionen, vorwiegend in der UdSSR durch Fjodorov, aber etwas später auch in den USA, hat wegen des Komplikationspotentials der Methode die refraktive Hornhautchirurgie in Europa in Misskredit gebracht. Die multizentrische, prospektive PERK-study hat beispielhaft gezeigt, dass wegen später Hyperopisierungen und täglicher Fluktuationen der Refraktion radiäre inzisionale Techniken zur Korrektur einer Kurzsichtigkeit nicht empfohlen werden können. Erst die Etablierung sog. Excimer-Laser zur Ablation von kornealem Gewebe hat eine präzise und deutlich stabilere Korrektur myoper Brechungsfehler möglich gemacht. Aber auch hier zeigte sich rasch, dass erst prospektive, sauber durchgeführte klinische Studien die Limitationen der einzelnen Verfahren erkennen lassen. Im Vortrag wird anhand von Schlüsselstudien und eigener Untersuchungsergebnisse die Wertigkeit unterschiedlicher refraktiv-chirurgischer Verfahren beleuchtet. Gernot I.W. Duncker: Studium der Humanmedizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Promotion (1981), Habilitation (1989), Oberarzt an der Klinik für Ophthalmologie der Universität zu Kiel (1985), leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der Klinik für Ophthalmologie der Universität zu Kiel (1994-1997), seit 1997 Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, seit September 1999 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Hornhautbanken, vielfältige Mitwirkung in der akademischen Selbstverwaltung in der medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, z.B. als Prodekan für Studium und Lehre. Vizepräsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft.
Forschungsschwerpunkte: Keratoplastik, Refraktive Chirurgie
Seit 2001 ist Gernot Duncker Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Teilsektion Ophthalmologie).
Kontaktadresse: Prof. Dr. Gernot I.W. Duncker, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Ernst-Grube-Str. 40, 06120 Halle (Saale)
Vortragsgebäude der Akademie
Emil-Abderhalden-Str. 36, 06108 Halle (Saale)
Erste Verfahren zur operativen Korrektur der Brechkraft des menschlichen Auges wurden bereits in den 60er Jahren publiziert und sind eng mit dem Namen Barraquer verbunden. Mit der Gefrierbearbeitung von Hornhautlamellen konnte schon damals die Brechkraft der Hornhaut variiert werden. Die unkritische Verbreitung einer Hornhautschwächung durch radiäre Inzisionen, vorwiegend in der UdSSR durch Fjodorov, aber etwas später auch in den USA, hat wegen des Komplikationspotentials der Methode die refraktive Hornhautchirurgie in Europa in Misskredit gebracht. Die multizentrische, prospektive PERK-study hat beispielhaft gezeigt, dass wegen später Hyperopisierungen und täglicher Fluktuationen der Refraktion radiäre inzisionale Techniken zur Korrektur einer Kurzsichtigkeit nicht empfohlen werden können. Erst die Etablierung sog. Excimer-Laser zur Ablation von kornealem Gewebe hat eine präzise und deutlich stabilere Korrektur myoper Brechungsfehler möglich gemacht. Aber auch hier zeigte sich rasch, dass erst prospektive, sauber durchgeführte klinische Studien die Limitationen der einzelnen Verfahren erkennen lassen. Im Vortrag wird anhand von Schlüsselstudien und eigener Untersuchungsergebnisse die Wertigkeit unterschiedlicher refraktiv-chirurgischer Verfahren beleuchtet. Gernot I.W. Duncker: Studium der Humanmedizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Promotion (1981), Habilitation (1989), Oberarzt an der Klinik für Ophthalmologie der Universität zu Kiel (1985), leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der Klinik für Ophthalmologie der Universität zu Kiel (1994-1997), seit 1997 Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, seit September 1999 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Hornhautbanken, vielfältige Mitwirkung in der akademischen Selbstverwaltung in der medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, z.B. als Prodekan für Studium und Lehre. Vizepräsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft.
Forschungsschwerpunkte: Keratoplastik, Refraktive Chirurgie
Seit 2001 ist Gernot Duncker Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Teilsektion Ophthalmologie).
Kontaktadresse: Prof. Dr. Gernot I.W. Duncker, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Ernst-Grube-Str. 40, 06120 Halle (Saale)