Prof. Dr. Eileen E.M. Furlong
- Fachbereich Humangenetik und Molekulare Medizin
- Ort Heidelberg, Deutschland
- Wahljahr 2024
Forschung
Forschungsschwerpunkte: Genetik, Entwicklungsbiologie, Genomik, Genregulation, Zellentwicklung
Eileen Furlong ist eine irische Genetikerin und Entwicklungsbiologin. Ihr besonderes Interesse ist auf die Regulierung des Genoms innerhalb des komplexen dreidimensionalen Zellkerns gerichtet und darauf, wie dies wiederum die Embryonalentwicklung reguliert. Im Fokus ihrer Arbeit steht die Untersuchung der Kontrollelemente, sogenannter Enhancer, die den Beginn der Genexpression regulieren. Die Wissenschaftlerin hat innovative Methoden entwickelt, um zu entschlüsseln, wie Enhancer funktionieren und wie sie die Gewebeentwicklung regulieren. Mit dieser grundlegenden Forschung trägt sie maßgeblich zum Verständnis der biologischen Pfade bei, die von genetischen Varianten zur Erkrankung führen.
Die Entwicklungsbiologin geht grundlegenden Fragen der Biologie nach, die bereits seit hunderten von Jahren gestellt werden: Woher kommt unsere Komplexität? Eine Nervenzelle, eine Muskelzelle oder eine Hautzelle unterscheiden sich deutlich voneinander deutlich, obwohl alle Zellen eines Organismus die gleiche DNA besitzen und einen gemeinsamen Ursprung haben – die befruchtete Eizelle. Die Vielfalt (oder: Diversifizierung) entsteht nur durch die Entwicklung während der Differenzierung, bei der manche Gene aktiviert, andere dagegen stillgelegt werden – ein Prozess, der durch Enhancer reguliert wird. Zellen reifen so zu ihrer endgültigen funktionellen Form heran.
Der Prozess des An- und Abschaltens von Genen ist für nahezu alle biologischen Abläufe von zentraler Bedeutung, denn Fehler können dabei zu zahlreichen Krankheiten führen. Die Genexpression wird durch Kontrollelemente, Enhancer, reguliert. Das menschliche Genom enthält etwa 28.000 Gene, aber ungefähr eine Million Enhancer, die verschiedene Aspekte bzw. Stadien der Genexpression steuern, indem sie die den Genen „mitteilen“, wann und wo sie exprimiert werden sollen.
Eileen Furlongs Gruppe untersucht die grundlegenden Prozesse, mit denen Enhancer spezifische Gene regulieren – wobei es um die korrekten Gene und nicht andere benachbarte Gene geht, da dies sonnst zu Defekten in der Entwicklung des Embryos führen könnte. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen der Frage auf den Grund, wie die Vielzahl an Enhancern zusammenwirkt, um eine solche Vielfalt an Zellen hervorzubringen, und wie Transkriptionsprogramme den Differenzierungsprozess steuern. Unsere DNA ist wie Wolle zu einem Knäuel gefaltet und verwickelt, um in den kleinen Platz eines Zellkerns zu passen. In dieser kompakten Umgebung muss die gesamte Regulierung mittels Enhancern und die Genexpression funktionieren – und die Arbeit von Eileen Furlong gibt Aufschluss darüber, wie dies geschieht.
Eileen Furlongs Team hat Pionierarbeit auf dem Gebiet der Genom-Regulierung geleistet, indem es modernste Methoden interdisziplinär entwickelt, kombiniert und optimiert hat. Neben klassischen Ansätzen der Genetik verwendet die Gruppe innovative Techniken, wie Einzelzell-Genomik, CRISPR/Cas9- Genome Editing, Optogenetik und Deep Learning (Künstliche Intelligenz), um zu erforschen, wie das Entwicklungsprogramm innerhalb eines Organismus gesteuert wird. Ihr besonderes Interesse gilt dabei der Entwicklung von Herz- und Muskelzellen.
Eileen Furlongs Arbeit hat viele grundlegende Prinzipien aufgedeckt, wie das Genom während der Embryogenese gefaltet und reguliert wird, und wie Enhancer in ausgedehnten und komplexen Netzwerken interagieren, um die Embryonalentwicklung zu steuern. Ihre Forschung hat sowohl die biologische Grundlagenforschung vorangebracht als auch neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie genetische Mutationen zu multiplen Erkrankungen führen können.
Eileen Furlong ist eine irische Genetikerin und Entwicklungsbiologin. Ihr besonderes Interesse ist auf die Regulierung des Genoms innerhalb des komplexen dreidimensionalen Zellkerns gerichtet und darauf, wie dies wiederum die Embryonalentwicklung reguliert. Im Fokus ihrer Arbeit steht die Untersuchung der Kontrollelemente, sogenannter Enhancer, die den Beginn der Genexpression regulieren. Die Wissenschaftlerin hat innovative Methoden entwickelt, um zu entschlüsseln, wie Enhancer funktionieren und wie sie die Gewebeentwicklung regulieren. Mit dieser grundlegenden Forschung trägt sie maßgeblich zum Verständnis der biologischen Pfade bei, die von genetischen Varianten zur Erkrankung führen.
