Prof. Dr. Anette Eva Fasang

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  • Fachbereich Ökonomik und Empirische Sozialwissenschaften
  • Ort Berlin, Deutschland
  • Wahljahr 2025

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Demografie und Sozialstruktur, Familienforschung, Lebensverlaufsforschung, quantitative Methoden der Sozialforschung

Anette Eva Fasang ist eine deutsche Soziologin, die sich vor allem mit der Demografie und Sozialstruktur von Gesellschaften und mit der Soziologie von Familien und Lebensverläufen beschäftigt. Dabei untersucht sie ein breites Spektrum an unterschiedlichen Fragestellungen – vom Zusammenhang zwischen Demografie und sozialer Ungleichheit über die Entwicklung von Berufskarrieren, Familienmodellen und Lebensverläufen bis hin zur gegenwärtigen Krise der liberalen Demokratie.

Bei ihrer Arbeit stützt sich die Forscherin auf quantitative Daten, die in Deutschland häufig aus Umfragen wie dem Sozioökonomischen Panel stammen. Diese analysieren sie und ihr Team mit Verfahren der Längsschnittanalyse. Sie werten also Daten aus, die zu verschiedenen Zeitpunkten über dieselben Haushalte oder Personen erhoben wurden. Auf diese Weise lassen sich Veränderungen und Trends aufspüren. Dazu entwickelt das Team auch neue Methoden wie die sogenannte Sequenzanalyse, die ursprünglich aus der Biologie stammt. Dort wird sie eingesetzt, um die Sequenzen von DNA-Bausteinen zu analysieren. Anette Eva Fasang nutzt eine abgewandelte Form davon, um Muster in Lebensverläufen aufzuspüren. 

In einem Projekt hat die Forscherin beispielsweise das Zusammenspiel von Familiengründung und Erwerbsverläufen in Deutschland und den USA verglichen. Trotz unterschiedlicher Sozialsysteme fanden sich dabei in beiden Ländern ähnliche Muster. So ging ein lückenloser, erfolgreicher Berufsweg in einem Job mit hohem Prestige und Einkommen oft mit einer stabilen Partnerschaft und mehreren Kindern einher. Allerdings galt das in den USA für beide Geschlechter, in Deutschland dagegen deutlich stärker für Männer. Insgesamt gibt es hierzulande demnach noch immer sehr stark geschlechtsspezifische Lebensverläufe. Durch Veränderungen in der Familienpolitik muss das nach Einschätzung der Forscherin für jüngere Generationen allerdings nicht mehr unbedingt gelten.

Anette Eva Fasangs Forschung zu Familien und Arbeitswelt befasst sich häufig auch mit sehr aktuellen Entwicklungen. So hat sie sich unter anderem mit der Frage nach Gewinnern und Verlierern der Covid-19-Pandemie beschäftigt. Die wirtschaftlichen Folgen dieser Krise haben für viele Menschen Einkommensverluste gebracht und das Armutsrisiko erhöht. Bestimmte Strukturen eines Haushalts wie etwa die Zahl der Erwerbstätigen oder der minderjährigen Kinder können diese Risiken allerdings verstärken oder abschwächen. Auf der Basis dieser Erkenntnisse haben die Forscherin und ihr Team auch simuliert und bewertet, welche Auswirkungen sozialpolitische Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld oder Grundsicherung in dieser Situation hatten. 

Mit solchen Untersuchungen liefert Anette Eva Fasang Antworten auf wichtige sozial- und gesellschaftspolitische Fragen. Besonders deutlich wird das auch bei ihrer Arbeit im Exzellenzcluster „Contestations of the Liberal Script (SCRIPTS)“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Darin geht es um die weltweiten Auseinandersetzungen um die liberale Demokratie. Nach dem Ende des Kalten Krieges schien sich dieses Gesellschaftssystem international endgültig durchgesetzt zu haben. Seit einigen Jahren aber befindet es sich in vielen Ländern in einer tiefen Krise, wird immer häufiger angezweifelt oder sogar aktiv bekämpft. Anette Eva Fasang untersucht die Ursachen dieser Entwicklung und ihre Folgen für die globalen Probleme des 21. Jahrhunderts.

  • seit 2023 Leiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin (HU)
  • 2022-2023 Stellvertretende Leiterin, Institut für Sozialwissenschaften, HU Berlin
  • 2019-2021 Fellow, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
  • 2019 Gastwissenschaftlerin, Stockholm University Demography Unit (SUDA) und Swedish Institute for Social Research (SOFI), University of Stockholm, Stockholm, Schweden
  • seit 2018 Akademische Direktorin, Berlin Graduate School of Social Sciences (BGSS)
  • 2017 Gastwissenschaftlerin, Nuffield College, University of Oxford, Oxford, UK
  • 2015 Gastwissenschaftlerin, Hungarian Demographic Research Institute (HDRI), Budapest, Ungarn
  • seit 2014 Professorin für Mikrosoziologie, HU Berlin
  • 2013 Gastwissenschaftlerin, Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDF), Rostock
  • 2012 Gastwissenschaftlerin, New York University Abu Dhabi, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate
  • 2011-2019 Leiterin, Forschungsgruppe „Demografie und Ungleichheit“, WZB
  • 2011-2014 Assistenzprofessorin für Demografie, HU Berlin
  • 2010-2011 Gastwissenschaftlerin, Institute for Social and Economic Research and Policy (ISERP), Columbia University, New York City, USA
  • 2006-2011 Postdoktorandin, Center for Research on Inequalities and the Life Course (CIQLE), Department of Sociology, Yale University, New Haven, USA
  • 2005-2009 Promotion in Soziologie, Jacobs University (heute Constructor University), Bremen
  • 1999-2004 Bachelor- und Master-Studium in Soziologie, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München

