Zwischen klar, trüb und sauer - zur ökologischen Situation der Seen in Deutschland.

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Prof. Dr. Brigitte Nixdorf, Bad Saarow
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  • Ort Halle
In Deutschland existieren mehr als 12 000 natürliche Seen, Talsperren und Tagebauseen. Für die Seen größer als 50 ha gilt seit 2001 mit der Einführung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) die Notwendigkeit, die natürlichen Seen erstmalig ökologisch zu bewerten bzw. ein ökologisches Potential für die künstlichen Gewässer zu bestimmen. Die meisten Seen sind glazialen Ursprungs, liegen in der norddeutschen Tiefebene und zeigen trotz der vielfältigen Gewässerschutzmaßnahmen erhebliche Eutrophierungssymptome. Erste Bewertungen in Anlehnung an die WRRL ergeben, dass ein trüber See in Brandenburg besser abschneiden kann als ein klarer See in Bayern. Als gleichermaßen problematisch wird die Bewertung der Versauerung der zahlreichen sehr großen Tagebauseen in den Braunkohlegebieten Ostdeutschlands betrachtet. Im Vortrag werden die Ursachen für die Gewässerbelastungen aufgezeigt und Bewertungsansätze vorgestellt, die der ökologischen Komplexität von Gewässern innerhalb einer Flussgebietsbetrachtung Rechnung tragen.

Brigitte Nixdorf studierte Biologe an der Humboldt-Universität zu Berlin und Hydrobiologie an der Technischen Universität Dresden. 1983 erfolgte die Promotion über Planktische Primärproduktion im Müggelsee. 1986 wurde sie Leiterin des Hydrobiologischen Labors der Abteilung Aquatische Ökosysteme des Instituts für Geographie und Geoökologie der Akademie der Wissenschaften der DDR. Nach 1989 erfolgten wissenschaftliche Arbeitsaufenthalte in Schweden, den Niederlanden, den USA und Kanada. Seit 1993 ist sie ordentliche Professorin an der Technischen Universität Cottbus mit Sitz des Lehrstuhls für Gewässerschutz in Bad Saarow am Scharmützelsee. 1994 erfolgte die Habilitation über "Trophische Interaktionen im planktischen Gefüge eines eutrophen Flachsees (Großer Müggelsee, Berlin)". Ihre Lehr- und Forschungsgebiete umfassen u.a. die Klassifizierung und Bewertung von Stand- und Fließgewässern sowie die Limnologie extrem saurer Tagebauseen und ihr ökologisches Entwicklungspotential. Nixdorf ist u.a. Vorsitzende (bis 2000) bzw. Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Umweltforschungszentrums (UFZ) Halle/Leipzig, Mitglied des Senatsausschusses der Leibnizgesellschaft, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Limnologie (seit 2002) und Fachgutachterin der DFG. 1998 erhielt sie den Lehrpreis des Ministers für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburgs. Im Jahr 2001 wählte die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina Brigitte Nixdorf zum Mitglied (Sektion Ökowissenschaften).

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