Die Entwicklungsbiologin geht grundlegenden Fragen der Biologie nach, die bereits seit hunderten von Jahren gestellt werden: Woher kommt unsere Komplexität? Eine Nervenzelle, eine Muskelzelle oder eine Hautzelle unterscheiden sich deutlich voneinander deutlich, obwohl alle Zellen eines Organismus die gleiche DNA besitzen und einen gemeinsamen Ursprung haben – die befruchtete Eizelle. Die Vielfalt (oder: Diversifizierung) entsteht nur durch die Entwicklung während der Differenzierung, bei der manche Gene aktiviert, andere dagegen stillgelegt werden – ein Prozess, der durch Enhancer reguliert wird. Zellen reifen so zu ihrer endgültigen funktionellen Form heran.
Der Prozess des An- und Abschaltens von Genen ist für nahezu alle biologischen Abläufe von zentraler Bedeutung, denn Fehler können dabei zu zahlreichen Krankheiten führen. Die Genexpression wird durch Kontrollelemente, Enhancer, reguliert. Das menschliche Genom enthält etwa 28.000 Gene, aber ungefähr eine Million Enhancer, die verschiedene Aspekte bzw. Stadien der Genexpression steuern, indem sie die den Genen „mitteilen“, wann und wo sie exprimiert werden sollen.
Eileen Furlongs Gruppe untersucht die grundlegenden Prozesse, mit denen Enhancer spezifische Gene regulieren – wobei es um die korrekten Gene und nicht andere benachbarte Gene geht, da dies sonnst zu Defekten in der Entwicklung des Embryos führen könnte. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen der Frage auf den Grund, wie die Vielzahl an Enhancern zusammenwirkt, um eine solche Vielfalt an Zellen hervorzubringen, und wie Transkriptionsprogramme den Differenzierungsprozess steuern. Unsere DNA ist wie Wolle zu einem Knäuel gefaltet und verwickelt, um in den kleinen Platz eines Zellkerns zu passen. In dieser kompakten Umgebung muss die gesamte Regulierung mittels Enhancern und die Genexpression funktionieren – und die Arbeit von Eileen Furlong gibt Aufschluss darüber, wie dies geschieht.
Eileen Furlongs Team hat Pionierarbeit auf dem Gebiet der Genom-Regulierung geleistet, indem es modernste Methoden interdisziplinär entwickelt, kombiniert und optimiert hat. Neben klassischen Ansätzen der Genetik verwendet die Gruppe innovative Techniken, wie Einzelzell-Genomik, CRISPR/Cas9- Genome Editing, Optogenetik und Deep Learning (Künstliche Intelligenz), um zu erforschen, wie das Entwicklungsprogramm innerhalb eines Organismus gesteuert wird. Ihr besonderes Interesse gilt dabei der Entwicklung von Herz- und Muskelzellen.
Eileen Furlongs Arbeit hat viele grundlegende Prinzipien aufgedeckt, wie das Genom während der Embryogenese gefaltet und reguliert wird, und wie Enhancer in ausgedehnten und komplexen Netzwerken interagieren, um die Embryonalentwicklung zu steuern. Ihre Forschung hat sowohl die biologische Grundlagenforschung vorangebracht als auch neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie genetische Mutationen zu multiplen Erkrankungen führen können.
Werdegang
- seit 2023 Honorarprofessorin, Universität Heidelberg
- seit 2020 Mitglied, Erweitertes Direktorium, European Molecular Biology Laboratory (EMBL), Heidelberg
- seit 2009 Leiterin, Department „Genombiologie“, EMBL, Heidelberg
- seit 2009 Leitende Wissenschaftlerin, EMBL, Heidelberg
- 2002-2009 Gruppenleiterin, Studienleiterin, EMBL, Heidelberg
- 1996-2002 Postdoktorandin, Department of Developmental Biology, Stanford University, Stanford, USA
- 1992-1996 Promotion, School of Pharmacology and Biotechnology, University College Dublin (UCD), Dublin, Irland
- 1988-1992 Bachelor of Science, UCD, Dublin, Irland
Funktionen
- seit 2024 Mitglied, Scientific Advisory Board, Seattle Hub for Synthetic Biology, USA
- seit 2024 Mitglied, Scientific Advisory Board, Hubrecht Instittue, Utrecht, Niederlande
- seit 2024 Mitglied, Scientific Advisory Board, Carl-Zeiss-Stiftung Center for Synthetic Genomics – CZS Center SynGen, Carl-Zeiss-Stiftung Center Stuttgart
- seit 2024 Mitglied, Implementation Board „Hi-TAC Helmholtz-Institut für translationale AngioCardioScience“, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), Berlin und Universität Heidelberg
- seit 2020 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, MDC, Berlin
- seit 2020 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Institut de Génétique et de Biologie Moléculaire et Cellulaire (IGBMC), Straßburg, Frankreich
- seit 2020 Mitglied, Beirat, Developmental Cell
- seit 2020 Mitglied, Herausgeberbeirat, Current Opinion in Genetics Development, & Current Opinion in Cell Biology
- seit 2019 Mitglied, Redaktionsbeirat, Development
