Prof. Dr. Anja Feldmann
- Fachbereich Informationswissenschaften
- Ort Saarbrücken, Deutschland
- Wahljahr 2009
Forschung
Forschungsschwerpunkte: Vermessung des Internetverkehrs, Verortung von Netzwerk-Engpässen, programmierbare Netzwerke, Breitband-Access-Evolution, Cloud-Netzwerke, ISP-Application Collaboration, Community-Inspired Optimization
Anja Feldmann ist eine deutsche Informatikerin. Sie gehört zu den weltweit führenden Fachleuten auf dem Gebiet des Internets. Ihre ebenso grundlegenden wie praxisnahen Arbeiten zur Vermessung, Analyse und Modellierung des Internet-Verkehrs und zum Internet-Routing haben maßgeblich zur Weiterentwicklung des Internets beigetragen, insbesondere hinsichtlich Sicherheit und Zuverlässigkeit – sie sind die Basis für dessen zukünftige Struktur.
Das Internet in seiner ursprünglichen Form wurde für vergleichsweise wenige Teilnehmende entwickelt. In den vergangenen Jahren konnten die bestehenden Strukturen so erweitert und modifiziert werden, dass sie auch mit sehr viel mehr Informationspaketen funktionieren. Daran hat Anja Feldmann entscheidenden Anteil. Mithilfe von Methoden, um den Internetverkehr zu vermessen und die Transportprotokolle zu analysieren, untersucht sie die Dynamik des Datenversands und spürt so strukturelle Engpässe auf. Die auf ihren Arbeiten basierenden Methoden zum Komprimieren und Senden aktualisierter Webseiten finden sich mittlerweile in allen Webbrowsern und Servern. Mit dem Softwarepaket Netscope, zu dem sie maßgeblich beigetragen hat, kann der Verkehr innerhalb eines Internet-Dienstes visualisiert und optimiert werden. Anja Feldmann hat auf dieser Basis erstmals eine Verkehrsmatrix für das gesamte Internet berechnet.
Die bisherige Erweiterungsmethode für das Internet kommt aber zunehmend an ihre Grenzen. Anja Feldmann geht in ihrer Forschung deshalb auch der Frage nach, wie ein Internet grundsätzlich besser aufgebaut sein müsste, um auch für extrem viele Teilnehmende schnell, zuverlässig und sicher zu funktionieren. Eine Idee dabei ist es, dem Transport bestimmter Arten von Informationen unterschiedliche Qualität und Priorität einzuräumen, etwa dem Telefonieren gegenüber dem Herunterladen eines Videos. Auch die Analyse von Formen der Netznutzung des Web 2.0 wie Messenging-Dienste oder Soziale Netzwerke hilft ihr, die Architektur des Internets grundlegend zu verbessern. Bei ihren Untersuchungen spielen Fragen der Sicherheit eine entscheidende Rolle. So befasst sie sich unter anderem mit Systemen zur Abwehr gezielter Angriffe auf Hochgeschwindigkeitsnetze.
Anja Feldmanns Arbeit zeichnet sich durch eine – für ihr Gebiet auch international einzigartige – Verbindung von Theorie und Praxis aus. Den Grundstein hierfür legte sie während ihrer Forschungstätigkeit beim US-Kommunikationsunternehmen AT&T. An der Technischen Universität Berlin steht ihr ein weltweit einzigartiges Experimentierfeld für offene selbstorganisierte drahtlose Funknetze zur Verfügung.
Anja Feldmann ist eine deutsche Informatikerin. Sie gehört zu den weltweit führenden Fachleuten auf dem Gebiet des Internets. Ihre ebenso grundlegenden wie praxisnahen Arbeiten zur Vermessung, Analyse und Modellierung des Internet-Verkehrs und zum Internet-Routing haben maßgeblich zur Weiterentwicklung des Internets beigetragen, insbesondere hinsichtlich Sicherheit und Zuverlässigkeit – sie sind die Basis für dessen zukünftige Struktur.
Das Internet in seiner ursprünglichen Form wurde für vergleichsweise wenige Teilnehmende entwickelt. In den vergangenen Jahren konnten die bestehenden Strukturen so erweitert und modifiziert werden, dass sie auch mit sehr viel mehr Informationspaketen funktionieren. Daran hat Anja Feldmann entscheidenden Anteil. Mithilfe von Methoden, um den Internetverkehr zu vermessen und die Transportprotokolle zu analysieren, untersucht sie die Dynamik des Datenversands und spürt so strukturelle Engpässe auf. Die auf ihren Arbeiten basierenden Methoden zum Komprimieren und Senden aktualisierter Webseiten finden sich mittlerweile in allen Webbrowsern und Servern. Mit dem Softwarepaket Netscope, zu dem sie maßgeblich beigetragen hat, kann der Verkehr innerhalb eines Internet-Dienstes visualisiert und optimiert werden. Anja Feldmann hat auf dieser Basis erstmals eine Verkehrsmatrix für das gesamte Internet berechnet.
