Prof. Dr. Arturo Zychlinsky
- Fachbereich Mikrobiologie und Immunologie
- Ort Berlin, Deutschland
- Wahljahr 2007
Forschung
Forschungsschwerpunkte: Mikrobiologie, Infektionsbiologie, Krankheitserreger, Apoptose, Neutrophile, Autoimmunerkrankungen
Arturo Zychlinsky ist ein mexikanischer Biologe. Er forscht auf dem Gebiet der zellulären Mikrobiologie und Infektionsbiologie mit Fokus auf dem Immunsystem und der angeborenen Immunität. Insbesondere seine Erkenntnisse zu neutrophilen Granulozyten haben ihn weltweit bekannt gemacht. Der Arbeitsgruppe von Arturo Zychlinsky hat erstmals netzartige Strukturen identifiziert, die von den Neutrophilen bei Kontakt mit pathogenen Keimen gebildet werden, diese einfangen und absterben. Die Forschung dient dem besseren Verständnis der zellulären Mechanismen bei Infektionen und bei solchen Autoimmunerkrankungen, die durch die Überproduktion dieser Netze entstehen können.
Die Infektionsbiologie bakterieller Krankheitserreger und der zellulären Mikrobiologie ist das zentrale Thema von Arturo Zychlinsky. Seine Arbeiten zur Induktion der Apoptose, dem Auslösen des programmierten Zelltods, von Makrophagen durch bakterielle Faktoren von Shigellen und Salmonellen gelten als Pionierarbeit.
Auch auf seinem zweiten Arbeitsgebiet, den antibakteriellen Wirkmechanismen von neutrophilen Granulozyten, hat er einen zuvor unbekannten Mechanismus beschrieben: Er entdeckte, dass neutrophile Granulozyten als Zellen des Immunsystems schädliche Mikroorganismen in Netzen, sogenannten Neutrophil Extracellular Trap (kurz NETs) fangen können und anschließend einen speziellen Zelltod sterben. Mithilfe zellbiologischer und mikroskopischer Methoden untersucht die Arbeitsgruppe um Arturo Zychlinsky die molekularen Zusammenhänge unter Beteiligung verschiedener Proteine und weiterer Komponenten bei der Bildung dieser Netze.
In den letzten Jahren wurden NETs immer häufiger mit autoentzündlichen und Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht. Die Autoimmunkrankheit Lupus beispielsweise scheint mit einer überschießenden NET-Produktion verbunden zu sein. In Zusammenarbeit mit anderen Forschungsgruppen startete das Team um Arturo Zychlinsky ein großangelegtes Screening mit Substanzen, die die NET-Bildung hindern könnten. Dabei konnte ein möglicher Inhibitor gefunden werden.
Mit seinen Erkenntnissen hat Arturo Zychlinsky eine infektionsimmunologische Nische eröffnet, die bislang wegen experimenteller Schwierigkeiten vernachlässigt wurde. Damit wurden konventionelle Modellvorstellungen zur Pathogenität von Bakterien und zur Abwehr durch das angeborene Immunsystem infrage gestellt. Arturo Zychlinsky hat der zellulären Mikrobiologie als neuer Teildisziplin der Infektionsforschung Geltung verschafft.
Arturo Zychlinsky ist ein mexikanischer Biologe. Er forscht auf dem Gebiet der zellulären Mikrobiologie und Infektionsbiologie mit Fokus auf dem Immunsystem und der angeborenen Immunität. Insbesondere seine Erkenntnisse zu neutrophilen Granulozyten haben ihn weltweit bekannt gemacht. Der Arbeitsgruppe von Arturo Zychlinsky hat erstmals netzartige Strukturen identifiziert, die von den Neutrophilen bei Kontakt mit pathogenen Keimen gebildet werden, diese einfangen und absterben. Die Forschung dient dem besseren Verständnis der zellulären Mechanismen bei Infektionen und bei solchen Autoimmunerkrankungen, die durch die Überproduktion dieser Netze entstehen können.
Die Infektionsbiologie bakterieller Krankheitserreger und der zellulären Mikrobiologie ist das zentrale Thema von Arturo Zychlinsky. Seine Arbeiten zur Induktion der Apoptose, dem Auslösen des programmierten Zelltods, von Makrophagen durch bakterielle Faktoren von Shigellen und Salmonellen gelten als Pionierarbeit.
Auch auf seinem zweiten Arbeitsgebiet, den antibakteriellen Wirkmechanismen von neutrophilen Granulozyten, hat er einen zuvor unbekannten Mechanismus beschrieben: Er entdeckte, dass neutrophile Granulozyten als Zellen des Immunsystems schädliche Mikroorganismen in Netzen, sogenannten Neutrophil Extracellular Trap (kurz NETs) fangen können und anschließend einen speziellen Zelltod sterben. Mithilfe zellbiologischer und mikroskopischer Methoden untersucht die Arbeitsgruppe um Arturo Zychlinsky die molekularen Zusammenhänge unter Beteiligung verschiedener Proteine und weiterer Komponenten bei der Bildung dieser Netze.
In den letzten Jahren wurden NETs immer häufiger mit autoentzündlichen und Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht. Die Autoimmunkrankheit Lupus beispielsweise scheint mit einer überschießenden NET-Produktion verbunden zu sein. In Zusammenarbeit mit anderen Forschungsgruppen startete das Team um Arturo Zychlinsky ein großangelegtes Screening mit Substanzen, die die NET-Bildung hindern könnten. Dabei konnte ein möglicher Inhibitor gefunden werden.
Mit seinen Erkenntnissen hat Arturo Zychlinsky eine infektionsimmunologische Nische eröffnet, die bislang wegen experimenteller Schwierigkeiten vernachlässigt wurde. Damit wurden konventionelle Modellvorstellungen zur Pathogenität von Bakterien und zur Abwehr durch das angeborene Immunsystem infrage gestellt. Arturo Zychlinsky hat der zellulären Mikrobiologie als neuer Teildisziplin der Infektionsforschung Geltung verschafft.
Werdegang
- seit 2001 Direktor, Abteilung „Zelluläre Mikrobiologie“, Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, Berlin
- 1993-2001 Professor, Skirball Institute of Biomolecular Medicine, New York University (NYU) Langone Medical Centre, New York City, USA
- 1993-2001 Professor, Department of Microbiology, School of Medicine, NYU, New York City, USA
- 1991-1993 Postdoktorand, Institut Pasteur, Paris, Frankreich
- 1985-1991 Promotion in Immunologie, Rockefeller University, New York City, USA
- 1980-1985 Studium der Chemie, Bakteriologie und Parasitologie, Instituto Politécnico Nacional (IPN), Mexiko-Stadt, Mexiko
Auszeichungen und Mitgliedschaften
- seit 2012 Mitglied, American Academy of Microbiology (ASM), USA
- seit 2005 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- 2005 Eva und Klaus Grohe-Preis, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin
- 2001 Wissenschaftliches Mitglied, Max-Plack-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, München