- 2018-2022 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Center for Genomic Regulation (CRG), Barcelona, Spanien
- seit 2018 Mitglied, Lenkungsausschuss, Single Cell Omics Germany
- seit 2017 Gründungsmitglied sowie Co-Direktorin, Single Cell Genomics Centre Heidelberg
- 2016-2021 Mitglied, Gutachterausschuss, Science
- seit 2014 Mitglied, Grant Review Panel, European Research Council (ERC)
- 2013-2023 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Institut Curie, Paris, Frankreich
- 2013 Mitglied, Scientific Advisory Board for „Biological Determinants of Ageing & Late Life Health“, Wellcome Trust, London, UK
- 2013-2017 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Projekt DEVCOM, European Initial Training Network on Developmental and Computational Biology, 7. Forschungsrahmenprogramm (FRP), Europäische Union (EU)
- seit 2012 Organisatorin, Conference „Transcription and Chromatin Meeting“, EMBL, Heidelberg
- 2012-2016 Gastprofessorin, National Institute of Genetics (NIG), Mishima, Japan
- 2011 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, FlyAtlas: the Drosophila gene expression atlas sowie FlyAtlas2, Biotechnology and Biological Sciences Research Council (BBSRC)
- seit 2004 Organisatorin, Tagung „From Functional Genomics to Systems Biology“, European Molecular Biology Organization (EMBO) sowie EMBL, Heidelberg
- seit 2004 Mitglied, Redaktionsausschuss, Molecular Systems Biology and Developmental Dynamics
Projekte
- seit 2022 Leiterin, Teilprojekt „Modellierung und Entschlüsselung der Mechanismen der linksventrikulären NonCompaction Kardiomyopathie“, Sonderforschungsbereich (SFB) 1550, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
- seit 2019 Antragstellerin sowie Co-Koordinatorin, Teilprojekt „Bewertung der funktionellen Rolle von Kohäsin und Transkription bei der Genomtopologie während der Embryogenese von Drosophila“, Schwerpunktprogramm (SPP) 2202, DFG
- 2019-2024 Principal Investigator, Advanced Grant „Deciphering Cis-Regulatory Principles of Transcriptional regulation: Combining large-scale genetics and genomics to dissect functional principles of genome regulation during embryonic development (DeCRypPT)“, European Research Council (ERC)
- 2015-2018 Beteiligte Wissenschaftlerin, Projekt „Massive Reverse Genomics to Decipher Gene Regulatory Grammar (MRG-Grammar)“, Horizon 2020, EU
- 2013-2018 Principal Investigator, Advanced Grant „Cis-regulatory variation: Using natural genetic variation to dissect cis-regulatory control of embryonic development (CisRegVar)“, ERC
- 2012-2018 Koordinatorin, Projekt „The cis-regulatory dynamics of embryonic development at single cell resolution (TransDiag)“, Deutsches Exzellenznetzwerk, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
- 2014-2017 Wissenschaftlerin, German Israeli Foundation for Scientific Research and Development (GIF), Jerusalem, Israel
- 2011-2016 Beteiligte Wissenschaftlerin, Projekt „A BLUEPRINT of Haematopoietic Epigenomes“, Europäische Kommission (EC)
- 2010-2013 Wissenschaftlerin, ERA-NET „ERASysBio Netzwerk“, EC
- 2008-2017 Antragstellerin, Projekt „Individual differences in cardioblast specification: The role of cis-regulatory variation“, DFG
- 2008-2014 Koordinatorin, FU 750/1-1 sowie FU 750/1-2, DFG
- 2008-2012 Wissenschaftlerin, Human Frontier Science Program (HFSP), International Human Frontier Science Program Organization
- 2008-2012 Wissenschaftlerin, Network of excellence in evolutionary computing (EvoNet), Marie Curie Innovative Training Networks (ITN), EC
- 2005-2010 Beteiligte Wissenschaftlerin, Projekt „MYORES: Multi-organismic approach to study normal and aberrant muscle development, function and repair“, 6. Forschungsrahmenprogramm (FRP), EC
Auszeichungen und Mitgliedschaften
- seit 2024 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- 2023 Alumni Award in Research, Innovation and Impact, UCD, Dublin, Irland
- 2022-2024 Gewähltes Mitglied, Council, European Molecular Biology Organization (EMBO)
- 2022 Mitglied, Royal Society, UK
- 2022 Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, DFG
- 2020 Max-Birnstiel-Vorlesung, Research Institute of Molecular Pathology (IMP), Wien, Österreich
- 2019-2021 Gewähltes Mitglied, Council, EMBO
- 2016 Gewähltes Mitglied, Academia Europaea
- 2015 Beddington Lecture, New Information System Management Methods (NIMM), Congleton, UK
- 2013 Mitglied, EMBO, Heidelberg
- 1999 Walter V. and Idun Berry Postdoctoral Fellowship, Stanford University, Stanford, USA
- 1997 Postdoktoranden-Stipendium, EMBO