Die bisherige Erweiterungsmethode für das Internet kommt aber zunehmend an ihre Grenzen. Anja Feldmann geht in ihrer Forschung deshalb auch der Frage nach, wie ein Internet grundsätzlich besser aufgebaut sein müsste, um auch für extrem viele Teilnehmende schnell, zuverlässig und sicher zu funktionieren. Eine Idee dabei ist es, dem Transport bestimmter Arten von Informationen unterschiedliche Qualität und Priorität einzuräumen, etwa dem Telefonieren gegenüber dem Herunterladen eines Videos. Auch die Analyse von Formen der Netznutzung des Web 2.0 wie Messenging-Dienste oder Soziale Netzwerke hilft ihr, die Architektur des Internets grundlegend zu verbessern. Bei ihren Untersuchungen spielen Fragen der Sicherheit eine entscheidende Rolle. So befasst sie sich unter anderem mit Systemen zur Abwehr gezielter Angriffe auf Hochgeschwindigkeitsnetze.
Anja Feldmanns Arbeit zeichnet sich durch eine – für ihr Gebiet auch international einzigartige – Verbindung von Theorie und Praxis aus. Den Grundstein hierfür legte sie während ihrer Forschungstätigkeit beim US-Kommunikationsunternehmen AT&T. An der Technischen Universität Berlin steht ihr ein weltweit einzigartiges Experimentierfeld für offene selbstorganisierte drahtlose Funknetze zur Verfügung.
Werdegang
- seit 2018 Direktorin, Max-Planck-Institut für Informatik, Saarbrücken
- seit 2006 Professorin „Internet Network Architectures“, Technische Universität (TU) Berlin (bis 2013: Stiftungslehrstuhl „Intelligente Netze und Management von verteilten Systemen“, Deutsche Telekom AG, Bonn)
- 2002-2006 Professorin, Lehrstuhl für Netzwerkarchitekturen, TU München
- 2000-2002 Professorin für Informatik, Lehrstuhl für Computer Networking, Universität des Saarlandes, Saarbrücken
- 1996-2000 AT & T Labs Research, Florham Park, USA
- 1995-1996 AT & T Bell Laboratories, Murray Hill, USA
- 1995 Promotion (Ph.D.), Computer Science, Carnegie Mellon University, Pittsburgh, USA
- 1991 Master, Computer Science, Carnegie Mellon University, Pittsburgh, USA
- 1990 Diplom in Informatik, Universität Paderborn, Paderborn
Funktionen
- seit 2022 Mitglied, Advisory Council, Nokia Bell Labs, Murray Hill, USA
- seit 2022 Mitglied, Wissenschaftlicher Senat, Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), Karlsruhe
- seit 2020 Mitglied, Aufsichtsrat, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
- 2012-2019 Mitglied, Aufsichtsrat, SAP Deutschland SE & Co. KG, Walldorf
- 2010-2013 Dekanin, Fakultät für Elektrotechnik und Informatik, Technische Universität (TU) Berlin
Projekte
- 2001-2009 Leiterin, Teilprojekt „Management variabler Datenströme in Netzwerken“, Schwerpunktprogramm (SPP) 1126 „Algorithmik großer und komplexer Netzwerke“, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Auszeichungen und Mitgliedschaften
- 2024 IEEE Koji Kobayashi Computers and Communications Award, Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), Everett, USA
- seit 2023 Fellow, Association for Computing Machinery (ACM), New York City, USA
- 2023 Konrad-Zuse-Medaille, Gesellschaft für Informatik, Bonn
- seit 2019 Mitglied, acatech − Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
- 2018 Schelling-Preis, Bayerische Akademie der Wissenschaften
- 2017 Wissenschaftliches Mitglied, Max-Planck-Gesellschaft, München
- 2013 Mitglied, Academia Europaea
- seit 2013 Mitglied, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)
- 2011 Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, DFG
- 2011 Berliner Wissenschaftspreis, Regierender Bürgermeister Berlin
- seit 2009 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- 1990-1995 Graduate Student Fellowship, Carnegie Mellon University, Pittsburgh, USA
- 1985-1991 Stipendium, Studienstiftung des deutschen Volkes