  • 2025, 2023 Gutachterin, Editorial Board, American Sociological Review
  • seit 2023 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen, Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • seit 2022 Mitglied, Institutsrat, Institut für Sozialwissenschaften, HU Berlin
  • 2022-2024 Mitglied, Beirat, Hanse-Wissenschaftskolleg, Delmenhorst
  • seit 2021 Mitglied, Editorial Board, European Sociological Review
  • seit 2020 Co-Vorsitzende, Beirat, Forschungsprojekt „FReDA - Das familiendemografische Panel“, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Wiesbaden, sowie GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim
  • seit 2019 Mitglied, Beirat, INVEST Research Flagship Center on Inequalities, Interventions and New Welfare State, University of Turku, Turku, sowie Finnish Institute for Health and Welfare (THL), Helsinki, Finnland
  • 2018-2020 Mitglied, Rat, Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät, HU Berlin
  • seit 2017 Mitglied, Beirat, SOCIUM Research Center on Inequality and Social Policy, Universität Bremen
  • 2017-2019 Mitglied, Beirat, Fachinformationsdienst (FID) Soziologie, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 2017-2019 Mitglied, Vorstand, Akademie für Soziologie, Mannheim
  • 2017-2018 Mitglied, Rat, Institut für Sozialwissenschaften, HU Berlin
  • 2016-2021 Mitglied, Beirat, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung
  • 2016-2022 Mitglied, Beirat, Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA), Berlin
  • 2016-2021 Mitglied, Kommission für Studium und Lehre, HU Berlin
  • 2015-2022 Mitglied, Editorial Board, Journal of Family Research (bis 2019 Zeitschrift für Familienforschung)
  • 2015-2021 Mitglied, Board, European Consortium for Sociological Research (ECSR)
  • 2015-2021 Mitglied, Editorial Board, Social Forces
  • 2015-2017 Mitglied, Konzil, HU Berlin
  • 2014-2020 Mitglied, Editorial Board, Acta Sociologica
  • 2013 Wissenschaftliche Beraterin, Ausstellung „Zukunft leben: Die demografische Chance“, Museum für Naturkunde, Berlin
  • 2012-2015 Mitglied, Editorial Board, Sociological Methodology
  • 2012-2014 Mitglied, Rat, Philosophische Fakultät III, HU Berlin
  • seit 2011 Mitglied, Vorstand, Berlin Graduate School of Social Sciences (BGSS)

  • 2022-2025 Antragstellerin, Projekt „Erwerbsangebot von Haushalten und Armut von Erwerbstätigen: zeitliche Dynamiken im Ländervergleich“, DFG
  • 2020-2021 Co-Leiterin, Projekt „Haushaltsstrukturen und ökonomische Risiken während der COVID-19 Pandemie in Ost- und Westdeutschland: Kompensation oder Akkumulation?“ (KOMPAKK), Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (FIS), Bundesministerium für Arbeit und Soziales
  • 2020-2023 Leiterin, Research Project „High hopes and broken promises: Young adult life courses in Senegal“, Exzellenzcluster (EXC) 2055, DFG
  • seit 2019 Beteiligte Wissenschaftlerin, EXC 2055 „Auseinandersetzungen um das liberale Skript (SCRIPTS)“, DFG
  • seit 2019 Beteiligte Wissenschaftlerin, Graduiertenkolleg (GRK) 2458 „Die Dynamiken von Demographie, demokratischen Prozessen und Public Policies (DYNAMICS)“, DFG
  • 2018-2021 Co-Leiterin, Transnational Research Project „Inequality, early adult life courses and economic outcomes at mid-life in comparative context (EQUALLIVES)“, New Opportunities for Research Funding Agency Cooperation in Europe (NORFACE), Horizon 2020, European Union (EU)
  • 2017-2022 Antragstellerin, Projekt „Lebensverläufe im frühen Erwachsenenalter und ökonomische Ungleichheit in der Mitte des Lebens aus vergleichender Perspektive“, DFG
  • 2016-2023 Kooperationspartnerin, Projekt „Individuelle Vermögensbildung in Paarbeziehungen: Persönliche Ressourcen und genderspezifische Ungleichheiten in Paarhaushalten“, DFG

  • 2025 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2024 Gewähltes Mitglied, European Academy of Sociology (EAS)
  • 2023 Rosabeth Moss Kanter Award for Excellence in Work-Family Research, Center for Families, Purdue University, West Lafayette, sowie Center for Work & Family, Boston College, Boston, USA
  • 2022 Ehrendoktorwürde, University of Turku, Turku, Finnland
  • 2018 Rosabeth Moss Kanter Award for Excellence in Work-Family Research, Center for Families, Purdue University, West Lafayette, sowie Center for Work & Family, Boston College, Boston, USA

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